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Kollagen für Gelenke: Bessere Gelenkfunktion und weniger Schmerzen?

zuletzt aktualisiert: 24.08.2026
Lesedauer: 8 Min
von der Lebenskraftpur Redaktion
Kollagen für Gelenke: Bessere Gelenkfunktion und weniger Schmerzen?

Unsere Gelenke leisten täglich Schwerstarbeit – sei es beim Sport, beim Heben von Einkäufen oder einfach beim Gehen. Damit sie gesund und schmerzfrei funktionieren, braucht es gesunde Knorpel und ein belastbares Bindegewebe. Eine zentrale Rolle spielt dabei Kollagen – das wichtigste Strukturprotein im Körper. Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich derzeit intensiv damit, ob und inwieweit die Einnahme von Kollagen – insbesondere in Form von Kollagenhydrolysat – einen Beitrag zur Unterstützung der Gelenkgesundheit leisten kann.

Inhaltsverzeichnis


Kollagen für Gelenke – Das Wichtigste in Kürze

  • Kollagen als Strukturprotein ist essenziell für die Gelenkgesundheit, da es ein Hauptbestandteil von Knorpel, Knochen und anderem Bindegewebe ist. Mit zunehmendem Alter sinkt die körpereigene Kollagenproduktion.
  • Studien beschäftigen sich mit der Frage, ob die Einnahme von Kollagenhydrolysat bei Sportlern mit Gelenkbeschwerden sowie bei Arthrose-Patienten Gelenkschmerzen lindern oder die Gelenkfunktion verbessern könnte.
  • Kollagenhydrolysat ist besonders gut verwertbar und enthält die Aminosäuren, aus denen auch das körpereigene Kollagen aufgebaut ist.
  • Die typischen Dosierungen in Studien liegen zwischen 5 und 15 g pro Tag über mindestens 3-6 Monate. Die langfristige Einnahme ist dabei besonders wichtig.

Welche Bedeutung hat Kollagen für Gelenke?

Kollagen ist das häufigste Protein im menschlichen Körper. Es verleiht der Haut, den Knochen und Sehnen sowie auch Knorpeln Stabilität und Flexibilität. Daher ist dieses wichtige Strukturprotein von Bedeutung für gesunde Gelenke, also bewegliche Verbindungen von mindestens zwei Knochen. Die Gelenkflächen der Knochen sind dabei mit Knorpel überzogen und von einer Gelenkkapsel umschlossen – allesamt Gewebe, die zu großen Teilen aus Kollagen bestehen.

Abb. 1: Schematische Darstellung des Gelenk-Aufbaus

Daher liegt die Frage nahe, ob sich die Einnahme von Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kollagenhydrolysat positiv auf die Gelenkgesundheit auswirken kann. Damit hat sich auch schon die Wissenschaft beschäftigt. Denn im Alter nimmt die Kapazität der körpereigenen Kollagenproduktion bzw. der Kollagengehalt im Körper merklich ab – wie es z.B. aus der Hautforschung bekannt ist1.

Für die Unterstützung der körpereigenen Kollagenproduktion und somit die Gesunderhaltung der Gelenke sind v.a. Sport und eine gesunde Ernährung entscheidend. Darüber hinaus enthält Kollagenhydrolysat eben jene Aminosäure-Bausteine, aus denen das Strukturprotein Kollagen besteht.


Gut zu wissen: Was ist Kollagenhydrolysat?

Kollagenhydrolysat ist als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Dabei handelt es sich um Kollagen-Proteine, die mithilfe von Enzymen (sog. Hydrolasen) in kurze Aminosäure-Ketten (Peptide) aufgespalten wurden. Damit ist das Kollagen sozusagen „vorverdaut“ und kann im Magen-Darm-Trakt deutlich einfacher verwertet werden. Im Dünndarm wird das Kollagen entweder als einzelne Aminosäuren oder in Form kurzer Peptide (bestehend aus 2-3 verbundenen Aminosäuren) aufgenommen. Über den Blutkreislauf werden diese verteilt und stehen an den Zielorten (z.B. der Haut) für die körpereigene Kollagenbildung zur Verfügung.

Eine systematische Übersichtsarbeit hat sich mit der Frage beschäftigt, inwiefern Kollagenhydrolysat-Supplemente bei Freizeitsportlern und körperlich aktiven Personen mit bestimmten Aspekten der Gelenkgesundheit in Zusammenhang stehen könnten. Bei der Zusammenfassung der Ergebnisse von 5 Studien konnten die Autoren folgende Beobachtungen machen2:

  • Verringerung von Gelenkbeschwerden und Knieschmerzen
  • Verbesserung der Knöchel- und Kniefunktionalität
  • Beschleunigte Erholung nach einer Achillessehnenerkrankung

In den zugrunde liegenden Studien wurde Kollagenhydrolysat in Dosierungen von 5 g, 10 g und 40 g pro Tag über eine Dauer von 3-6 Monaten verwendet. Auch eine weitere Untersuchung an jungen und körperlich aktiven Erwachsenen mit sportbedingten Knieschmerzen deutet auf Verbesserungen durch die Kollagen-Einnahme hin3.

