Kollagen in der Schwangerschaft – sinnvoll oder riskant?
Kollagen in der Schwangerschaft ist ein Thema, das viele werdende Mütter beschäftigt. Schließlich spielt Kollagen eine wichtige Rolle für Haut, Bindegewebe, Gelenke und zahlreiche Strukturen im Körper. Doch ist die Einnahme von Kollagen während der Schwangerschaft überhaupt sinnvoll und sicher? In diesem Beitrag erfahren Sie, was die aktuelle Studienlage zu Kollagen in der Schwangerschaft sagt, welche potenziellen Vorteile diskutiert werden und worauf Schwangere bei der Auswahl eines Kollagenpräparats achten sollten.
Inhaltsverzeichnis
- Kann man Kollagen in der Schwangerschaft nehmen?
- Welche Rolle spielt Kollagen während der Schwangerschaft?
- Wie viel Kollagen am Tag in der Schwangerschaft?
- Welches Kollagen in der Schwangerschaft?
- Fazit: Ist Kollagen in der Schwangerschaft sinnvoll?
Kollagen in der Schwangerschaft – Das Wichtigste in Kürze
- Kollagenhydrolysat gilt allgemein als gut verträglich und es gibt bislang keine Hinweise auf negative Auswirkungen von Kollagen in der Schwangerschaft.
- Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch begrenzt, da nur wenige Studien an schwangeren Frauen durchgeführt wurden.
- Kollagen ist u.a. wichtig für die Spannkraft der Haut, die Belastbarkeit von Sehnen und Bändern, die Festigkeit von Knochen und Knorpel sowie die Struktur von Gebärmutter und anderen Organen.
- Während der Schwangerschaft unterstützt Kollagen die Anpassungs- und Umbauprozesse von Gebärmutter und Plazenta.
- Da Kollagen die Hautelastizität in gewissem Maße verbessern kann, könnte Kollagen möglicherweise auch das Auftreten von Dehnungsstreifen reduzieren; Studien hierzu fehlen jedoch bislang.
- Auch positive Effekte auf Gelenk- und Rückenschmerzen sind denkbar, wurden bei Schwangeren jedoch noch nicht ausreichend untersucht.
- Übliche Kollagen-Dosierungen liegen zwischen 2,5 und 15 g täglich; eine allgemeingültige Empfehlung für Schwangere gibt es nicht.
- Im Idealfall sollte vor der Einnahme von Kollagen in der Schwangerschaft Rücksprache mit einem Arzt, einer Hebamme oder einer Ernährungsfachkraft gehalten werden.
- Bei der Auswahl eines Kollagenpräparats sollte in einer solch sensiblen Lebensphase wie der Schwangerschaft besonders auf eine hohe Qualität und Reinheit geachtet und geprüft werden, ob etwaige ergänzende Zutaten in der Schwangerschaft unproblematisch sind.
Kann man Kollagen in der Schwangerschaft nehmen?
Kollagenhydrolysat ist dafür bekannt, dass es Haut, Gelenke und Bindegewebe unterstützen soll. Daher fragen sich viele Frauen, ob Kollagen auch in der Schwangerschaft positive Effekte entfalten kann und ob es überhaupt eingenommen werden darf.
Grundsätzlich gilt Kollagenhydrolysat als gut verträglich und sicher. Ob das auch für die Schwangerschaft gilt, ist ein umstrittenes Thema. Bislang existieren keine Hinweise auf negative Effekte durch die Kollageneinnahme für Mutter oder Kind. Da Kollagen zudem ausschließlich aus Aminosäuren besteht, die ohnehin im Körper vorkommen und auch in Lebensmitteln enthalten sein können, besteht des Weiteren auch kein Grund zur Annahme einer schädlichen Wirkung.
