Ubiquinol oder Ubiquinon – was ist besser?

Lebenskraftpur klärt auf Mikronährstoffe
Ubiquinol oder Ubiquinon – was ist besser?
zuletzt aktualisiert: 29.05.2026
Lesedauer: 7 Min
von der Lebenskraftpur Redaktion
Ubiquinol oder Ubiquinon – was ist besser?

Ubiquinol oder Ubiquinon – was ist besser?

Ubiquinol oder Ubiquinon – welche Form von Coenzym Q10 ist die bessere Wahl? Beide Varianten spielen eine wichtige Rolle für die Energieproduktion in den Mitochondrien und den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress. Doch obwohl Ubiquinol oft als „aktive“ Form beworben wird, zeigt die Forschung ein differenzierteres Bild: Entscheidend ist nicht nur die Molekülform, sondern v.a. die Formulierung, die Dosierung und die individuelle Situation. In diesem Beitrag erfahren Sie, worin sich Ubiquinol und Ubiquinon unterscheiden, welche Gemeinsamkeiten sie haben und worauf es bei der Auswahl eines hochwertigen Coenzym-Q10-Präparats wirklich ankommt.

Inhaltsverzeichnis


Ubiquinol oder Ubiquinon – Das Wichtigste in Kürze

  • Coenzym Q10 spielt eine zentrale Rolle bei der Energieproduktion in den Mitochondrien und wirkt gleichzeitig als Antioxidans.
  • Ubiquinon ist die oxidierte, Ubiquinol die reduzierte Form von Coenzym Q10. Beide Formen werden im Körper fortlaufend ineinander umgewandelt.
  • Ubiquinol zeigt in einigen Studien eine höhere Bioverfügbarkeit, andere Studien finden jedoch keine klaren Unterschiede.
  • Ubiquinon ist chemisch stabiler und daher günstiger, gilt als Standardform in der wissenschaftlichen Forschung und ist daher besser untersucht.
  • Entscheidend ist weniger die Wahl zwischen Ubiquinol oder Ubiquinon, sondern vielmehr die Formulierung des Produkts, eine ausreichende Dosierung sowie die Einnahme zu einer fetthaltigen Mahlzeit.

Was ist Coenzym Q10?

Coenzym Q10 ist ein fettlöslicher, vitaminähnlicher Stoff, der in allen Zellen des Menschen vorkommt. Er besitzt eine strukturelle Ähnlichkeit mit den beiden Vitaminen K und E, kann im Gegensatz zu Vitaminen jedoch vom Körper selbst aus Tyrosin und Mevalonsäure gebildet werden.

Vor allem in den Mitochondrien spielt Coenzym Q10 eine zentrale Rolle bei der Energieproduktion, weil er an der Bildung von Adenosintriphosphat (ATP) beteiligt ist – also an der Energie, die unsere Zellen direkt nutzen können. Gleichzeitig wirkt Coenzym Q10 als körpereigenes Antioxidans und kann freie Radikale in Zellmembranen und anderen Fettstrukturen abfangen.

Besonders wichtig ist Coenzym Q10 für Organe mit hohem Energiebedarf, etwa Herz, Leber, Nieren und die Muskulatur, weil dort sehr viel ATP benötigt wird. Mit zunehmendem Alter können die körpereigenen Coenzym-Q10-Spiegel jedoch sinken. Dann kann über eine externe Zufuhr nachgeholfen werden, etwa durch Q10-reiche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel.

Die zusätzliche Einnahme von Coenzym Q10 wird in der Wissenschaft bezüglich zahlreicher Anwendungsgebiete untersucht, wie z.B.:

  • Stoffwechsel-Gesundheit
  • Herz-Kreislauf-Gesundheit
  • Migräne
  • Depressionen

Sowohl im Körper als auch in Nahrungsergänzungsmitteln kommt Coenzym Q10 entweder als Ubiquinol oder als Ubiquinon vor.

Was ist der Unterschied zwischen Ubiquinon und Ubiquinol?

Ubiquinon und Ubiquinol sind zwei Formen von Coenzym Q10:

  • Ubiquinon ist die oxidierte Form,
  • Ubiquinol ist die reduzierte Form.

Auf chemischer Ebene sind sie weitgehend gleich und besitzen die gleiche Grundstruktur, unterscheiden sich aber v.a. in ihrer Fähigkeit, Elektronen zu übertragen. Das bedeutet:

  • Ubiquinon kann Elektronen aufnehmen,
  • Ubiquinol kann sie abgeben.

Im Körper liegt jedoch keine strikte Trennung vor, da beide Formen als sog. Redox-Paar ständig ineinander übergehen – also reduziert und oxidiert werden – und gemeinsam an der Energiegewinnung in den Mitochondrien beteiligt sind. Als Antioxidans und Radikalfänger fungiert v.a. das „aktive“ Ubiquinol.


Interessant zu wissen: Neben dem oxidierten Ubiquinon und dem reduzierten Ubiquinol existiert auch noch die Zwischenform des „halb oxidierten“ Semiquinons. Dieses entsteht im menschlichen Körper jedoch nur kurzzeitig als Zwischenstufe bei der Umwandlung von Ubiquinon in Ubiquinol und umgekehrt.

Was ist besser: Ubiquinol oder Ubiquinon?

Ubiquinon und Ubiquinol gehören, wie bereits erklärt, zum gleichen Redox-System und werden im Körper fortlaufend ineinander umgewandelt. Welche Form „besser“ ist, lässt sich deshalb nicht pauschal sagen.