Doch kann Kollagenhydrolysat eventuell sogar bei krankhaften Veränderungen der Gelenke eine mögliche therapeutische Unterstützung darstellen?

Hilft Kollagen bei Arthrose?

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit und allein in Deutschland leiden mehrere Millionen Menschen unter dieser Krankheit (vgl. Abb. 2)4. Da Kollagen ein wichtiger Bestandteil der Gelenke ist, wird es in der Forschung als möglicher unterstützender Ansatz bei Arthrose diskutiert.

Abb. 2: Anteil der Erwachsenen mit Arthrose in Deutschland


Gut zu wissen: Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der sich der Knorpel in den Gelenken nach und nach abnutzt. Dieser Knorpel wirkt normalerweise wie ein Puffer zwischen den Knochen – wenn er sich abbaut, reiben die Knochen direkt aufeinander, was zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und manchmal auch Entzündungen führt.

Eine Meta-Analyse über 11 Studien mit insgesamt 870 Teilnehmern hat sich damit befasst, welche Daten bisher zur Einnahme von Kollagen bei Personen mit diagnostizierter (leichter bis moderater) Kniearthrose vorliegen. Folgende Endpunkte wurden untersucht: Funktionalität der Gelenke sowie die Stärke der Schmerzen. Durch die Einnahme von Kollagen über mehrere Wochen bis Monate hinweg konnten die Autoren Unterschiede zwischen der Kollagen- und Placebogruppe feststellen5.

Dabei erklären die Wissenschaftler in ihrer Arbeit auch, warum die Suche nach unterstützenden Optionen zur medikamentösen Therapie so bedeutend ist:

„Der primäre Ansatz zur Behandlung der Knie-Arthrose umfasst in der Regel den Einsatz von NSAIDs [eine bestimmte Medikamentengruppe] zur Schmerzlinderung. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass NSAIDs weder den natürlichen Verlauf der Krankheit verändern noch die Funktionalität des Knies verbessern. Darüber hinaus kann die Verwendung von NSAIDs zu unerwünschten Wirkungen führen […].“ – Simental-Mendía et al. [5]

Welches Kollagen ist am besten geeignet?

Präparate mit Kollagen-Peptiden bzw. Kollagenhydrolysat gibt es wie Sand am mehr. Aspekte, auf die es dabei wirklich ankommt, sind folgende:

  • Reinheit und Qualität: Hochwertige Kollagenpräparate sollten stets Laboranalysen aufweisen, die die Qualität und Reinheit des Präparats bestätigen. Wenn Sie Wert auf eine möglichst ethische Tierhaltung legen, sollten Sie auch auf entsprechende Zertifikate und Stichworte wie z.B. Weidehaltung achten.
  • Marine vs. bovine Quelle: Kollagenpräparate werden meist aus Rind (bovin) oder Fisch (marin) gewonnen. Beide Varianten sind hervorragende Kollagen-Quellen und bringen gewisse Vorteile mit sich. So weisen marine Kollagenpräparate meist eine herausragende Bioverfügbarkeit auf, dagegen ist Rinder-Kollagen kostengünstiger und kann so auch bei limitiertem Budget die Kollagenversorgung sicherstellen.
  • Pulver vs. Kapseln: Kollagenpulver sind i.d.R. deutlich alltagstauglicher als Kapseln, da Kollagen im Grammbereich eingenommen werden sollte. Hochwertiges Kollagenpulver hat darüber hinaus einen relativ neutralen Geschmack und kann somit einfach in verschiedene Getränke oder Speisen untergerührt werden.

Interessant zu wissen: Aus der Sicht unserer Experten sind bei Kollagenhydrolysat die ursprünglichen Kollagentypen nicht von Bedeutung, da sie alle eine sehr ähnliche Aminosäurezusammensetzung aufweisen. Für das Endprodukt Kollagenhydrolysat spielt die ursprüngliche Form der einzelnen Kollagenstränge keine Rolle mehr, da sie komplett aufgelöst und in kurze Einheiten (Peptide oder freie Aminosäuren) gespalten werden. So sind in allen Kollagenverbindungen die wertvollen Aminosäuren Glycin, Prolin und Hydroxyprolin sowie auch die weiteren Aminosäuren in vergleichbaren Mengen enthalten.

