Hagebutte
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Hagebutte?
- Herkunft und Botanik der Hagebutte
- Inhaltsstoffe der Hagebutte
- Verwendung und Dosierung der Hagebutte
- Mögliche Nebenwirkungen von Hagebutte und weitere Hinweise
- Verwechslungsmöglichkeiten der Hagebutte
Was ist Hagebutte?
Die Hagebutte (Rosae pseudo-fructus) ist die leuchtend rote bis orangefarbene Sammelnussfrucht (Scheinfrucht) verschiedener Wildrosenarten. Die Hundsrose (Rosa canina) ist dabei die bekannteste und häufigste mitteleuropäische Art. Die Hagebutte zählt zu den nährstoffreichsten Wildfrüchten Europas und wird aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitamin C, Antioxidantien und fruchtigen Fruchtsäuren in Ernährung, Naturheilkunde und Kosmetik geschätzt.
Interessant zu wissen: Die Hagebutte wird umgangssprachlich auch „Juckpulverfrucht“ genannt, weil sich in ihren Fruchtkernen winzige, feine Härchen befinden, die auf der Haut einen starken Juckreiz auslösen können. Kinder haben die getrockneten Härchen manchmal als „Juckpulver“ verwendet, indem sie sie jemandem in den Kragen oder auf die Haut gestreut haben – daher der volkstümliche Name.
Herkunft und Botanik der Hagebutte
Hagebutten entstehen nach der Blüte wildwachsender oder kultivierter Rosen. Verbreitete Arten sind:
- Hundsrose (Rosa canina)
- Kartoffelrose (Rosa rugosa)
- Zimtrose (Rosa villosa)
Sie wachsen in Europa, Asien und Nordamerika an Hecken, Waldrändern, Böschungen und Wiesen.
Zu den typischen Merkmalen der Hagebutte gehören:
- Rote, eiförmige oder rundliche Früchte
- Enthalten viele feine Nussfrüchtchen (Kerne) im Inneren
Die reifen Früchte können meist von September bis November gesammelt werden.
Inhaltsstoffe der Hagebutte
Hagebutten zählen zu den nährstoffreichsten heimischen Früchten und enthalten ein breites Spektrum an wertvollen, bioaktiven Substanzen:
- Vitamin C in außergewöhnlich hoher Konzentration: Trägt u.a. zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut und Knorpel bei, unterstützt eine normale Funktion des Immunsystems und trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
- Vitamin B1, B2, E und K
- Antioxidantien wie Polyphenole und Carotinoide (Lycopin, Beta-Carotin): Sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativen Eigenschaften.
- Pektine: Lösliche Ballaststoffe, die den „guten“ Darmbakterien als Nahrung dienen und in Kontakt mit Wasser eine gelartige Substanz bilden, die vielfältige Effekte auf die Verdauung hat.
- Galaktolipide (u.a. GOPO): Pflanzenstoffe, die der Hagebutte weitere wertvolle Eigenschaften verleihen.
- Fruchtsäuren (v.a. Zitronensäure, Apfelsäure, Weinsäure)
- Samenöl mit ungesättigten Fettsäuren (Linolsäure, Linolensäure)
Durch die Kombination aus Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen besitzt die Hagebutte starke antioxidative Eigenschaften.
Verwendung und Dosierung der Hagebutte
Aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe der Hagebutten – wie dem hohen Gehalt an Vitamin C, Polyphenolen oder Galaktolipiden – wurden die roten Scheinfrüchte bereits in der traditionellen europäischen Heilkunde und in der Klostermedizin im Mittelalter genutzt. So findet die Hagebutte heute z.B. Verwendung als:
-
Hagebuttentee (ganz oder geschnitten) für die kalte Jahreszeit
1–2 Teelöffel Hagebuttenschalen mit 200 ml heißem Wasser übergießen und 10–15 Minuten ziehen lassen; schmeckt erfrischend fruchtig, sanft säuerlich, leicht herb. -
Hagebuttenpulver zur inneren Anwendung
Täglich 1–2 TL in Wasser, Smoothies oder Joghurt einnehmen; aus schonend getrockneten Schalen und Kernen; schmeckt fruchtig-süß, leicht erdig mit dezenter Säurenote. -
Marmeladen, Mus oder Sirup
Traditionell für Konfitüre, Aufstriche oder Fruchtmus; schmeckt süßlich-fruchtig, weniger sauer als der Tee. -
Kapseln oder Tabletten mit standardisierten Extrakten
Herstellerangaben sind zu beachten, da die Konzentrationen unterschiedlich sein können. -
Hagebuttenkernöl für die Hautpflege
Mehrmals täglich wenige Tropfen auf die Haut auftragen; gewonnen aus den Samen, reich an ungesättigten Fettsäuren.
Durch schonende Trocknung bleibt ein Großteil des natürlichen Vitamin C erhalten. Die Früchte sollten entkernt werden, da die feinen Härchen Juckreiz verursachen können.
Mögliche Nebenwirkungen von Hagebutte und weitere Hinweise
Hagebutte gilt als sehr gut verträglich. Dennoch gibt es einige Punkte, die man beachten sollte:
- Bei empfindlichen Personen kann Hagebuttenpulver bei hoher Dosierung leicht abführend sein.
- Menschen mit Empfindlichkeit gegenüber Fruchtsäuren sollten mit kleinen Mengen beginnen.
- Allergien sind selten, bei einer Rosengewächs-Allergie jedoch möglich.
- Hagebuttenhaare (Juckpulver) können Haut und Schleimhäute reizen und sollten bei der Verarbeitung immer sorgfältig entfernt werden.
- Bei Nierenproblemen sollte eine sehr hohe Vitamin-C-Zufuhr ärztlich abgeklärt werden.
- Während Schwangerschaft und Stillzeit gilt die Hagebutte als Lebensmittel (Tee, Mus, Pulver) als sicher; bei hochdosierten Extrakten ist eine vorherige Rücksprache mit einem Arzt oder Therapeuten angeraten.
Verwechslungsmöglichkeiten der Hagebutte
Die Hagebutte lässt sich im reifen Zustand meist gut erkennen. Alle essbaren Arten bilden rote bis orange Fruchtkörper mit trockenen Kelchblättern am oberen Ende und wachsen an typischen Rosensträuchern mit dornigen Zweigen. Eine gefährliche Verwechslung mit giftigen Beeren ist eher selten, denn es gibt keine giftige Pflanzenart, die:
- an dornenbewehrten Rosensträuchern wächst
- ähnlich geformte Sammelfrüchte hat
- denselben Aufbau mit Kelchrest zeigt
Darum werden Hagebutten botanisch als sicher sammelbar eingestuft. Man kann Hagebutten höchstens mit ungiftigen Früchten verwechseln:
- Zierrosen-Hagebutten: sehen fast identisch aus, stammen jedoch von Garten- oder Parkrosen und sind geschmacklich oft weniger attraktiv.
- Zieräpfel / kleine Wildäpfel: sind ebenfalls rot bis orange und rund, wachsen jedoch an laubtragenden Bäumen ohne Dornen, wodurch sie sich gut von Rosensträuchern unterscheiden lassen.