Ingwer (Zingiber officinale)
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Ingwer?
- Herkunft und Botanik von Ingwer
- Inhaltsstoffe von Ingwer
- Wirkung und Anwendung von Ingwer
- Verwendung und Dosierung von Ingwer
- Mögliche Nebenwirkungen von Ingwer und weitere Hinweise
Was ist Ingwer?
Ingwer (Zingiber officinale) ist das Rhizom – also die Wurzelknolle – einer tropischen Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Zu dieser Pflanzenfamilie gehören auch Kurkuma, Kardamom und Galangal, mit denen Ingwer eng verwandt ist. Die Ingwerwurzel zeichnet sich durch ihr charakteristisches Aroma und ihre leichte Schärfe aus und wird weltweit sowohl als vielseitiges Gewürz als auch als bewährtes Hausmittel eingesetzt.
Seit Jahrhunderten spielt Ingwer eine wichtige Rolle in verschiedenen Gesundheitslehren. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und im Ayurveda wird er aufgrund seiner wärmenden und anregenden Eigenschaften geschätzt. Auch in der modernen Naturheilkunde findet Ingwer breite Anwendung, z.B. in Form von Tee oder Nahrungsergänzungsmitteln.
Herkunft und Botanik von Ingwer
Ingwer stammt ursprünglich aus Süd- und Südostasien und wird heute in vielen tropischen Regionen kultiviert, darunter Indien, Indonesien, China und Nigeria.
Zu den typischen, botanischen Merkmalen des Ingwers gehören:
- Unterirdisches Rhizom mit gelblichem, faserigem Inneren
- Überirdisch schilfartige Triebe bis 1,5 m Höhe
- Gelbliche bis grünliche Blüten in ährenartigen Blütenständen
- Intensive ätherische Öle, die das typische Aroma prägen
Verwendet wird fast ausschließlich das Rhizom, entweder frisch, getrocknet, pulverisiert oder als Extrakt.
Inhaltsstoffe von Ingwer
Ingwer enthält eine Vielzahl wertvoller Inhaltsstoffe, die ihm seine wertvollen Eigenschaften verleihen, darunter:
- Scharfstoffe: Gingerole, Shogaole
- Ätherische Öle: Zingiberol, Zingiberen, Borneol
- Vitamine: Vitamin B6, Vitamin C
- Mineralstoffe & Spurenelemente: Magnesium, Kalium, Eisen
- Harze und sekundäre Pflanzenstoffe
Insbesondere die Scharfstoffe Gingerol und Shogaol spielen dabei eine wesentliche Rolle für die wertvollen Eigenschaften des Ingwers.
Wirkung und Anwendung von Ingwer
Ingwer ist in der kalten Jahreszeit besonders beliebt – und das aus gutem Grund. Denn seine ätherischen Öle und antioxidativen Inhaltsstoffe, insbesondere die Gingerole, entfalten wohltuende Effekte im Körper. Die Scharfstoffe sorgen dabei für einen leicht wärmenden Effekt und regen so die Durchblutung an. Das kann helfen, wenn Hände und Füße kalt sind oder der Körper insgesamt einen größeren Wärmebedarf hat.
Auch in Produkten für die Mund- und Zahnpflege findet Ingwer zunehmend Verwendung. Die Scharfstoffe aktivieren die Wärmerezeptoren der Mundschleimhaut, was die Durchblutung im Mundraum sowie die Speichelproduktion fördert. Zusätzlich regt der charakteristische Ingwergeschmack ein Enzym an, das bestimmte Geruchsstoffe abbaut. Auf diese Weise kann Ingwer zu einem frischeren Atem beitragen und unangenehmen (schwefeligen) Mundgeruch reduzieren1.
Verwendung und Dosierung von Ingwer
Ingwer ist ein äußerst vielseitiges Naturprodukt, das sowohl in der Küche als aromatisches Gewürz als auch im Alltag als wohltuendes Hausmittel eingesetzt wird. Je nach Anwendung unterscheidet sich seine Dosierung.
Ingwertee – wärmend und aromatisch
Für einen klassischen Ingwertee wird ein 1–2 cm großes Stück frischer Ingwer in dünne Scheiben geschnitten und mit heißem Wasser übergossen. Damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe optimal lösen und ihr volles Aroma entfalten können, sollte der Tee etwa 10 Minuten ziehen. Besonders in der kalten Jahreszeit ist dieser Tee als wärmendes Getränk beliebt.
Ingwerwasser – milder Genuss für den ganzen Tag
Ingwer eignet sich ebenfalls hervorragend für die Zubereitung von Ingwerwasser. Dazu wird frischer Ingwer in kaltes Wasser gegeben und über den Tag verteilt getrunken. Diese Variante trägt zur Hydration bei und ist geschmacklich dezenter als Ingwertee.
Frischer Ingwer in der Küche
Ingwer bereichert zahlreiche Speisen und Getränke. Dabei kann er sowohl frisch als auch getrocknet oder gemahlen in herzhaften und süßen Speisen eingesetzt werden, z.B.:
- in Currys, Suppen und Gemüsegerichten
- in Smoothies, Shots oder Säften
- in Süßspeisen (Kekse, Kuchen, kandierter Ingwer)
Die Dosierung richtet sich hier ganz nach dem gewünschten Schärfegrad und Aromaprofil.
Ingwer als Nahrungsergänzung
Auch in konzentrierter Form ist Ingwer erhältlich, bspw. als:
- Pulver oder Kapseln
- standardisierte Ingwer-Extrakte
Die empfohlene Tagesmenge liegt meist bei 250–1.000 mg, kann jedoch je nach Präparat variieren. Da Extrakte häufig höher konzentriert sind, sollten Herstellerangaben unbedingt beachtet werden.
Ätherisches Ingweröl
Für die Aromatherapie oder als Bestandteil von Massageölen kommt ätherisches Ingweröl zum Einsatz. Dieses sollte stets verdünnt angewendet werden.
Mögliche Nebenwirkungen von Ingwer und weitere Hinweise
In normalen Verzehrmengen gilt Ingwer als gut verträglich und sicher. Dennoch gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten:
- Bei Personen mit Magenreizungen, Sodbrennen oder Gallensteinen kann Ingwer die Beschwerden verstärken.
- In der Schwangerschaft sollte Ingwer nur in kleinen Mengen eingenommen werden und wird z.B. gerne bei Übelkeit genutzt. Eine Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson ist sinnvoll, wenn Ingwer gezielt zu naturheilkundlichen Zwecken in höheren Mengen eingesetzt wird.
- Ingwer kann leicht blutverdünnende Effekte Wer entsprechende Medikamente einnimmt (z.B. Gerinnungshemmer), sollte vorsichtig sein und ggf. ärztlichen Rat einholen.
- Hochdosierte Ingwerpräparate sind für Kinder nicht geeignet.
Quellen
- Bader, Stolle, et al., ‘Chemosensate-Induced Modulation of the Salivary Proteome and Metabolome Alters the Sensory Perception of Salt Taste and Odor-Active Thiols’, J Agric Food Chem, vol. 66, no. 29, pp. 7740–7749, Jul. 2018. [Accessed: 8 September 2023].