Doch warum ist die Einnahme von Kollagen während der Schwangerschaft dann umstritten? Weil es bisher nur wenige Studien gibt, die die Wirkung und Sicherheit von Kollagen-Präparaten an schwangeren Frauen untersucht haben. Jedoch existiert zumindest bereits eine Studie, in der
- die Kollageneinnahme mit keinem erhöhten Aufkommen von Nebenwirkungen einherging und
- keine nennenswerten Sicherheitsbedenken auftraten1.
Es lässt sich also festhalten: Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Einnahme von Kollagenhydrolysat in der Schwangerschaft schädlich für Mutter oder Kind sein könnte. Jedoch existieren ebenfalls kaum Studien, die die Sicherheit während der Schwangerschaft belegen.
Welche Rolle spielt Kollagen während der Schwangerschaft?
Kollagen ist ein zentrales Strukturprotein des Körpers und kommt v.a. im Bindegewebe vor. Es macht etwa ein Drittel aller Proteine im menschlichen Körper aus und verleiht Geweben Stabilität, Festigkeit und Form. Deshalb ist Kollagen u.a. wichtig für
- die Spannkraft der Haut,
- die Belastbarkeit von Sehnen und Bändern,
- die Festigkeit von Knochen und Knorpel sowie
- die Struktur von Gebärmutter und anderen Organen.
Während der Schwangerschaft ist Kollagen v.a. dort wichtig, wo sich das Gewebe der Mutter und die Strukturen des Kindes begegnen. Es trägt z.B. dazu bei, dass sich Gebärmutter und Plazenta während der Schwangerschaft gut anpassen und umbauen können. Forschungen zeigen außerdem, dass Veränderungen der Kollagenstruktur mit bestimmten Schwangerschaftsproblemen in Verbindung stehen können – dieser Zusammenhang ist jedoch komplex und noch aktueller Gegenstand der medizinischen Forschung2.

Abb. 1: Kollagen trägt während der Schwangerschaft u.a. dazu bei, dass sich Gebärmutter und Plazenta gut anpassen und umbauen können.
Ob eine zusätzliche Einnahme von Kollagen in der Schwangerschaft besondere Vorteile bietet, ist bisher jedoch kaum untersucht. Es kann vermutlich angenommen werden, dass schwangere Frauen zumindest in der gleichen Weise von der Kollageneinnahme profitieren könnten wie nicht-schwangere Frauen. Also z.B. von einer leichten Verbesserung des Hautbilds hinsichtlich Faltentiefe und Feuchtigkeit, wie sie in zahlreichen Studien gezeigt wurde3 – wenngleich diese Studien nicht an Schwangeren durchgeführt wurden.
Über spezifische schwangerschaftsbezogene Vorteile lässt sich darüber hinaus nur spekulieren:
- Hautelastizität: Wenn der Bauch im Laufe der Schwangerschaft wächst, muss sich die Haut stark dehnen und permanent anpassen. Dehnungsstreifen können die Folge sein. Man weiß, dass die Kollageneinnahme die Elastizität der Haut in gewissem Maße verbessern kann3. Daher könnte Kollagen eventuell auch das Auftreten von Dehnungsstreifen reduzieren. Studien hierzu fehlen bislang.
- Gelenkschmerzen: Aufgrund von hormonellen Veränderungen, Gewichtszunahme und einer veränderten Körperhaltung leiden Schwangere häufig unter Gelenkschmerzen. Die Einnahme von Kollagen kann zumindest bei Arthrose-Patienten und Sportlern zur Reduktion von Gelenkbeschwerden führen4,5 – ob das auch für Schwangere gilt, ist ungewiss.
- Rückenschmerzen: Neben Gelenkschmerzen sind auch viele Frauen während der Schwangerschaft von Rückenschmerzen geplagt. Forschende aus Polen nennen Kollagen-Präparate als vielversprechende, ergänzende Strategie zur Behandlung von schwangerschaftsbedingten Schmerzen im unteren Rückenbereich und fordern Studien, um die Wirksamkeit und Sicherheit zu untersuchen6.
