Inhaltsverzeichnis
- Was sind Gewürznelken?
- Herkunft und Botanik von Gewürznelken
- Inhaltsstoffe von Gewürznelken
- Verwendung von Gewürznelken
- Mögliche Nebenwirkungen von Gewürznelken und weitere Hinweise
Was sind Gewürznelken?
Gewürznelken bzw. kurz Nelken sind die aromatisch duftenden und scharf schmeckenden Blütenknospen des Gewürznelkenbaums. Ursprünglich kommt der bis zu 20 Meter hohe Baum aus dem südostasiatischen Raum und ist auf den Molukken und Philippinen beheimatet. Mit den Arabern kam die Gewürznelke im 4. Jh. n. Chr. nach Europa und wurde schnell wichtiger Bestandteil der Heilkunde. Heute sind Nelken auch als Küchengewürz beliebt. Die intensiv riechenden Blütenknospen sind reich an ätherischem Öl und sekundären Pflanzenstoffen.
Herkunft und Botanik von Gewürznelken
Der Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum) ist ein immergrüner Baum aus der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Er kann in seiner Heimatregion zwischen 10 und 20 Meter hoch werden und trägt ganzrandige, ledrige Blätter sowie in Schirmrispen angeordnete gelblich-weiße Blüten.
Für die Gewinnung von Gewürznelken werden die noch geschlossenen Blütenknospen geerntet und getrocknet, wobei sie sich dunkelbraun verfärben. Da ihre Form an kleine Nägel erinnert, werden sie auch „Gewürznägelein“ genannt. Zudem leitet sich die Bezeichnung „Nelke“ vom mittelniederdeutschen „negelken“ ab, was so viel wie „Nägelchen“ bedeutet.
Ursprünglich stammt die Pflanze von den Molukken (Indonesien) und Philippinen. Heute zählen neben Indonesien insbesondere Madagaskar, Tansania, die Komoren und Sri Lanka zu den wichtigsten Anbauländern.
Inhaltsstoffe von Gewürznelken
Gewürznelken bestehen zu einem erheblichen Anteil (etwa 15-20 %) aus ätherischem Öl. Hauptkomponente dieses Öls ist Eugenol, das auch im Zimt vorkommt. Die phenolische Verbindung ist für das typische Aroma und den charakteristischen, im Mund leicht betäubenden Effekt verantwortlich. Neben dem ätherischen Öl enthalten Nelken
- Gerbstoffe,
- Flavonoide,
- Triterpene und
- weitere Inhaltsstoffe.
Diese Zusammensetzung und der hohe Anteil an ätherischem Öl sind für den typisch aromatisch-süßen Geruch, den würzig-warmen bis scharf-brennenden Geschmack sowie die wertvollen Eigenschaften von Gewürznelken verantwortlich.
Verwendung von Gewürznelken
Gewürznelken wurden bereits 1500 v. Chr. in einem Buch des Ayurveda erwähnt. Im 4. Jh. wurden sie von den Arabern nach Europa gebracht, wo sie schnell wichtiger Bestandteil der damaligen Heilkunde wurden.
Heute wird die Gewürznelke in der Küche, in der Pflanzenheilkunde sowie für Körperpflegeprodukte auf verschiedenste Art und Weise genutzt, z.B. als:
- Küchengewürz (ganz oder gemahlen)
- Ätherisches Öl
- Mundwasser
- Bestandteil von Salben
- Extrakt in Nahrungsergänzungsmitteln
In der Küche können die kleinen, aber intensiven Knospen – vorsichtig dosiert – vielfältig verwendet werden und setzen dabei aromatisch-charakteristische Akzente. Beliebt ist v.a. der Einsatz in Wintergerichten und zur Weihnachtszeit, z.B. in
- Soßen,
- Fleischgerichten,
- Rotkohl,
- Lebkuchen oder
- Spekulatius.
Zudem sind Nelken häufiger Bestandteil von Currypulver oder traditionellen Gewürzmischungen wie Garam Masala aus dem Ayurveda.
Mögliche Nebenwirkungen von Gewürznelken und weitere Hinweise
Bei üblichem Gebrauch als Küchenwürzmittel gelten Gewürznelken allgemein als gut verträglich. Aufgrund des hohen Gehalts an ätherischem Öl und Eugenol können jedoch bei empfindlichen Personen oder bei sehr hohen Mengen unerwünschte Effekte wie Magen-Darm-Beschwerden oder Reizungen im Mund- und Rachenraum auftreten.
Besondere Vorsicht ist bei der Verwendung von reinem Nelkenöl geboten: Es ist hochkonzentriert und sollte nicht unverdünnt eingenommen oder großflächig auf die Haut aufgetragen werden, da es sonst zu Kontaktdermatitis oder Schleimhautreizungen kommen kann1.
Quellen
- Bäumler, Heilpflanzen Praxis heute, 2nd ed. München: Elsevier GmbH, 2013.