Fazit: Welche Bedeutung hat Kollagen für Gelenke?

Kollagen spielt eine Schlüsselrolle für funktionsfähige Gelenke, da es als Strukturprotein ein wesentlicher Bestandteil von Knorpel und anderem Bindegewebe ist. Studien legen nahe, dass Kollagenhydrolysat für sportlich aktive Menschen interessant sein kann, und auch bezüglich Arthrose liegen bereits Ergebnisse aus einer Meta-Analyse vor. Daher kann die Einnahme eines hochwertigen Kollagenpulvers eine sinnvolle Ergänzung zur Bewegung und ausgewogenen Ernährung darstellen.

FAQ – Häufige Fragen zu Kollagen für Gelenke

Welches Kollagen wird in Studien für die Gelenke eingenommen?

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In der Forschung werden v.a. zwei Formen von Kollagen bei Gelenkbeschwerden untersucht: Kollagenhydrolysat (Kollagenpeptide) und natives Kollagen Typ II. Beide wurden in Studien mit positiven Effekten in Verbindung gebracht – allerdings über unterschiedliche Wirkmechanismen.
Kollagenhydrolysat wird enzymatisch aufgespalten und liefert dem Körper gut verfügbare Aminosäuren und Peptide, die den Knorpelaufbau und die Kollagensynthese fördern können.

Natives Kollagen hingegen scheint das Immunsystem zu beeinflussen und könnte somit gewisse antientzündliche Effekte aufweisen. Für die gezielte Unterstützung der Gelenke im Alltag steht jedoch Kollagenhydrolysat im Vordergrund – insbesondere wegen seiner guten Verträglichkeit, einfachen Anwendung und breiten Studienlage.

Hilft Kollagen wirklich den Gelenken?

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Die wissenschaftliche Forschung untersucht derzeit, inwiefern die Einnahme von Kollagen – insbesondere von Kollagenhydrolysat – mit verschiedenen Aspekten der Gelenkgesundheit in Zusammenhang stehen könnte. Mehrere Studien und Meta-Analysen haben dazu erste, vielversprechende Daten bei sportlich aktiven Menschen sowie bei Personen mit leichter bis moderater Arthrose erhoben.

Wie lange wird Kollagen in Studien für die Gelenke eingenommen?

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Die meisten Studien zeigen Effekte bei einer Einnahmedauer von mindestens 3-6 Monaten. Kollagen ist dabei keine kurzfristige Lösung, sondern entfaltet seine Effekte über die Zeit – eine langfristige Einnahme wird empfohlen, um davon zu profitieren.

Wie viel Kollagen am Tag wird in Studien für die Gelenke eingenommen?

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Die typischen Dosierungen in Studien liegen zwischen 5 und 15 g pro Tag – teils sogar bis zu 40 g bei bestimmten Belastungen oder Beschwerden. Die ideale Dosierung ist dabei von Faktoren wie Körpergewicht, Art des Kollagenpräparats und dem erwünschten Effekt abhängig.

Wie schnell zeigen sich bei Studien zu Kollagen für die Gelenke Unterschiede zwischen der Kollagen- und Placebo-Gruppe?

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Erste Effekte können nach wenigen Wochen erwartbar sein, abhängig von der individuellen Ausgangssituation und Dosierung. Die vollumfänglichen Effekte entfalten sich jedoch meist nach mehreren Monaten regelmäßiger Einnahme – Geduld zahlt sich hier aus.

Quellen

  1. Russell-Goldman and Murphy, ‘The Pathobiology of Skin Aging: New Insights into an Old Dilemma’, Am J Pathol, vol. 190, no. 7, pp. 1356–1369, Jul. 2020. [Accessed: 9 January 2024].
  2. Khatri, Naughton, et al., ‘The effects of collagen peptide supplementation on body composition, collagen synthesis, and recovery from joint injury and exercise: a systematic review’, Amino Acids, vol. 53, no. 10, p. 1493, Oct. 2021. [Accessed: 10 January 2024].
  3. Zdzieblik, Brame, et al., ‘The Influence of Specific Bioactive Collagen Peptides on Knee Joint Discomfort in Young Physically Active Adults: A Randomized Controlled Trial’, Nutrients 2021, Vol. 13, Page 523, vol. 13, no. 2, p. 523, Feb. 2021. [Accessed: 10 April 2025].
  4. GBE – Arthrose: Prävalenz (ab 18 Jahre). [Accessed: 10 Apr. 2025].
  5. Simental-Mendía, Ortega-Mata, et al., ‘Effect of collagen supplementation on knee osteoarthritis: an updated systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials’, Clin Exp Rheumatol, Mar. 2024. [Accessed: 10 April 2025].
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