Wie viel Kollagen am Tag in der Schwangerschaft?
Da es bisher kaum Studien zur Einnahme von Kollagen während der Schwangerschaft gibt, kann auch keine pauschale Dosierempfehlung gegeben werden. Klassischerweise wird Kollagen in Mengen von etwa 2,5–15 g pro Tag eingenommen. In der erwähnten Studie wurden sogar zweimal täglich 15 g Kollagenhydrolysat eingenommen.
Die individuell optimale Dosierung kann von Faktoren wie Körpergewicht, Ernährung und Anwendungszweck abhängen. Wenn Sie sich für die Einnahme von Kollagen entscheiden und unschlüssig sind, sprechen Sie die Dosierung idealerweise mit Ihrem Arzt, Ihrer Hebamme oder einer Ernährungsfachkraft ab.
Hinweis: Kollagen ist kein „vollständiges“ Protein, da es nur wenige der essenziellen Aminosäuren enthält, bei denen während der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf besteht. Kollagenhydrolysat sollte daher nicht als Ersatz für andere Proteinquellen, sondern vielmehr als Ergänzung zu diesen betrachtet werden.
Welches Kollagen in der Schwangerschaft?
Welches Kollagen in der Schwangerschaft das Richtige ist, hängt ebenfalls von individuellen Faktoren ab. Wichtige Unterscheidungskriterien sind:
- Kollagenhydrolysat vs. natives Kollagen: Da Kollagenhydrolysat besser bioverfügbar und auch einfacher in der Einnahme ist als natives Kollagen, ist ersteres in den meisten Fällen die bessere Option.
- Die Kollagenquelle: Kollagen gibt es aus verschiedenen Quellen – am verbreitetsten sind Rinder- und Fischkollagen. Während z.B. bei einer Fischallergie Rinderkollagen zu bevorzugen ist, ist für Pescetarier Fischkollagen die bessere Wahl. Für die meisten Menschen spielt die Quelle jedoch keine wichtige Rolle.
- Kollagen mit weiteren Inhaltsstoffen: Kollagenpräparate werden häufig mit weiteren Zutaten angereichert, die die körpereigene Kollagenproduktion unterstützen oder Eigenschaften wie den Geschmack verbessern sollen. Ob dies notwendig ist, kann von Ihrem Ernährungsstatus oder persönlichen Vorlieben abhängig sein. Jedoch sollten Sie stets prüfen, ob die weiteren Zutaten in der Schwangerschaft unproblematisch sind.
Der wichtigste Punkt, wenn Sie sich in der Schwangerschaft für die Kollageneinnahme entscheiden, ist jedoch die Produktqualität. Insbesondere in einer solch sensiblen Lebensphase sollten Sie nur auf hochqualitative Produkte von seriösen Herstellern setzen, um das Risiko einer Schadstoffaufnahme auf das möglichste Minimum zu reduzieren.
Fazit: Ist Kollagen in der Schwangerschaft sinnvoll?
Die bisherige Datenlage deutet darauf hin, dass Kollagen in der Schwangerschaft grundsätzlich gut verträglich ist und keine bekannten Risiken für Mutter oder Kind bestehen. Gleichzeitig fehlen jedoch aussagekräftige Studien, die Sicherheit und Nutzen speziell bei Schwangeren eindeutig belegen. Über spezifische schwangerschaftsbezogene Vorteile z.B. hinsichtlich Dehnungsstreifen, Gelenk- oder Rückenschmerzen lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nur spekulieren. Wer Kollagen während der Schwangerschaft einnehmen möchte, sollte in jedem Fall auf hochwertige Produkte achten und die Anwendung idealerweise mit Arzt, Hebamme oder Ernährungsfachkraft abstimmen.
FAQ – Häufige Fragen zu Kollagen in der Schwangerschaft
Darf man Kollagen in der Schwangerschaft nehmen?
