Rosmarin (Salvia rosmarinus / Rosmarinus officinalis)

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Rosmarin (Salvia rosmarinus / Rosmarinus officinalis)
zuletzt aktualisiert: 27.01.2026
Lesedauer: 4 Min
von der Lebenskraftpur Redaktion
Rosmarin (Salvia rosmarinus / Rosmarinus officinalis)

Rosmarin (Salvia rosmarinus / Rosmarinus officinalis)

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Rosmarin?
  2. Herkunft und Botanik von Rosmarin
  3. Inhaltsstoffe von Rosmarin
  4. Verwendung und Dosierung von Rosmarin
    1. Rosmarin in der Küche
    2. Rosmarintee
    3. Rosmarin in der Haut- und Haarpflege
    4. Rosmarin als Nahrungsergänzungsmittel
  5. Mögliche Nebenwirkungen von Rosmarin und weitere Hinweise

Was ist Rosmarin?

Rosmarin (Salvia rosmarinus, früher: Rosmarinus officinalis) ist ein immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er ist für sein intensives, harzig-warmes Aroma bekannt und wird seit der Antike sowohl als Küchenkraut als auch in der Naturheilkunde verwendet. Seine Blätter sind besonders reich an ätherischen Ölen und wurden schon in der Antike für rituelle Räucherungen verwendet.

Herkunft und Botanik von Rosmarin

Der Name Rosmarin leitet sich vom lateinischen ros marinus ab und bedeutet „Tau des Meeres“. Diese Bezeichnung verweist auf den ursprünglichen Lebensraum der Pflanze in den Küstenregionen des Mittelmeerraums, wo Rosmarin häufig auf trockenen, steinigen Böden in Meeresnähe wächst. Rosmarin liebt sonnige Standorte und wird heutzutage weltweit kultiviert.

Zu den typischen Merkmalen des Rosmarins gehören:

  • Immergrüner, verholzender Strauch bis zu 1,5 m Höhe
  • Nadelartige, ledrige Blätter mit hellerer Blattunterseite
  • Zart blaue bis violette Blüten, seltener weiß oder rosa
  • Intensiver, aromatischer Duft durch ätherische Öle

Inhaltsstoffe von Rosmarin

Rosmarin enthält ein breites Spektrum wertvoller Inhaltsstoffe, darunter:

  • Ätherische Öle: Cineol, Campher, α-Pinen, Borneol etc.
  • Antioxidantien: Rosmarinsäure, Carnosolsäure, Carnosol, Flavonoide
  • Bitterstoffe: Entfalten ihre Effekte zuerst im Mund über die Geschmacksrezeptoren, aber Bitterrezeptoren sind z.B. auch im Darm zu finden.
  • Gerbstoffe: Pflanzliche Inhaltsstoffe mit zusammenziehenden (adstringierenden) Eigenschaften.

Diese Kombination verleiht Rosmarin seine wertvollen Eigenschaften.

Verwendung und Dosierung von Rosmarin

Rosmarin in der Küche

Rosmarin ist ein vielseitiges Gewürz, das vielen Gerichten ein mediterranes Aroma verleiht. Besonders gut passt er zu:

  • Kartoffeln, Gemüse und Pilzen
  • mediterranen Speisen
  • Fleisch- und Fischgerichten, v.a. Lamm und Geflügel
  • Marinaden, Kräuterölen und Kräutersalz
  • herzhaftem Gebäck wie Focaccia

Rosmarin kann frisch verwendet oder kurz mitgekocht werden. Seine ätherischen Öle sind hitzestabil, wodurch das Aroma gut erhalten bleibt.

Rosmarintee

Für einen belebenden Rosmarintee wird 1 TL frische oder getrocknete Rosmarinblätter mit heißem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Davon können 1–2 Tassen täglich getrunken werden. Rosmarintee ist besonders nach schweren Mahlzeiten beliebt.

Rosmarin in der Haut- und Haarpflege

Ätherisches Rosmarinöl kommt v.a. in der Körperpflege und Aromatherapie zum Einsatz, z.B.:

  • als Massageöl zur Einreibung
  • als Aromaöl in Duftlampen oder zur Inhalation
  • in Shampoos zur Kopfhautpflege

Für die äußerliche Anwendung sollte Rosmarinöl stets mit einem Pflanzenöl verdünnt werden – ideal sind Mischungen von etwa 1–3 %. Wichtig ist, das ätherische Öl niemals unverdünnt direkt auf die Haut aufzutragen, da es zu Reizungen führen kann. Neben ätherischem Rosmarinöl wird auch Rosmarinwasser oder speziell hergestelltes Haarwasser mit Rosmarin häufig eingesetzt, um die Kopfhaut zu beleben und ihre Durchblutung anzuregen.

Darüber hinaus gilt auch ein Rosmarinbad als wohltuende Anwendung: Es wärmt, belebt und fördert die Durchblutung des gesamten Körpers – ideal nach einem anstrengenden Tag.

Rosmarin als Nahrungsergänzungsmittel

Rosmarin wird auch als Nahrungsergänzungsmittel geschätzt, v.a. in Form von standardisierten Rosmarin-Extrakten oder Kapseln. Diese enthalten konzentrierte Inhaltsstoffe wie antioxidative Polyphenole und ätherische Öle mit wertvollen Eigenschaften.

Rosmarin-Extrakt wird mithilfe von reinem Alkohol (Ethanol) aus den Blättern des Rosmarins gewonnen und ist reich an Carnosinsäure, die für ihre antioxidativen und konservierenden Effekte bekannt ist. Aufgrund seiner wertvollen Pflanzenstoffe mit antimikrobiellen Eigenschaften wird Rosmarin-Extrakt auch gerne als natürlicher Stabilisator zur Herstellung von Rezepturen eingesetzt.

Wie bei allen Nahrungsergänzungen empfiehlt sich auch bei Rosmarin eine maßvolle Anwendung und die Beachtung der empfohlenen Dosierung.

Mögliche Nebenwirkungen von Rosmarin und weitere Hinweise

Rosmarin gilt in üblichen Mengen, wie man sie in der Küche verwendet, als gut verträglich. Bei konzentrierteren Anwendungen – etwa in Form von ätherischem Öl oder hochdosierten Präparaten – sollten jedoch einige Hinweise beachtet werden:

  • Hautreizungen: Ätherisches Rosmarinöl kann unverdünnt zu Rötungen, Brennen oder Reizungen führen.
  • Magenbeschwerden: Sehr hohe Mengen als Gewürz oder Tee können zu Übelkeit oder Magenreizungen führen.
  • Kreislaufanregung: Rosmarin hat belebende Effekte; empfindliche Personen können mit Herzklopfen oder Unruhe reagieren.
  • Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen kann eine Überempfindlichkeit gegenüber ätherischen Ölen auftreten.
  • Blutdruckreaktionen: Durch seine anregenden Effekte kann Rosmarin bei bestimmten Personen den Blutdruck beeinflussen.

In bestimmten Situationen ist zudem Vorsicht geboten:

  • In der Schwangerschaft sollten hochdosiertes ätherisches Rosmarinöl und sehr starke Rosmarinpräparate vermieden werden.
  • Bei Epilepsie können ätherische Öle, einschließlich Rosmarinöl, bei einigen Betroffenen Anfälle triggern.
  • Bei empfindlicher Haut oder Neurodermitis kann Rosmarinöl zu Irritationen führen und sollte vorsichtig eingesetzt und niedrig dosiert werden.

Im üblichen Gebrauch als Küchenkraut ist Rosmarin jedoch in der Regel gut verträglich.

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