Biotin (Vitamin B7, Vitamin H)

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Biotin (Vitamin B7, Vitamin H)
zuletzt aktualisiert: 22.01.2026
Lesedauer: 3 Min
von der Lebenskraftpur Redaktion
Biotin (Vitamin B7, Vitamin H)

Biotin (Vitamin B7, Vitamin H)

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Biotin?
  2. Funktion und Wirkung von Biotin im Körper
  3. Welche Lebensmittel enthalten Biotin?
  4. Tagesbedarf an Biotin
  5. Biotin-Mangel: Symptome und Ursachen
  6. Biotin als Nahrungsergänzung
  7. Mögliche Nebenwirkungen von Biotin und weitere Hinweise

Was ist Biotin?

Biotin, auch Vitamin B7 oder früher Vitamin H genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin aus dem Vitamin-B-Komplex. Es spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel von Fettsäuren, Kohlenhydraten und Aminosäuren und ist essenziell für das Wachstum und die Regeneration von Haut, Haaren und Nägeln. Der Name „Vitamin H“ leitet sich von den deutschen Begriffen Haut und Haar ab und verweist auf seine besondere Bedeutung für diese Gewebe.

Funktion und Wirkung von Biotin im Körper

  • Biotin trägt zum Erhalt normaler Haare, Haut und Schleimhäute bei und ist daher auch als „Schönheitsvitamin“ bekannt.
  • Darüber hinaus ist Biotin Bestandteil wichtiger Enzyme im Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel und unverzichtbar für die ATP-Produktion im Mitochondrium. Dadurch trägt Biotin auch zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
  • Zudem spielt Biotin eine wesentliche Rolle bei einem normal funktionierenden Nervensystem1,2.

Welche Lebensmittel enthalten Biotin?

Biotin kommt in geringen Mengen in tierischen Lebensmitteln vor, z.B.:

  • Eigelb
  • Hefe
  • Innereien

Gute pflanzliche Biotin-Quellen sind:

  • Sojabohnen
  • Nüsse und Samen
  • Hülsenfrüchte
  • Reiskleie
  • Haferflocken

In letzteren ist Biotin in freier Form enthalten, während es in tierischen Lebensmitteln Protein-gebunden vorliegt.

Tagesbedarf an Biotin

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt folgende Schätzwerte für den Biotin-Bedarf an:

  • Erwachsene: 40 µg pro Tag
  • Schwangere: 40 µg pro Tag
  • Stillende: 45 µg pro Tag

Diese Mengen sollten jedoch idealerweise als Mindestbedarf betrachtet werden. In bestimmten Lebensphasen oder bei erhöhter körperlicher Belastung kann der Biotin-Bedarf erhöht sein, z.B. bei:

  • Stress
  • Medikamenteneinnahme
  • Schwangerschaft
  • bestimmten Erkrankungen

Biotin-Mangel: Symptome und Ursachen

Ein Biotin-Mangel ist selten, kann aber auftreten bei:

  • langanhaltender Einnahme von Antibiotika
  • stark einseitiger Ernährung
  • chronischen Darmerkrankungen
  • übermäßigem Konsum von rohem Eiklar

Zu den möglichen Symptomen eines Biotin-Mangels gehören:

  • Haarausfall, brüchige Nägel
  • trockene, schuppige Haut
  • Müdigkeit, Leistungsabfall
  • neurologische Beschwerden (Kribbeln, Taubheitsgefühle)

Biotin als Nahrungsergänzung

Biotin wird häufig als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Es ist sowohl als Einzelpräparat erhältlich als auch als Bestandteil verschiedener Kombinationspräparate, die gezielt zur Unterstützung von Haut, Haaren und Nägeln oder zur Förderung eines normalen Stoffwechsels und des Energiestoffwechsels entwickelt wurden.

In vielen Produkten wird Biotin mit weiteren B-Vitaminen kombiniert, da diese gemeinsam an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt sind und sich in ihren Effekten sinnvoll ergänzen. Darüber hinaus findet man Biotin häufig in Kombination mit Spurenelementen wie Zink oder Selen. Diese Nährstoffe tragen ebenfalls zur Erhaltung normaler Haare, Haut und Nägel bei und können die Effekte von Biotin auf funktioneller Ebene unterstützen.

Mögliche Nebenwirkungen von Biotin und weitere Hinweise

Biotin gilt allgemein als sehr gut verträglich. Nach aktuellem Kenntnisstand treten selbst bei einer längerfristigen Einnahme höherer Dosierungen in der Regel keine unerwünschten Nebenwirkungen auf. Da Biotin wasserlöslich ist, kann ein Überschuss vom Körper nicht gespeichert werden, sondern wird über den Urin ausgeschieden. Aus diesem Grund wird Biotin als besonders sicher in der Anwendung eingestuft.


Wichtig: Hohe Biotin-Dosierungen können Laborwerte verfälschen (z.B. Schilddrüsen- oder Herzmarker). Um Fehldiagnosen oder Missverständnisse zu vermeiden, sollte die Einnahme von Biotin – v.a. in höheren Dosierungen – vor geplanten Blutuntersuchungen unbedingt dem medizinischen Fachpersonal mitgeteilt werden. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Einnahme vorübergehend zu pausieren, sofern dies ärztlich empfohlen wird.

Quellen

  1. Gröber, Orthomolekulare Medizin - Ein Leitfaden für Apotheker und Ärzte, vol. 3. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2008.
  2. Podlogar and Smollnich, Vitamine Mineralstoffe Spurenelemente, vol. 1. Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag, 2019.
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