Grundsätzlich gilt Kollagenhydrolysat als gut verträglich und sicher, aber für die Schwangerschaft gibt es bislang nur wenige Daten. In einer kleinen Studie mit Schwangeren wurden keine auffälligen Sicherheitsprobleme berichtet. Im Idealfall sollte vor der Einnahme Rücksprache mit einem Arzt, einer Hebamme oder einer Ernährungsfachkraft gehalten werden.
Ist Kollagen Pulver während der Schwangerschaft erlaubt?
Die Entscheidung, Kollagen während der Schwangerschaft einzunehmen, ist eine individuelle Entscheidung. Es gibt bislang kaum Studien zur Wirkung und Sicherheit von Kollagen bei Schwangeren, jedoch auch keine Hinweise für negative Effekte.
Welche Vorteile hat Kollagen während der Schwangerschaft?
Mögliche Vorteile sind bisher v.a. theoretisch, da es kaum Untersuchungen zur Kollageneinnahme während der Schwangerschaft gibt. Kollagen ist biologisch wichtig für Bindegewebe, Gebärmutter und Plazenta und Studien an nicht-schwangeren Personen zeigen teils positive Effekte auf Haut und Gelenke, die in der Theorie auch für Schwangere gelten könnten.
Hilft Kollagen gegen Schwangerschaftsstreifen?
Es ist bekannt, dass Kollagenhydrolysat Hautfeuchtigkeit und Elastizität verbessern kann. Ob das in der Schwangerschaft auch zur Reduktion von Dehnungsstreifen führt, wurde bislang nicht untersucht.
Kann Kollagen in der Schwangerschaft Nebenwirkungen haben?
Im Allgemeinen gilt Kollagenhydrolysat als sehr gut verträglich. Aus den wenigen vorliegenden Daten spezifisch bei Schwangeren sind auch keine nennenswerten Nebenwirkungen von Kollagen bekannt, aber die Sicherheit in der Schwangerschaft ist bislang nicht umfassend untersucht. Praktisch relevanter sind mögliche Probleme durch das Produkt selbst, etwa unerwünschte Zusätze oder Verunreinigungen.
Kann Kollagen auch nach der Schwangerschaft unterstützen?
Die Einnahme von Kollagen nach der Schwangerschaft wird im Zusammenhang mit Haut, Bindegewebe und Regeneration diskutiert. Jedoch existieren auch hier bislang keine Studien, die einen Vorteil durch die Einnahme eindeutig belegen.
Quellen
- Baginski, Winter, et al., ‘Response to Hydrolysed Collagen Protein Supplementation in a Cohort of Pregnant and Post-Partum Women’, 2016. [Accessed: 9 June 2026].
- Shi, Lai, et al., ‘Collagen at the maternal-fetal interface in human pregnancy’, Int. J. Biol. Sci., vol. 16, no. 12, pp. 2220–2234, 2020. [Accessed: 9 June 2026].
- de Miranda, Weimer, et al., ‘Effects of hydrolyzed collagen supplementation on skin aging: a systematic review and meta-analysis’, Int. J. Dermatol., vol. 60, no. 12, pp. 1449–1461, Dec. 2021. [Accessed: 12 January 2024].
- Martínez-Puig, Costa-Larrión, et al., ‘Collagen Supplementation for Joint Health: The Link between Composition and Scientific Knowledge’, Nutrients 2023, Vol. 15, Page 1332, vol. 15, no. 6, p. 1332, Mar. 2023. [Accessed: 11 January 2024].
- Khatri, Naughton, et al., ‘The effects of collagen peptide supplementation on body composition, collagen synthesis, and recovery from joint injury and exercise: a systematic review’, Amino Acids, vol. 53, no. 10, p. 1493, Oct. 2021. [Accessed: 10 January 2024].
- Mazur, Herian, et al., ‘Alleviating back pain in pregnancy: Th e role of Alleviating back pain in pregnancy: Th e role of collagen supplementation collagen supplementation’. [Accessed: 9 June 2026].