Ubiquinol

  • Ubiquinol wird zwar oft als „aktiveForm vermarktet und zeigt in einigen Studien eine höhere Bioverfügbarkeit1, doch andere Untersuchungen fanden keinen klaren Unterschied zwischen beiden Formen2.
  • Ein Nachteil von Ubiquinol dagegen ist, dass es durch seine Fähigkeit Elektronen abzugeben auch chemisch instabiler ist und daher meist aufwändiger geschützt werden muss, z.B. durch innovative Technologien – was es auch deutlich teurer macht als Ubiquinon.

Ubiquinon

  • Bei Ubiquinon kann eine passende Formulierung und eine höhere Dosierung des Präparates die potenziell schlechtere Bioverfügbarkeit daher womöglich ausgleichen.
  • Zudem gilt Ubiquinon als die Standardform in der wissenschaftlichen Forschung und ist demnach besser untersucht.

Studien zeigen außerdem, dass Coenzym Q10 nach der Supplementierung ohnehin v.a. als Ubiquinol im Blut vorliegt, selbst wenn es als Ubiquinon eingenommen wird3. Entscheidend für die Aufnahme ist außerdem weniger nur die Molekülform als vielmehr die spezielle Formulierung des Präparats, die Fettlöslichkeit von Coenzym Q10 und individuelle Faktoren wie Alter oder Medikamenteneinnahme.


Tipp: Aufgrund der Fettlöslichkeit von Coenzym Q10 sollte es zu einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden, um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen.

Für den Alltag heißt das: Setzen Sie auf ein hochwertiges Produkt mit einer durchdachten Formulierung sowie einer ausreichenden Dosierung – ob Ubiquinon oder Ubiquinol ist zweitrangig – und nehmen Sie dieses zu einer fetthaltigen Mahlzeit ein.

Ubiquinon vs. Ubiquinol: Wer profitiert tendenziell wovon?

Dennoch fragen sich viele Menschen, ob sie in ihrem individuellen Fall eher von Ubiquinol oder von Ubiquinon profitieren. Nach aktuellem Forschungsstand gibt es auch darauf keine pauschale Antwort: Ubiquinol zeigt in einigen Studien Vorteile bei der Bioverfügbarkeit für bestimmte Personengruppen, während andere Untersuchungen keinen klaren Unterschied finden.

Während Ubiquinon als stabile, gut untersuchte Standardform für die meisten Menschen sinnvoll sein kann, lässt sich spekulieren, ob Ubiquinol eventuell für Menschen mit

  • höherem oxidativem Stress,
  • stark erhöhtem Alter oder
  • eingeschränkter Umwandlungsleistung (z.B. aufgrund von Erkrankungen)

besser geeignet sein könnte, weil die reduzierte Form direkt mit der antioxidativen Rolle von Coenzym Q10 verbunden ist.


Interessant zu wissen: Das Ubiquinol-zu-Ubichinon-Verhältnis kann als Indikator zur Messung der Reaktion des Körpers auf oxidativen Stress genutzt werden. Niedrige Ubiquinol-Werte bei hohen Ubichinon-Werten können auf eine ineffiziente Umwandlung zwischen den beiden hinweisen, was zudem möglicherweise auf eine verminderte antioxidative Aktivität des Körpers hindeutet4.

Fazit: Ubiquinol oder Ubiquinon – was ist besser?

Die Frage „Ubiquinol oder Ubiquinon?“ lässt sich wissenschaftlich nicht pauschal beantworten. Beide Formen von Coenzym Q10 erfüllen im Körper wichtige Funktionen und werden fortlaufend ineinander umgewandelt. Während Ubiquinol für bestimmte Personengruppen Vorteile bieten könnte, überzeugt Ubiquinon durch Stabilität, eine gute Studienlage und einen günstigeren Preis. Entscheidend ist daher weniger, ob Sie Ubiquinol oder Ubiquinon wählen, sondern vielmehr die Formulierung des Produkts, eine ausreichende Dosierung sowie die Einnahme zu einer fetthaltigen Mahlzeit.


FAQ – Häufige Fragen zu Ubiquinol und Ubiquinon

Was ist der Unterschied zwischen Coenzym Q10, Ubiquinol und Ubiquinon?

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Coenzym Q10 ist der Oberbegriff für den vitaminähnlichen Stoff, der natürlicherweise im Körper vorkommt und auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten wird. Ubiquinon ist die oxidierte Form, Ubiquinol die reduzierte Form von Coenzym Q10. Beide Formen sind miteinander verbunden und werden im Körper – z.B. im Rahmen der Energiegewinnung in den Mitochondrien – fortlaufend ineinander umgewandelt.

Ist Ubiquinol besser als Ubiquinon?

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Nicht pauschal. Ubiquinol zeigt in einigen Studien eine höhere Bioverfügbarkeit, andere Studien finden keinen klaren Unterschied; Ubiquinon ist dagegen stabiler und auch günstiger. Entscheidender ist vermutlich die Formulierung des Produkts, eine ausreichende Dosierung und die Einnahme zu einer fetthaltigen Mahlzeit.

Welches Q10 hat die beste Bioverfügbarkeit?

Antwort ein- oder ausklappen

Ubiquinol zeigt in Studien tendenziell eine bessere Bioverfügbarkeit, jedoch ist Ubiquinon stabiler und günstiger, weshalb eine höhere Dosierung den Nachteil in der Bioverfügbarkeit vermutlich kompensieren kann. Eine endgültige Antwort lässt sich auf diese Frage jedoch bislang nicht geben, da die Bioverfügbarkeit auch von der jeweiligen Formulierung des Präparates, der Einnahme zu einer Mahlzeit sowie individuellen Faktoren wie Alter oder Krankheit abhängig ist.

Welches Q10 für ältere Menschen?

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Für ältere Menschen können sowohl Präparate mit Ubiquinol als auch mit Ubiquinon sinnvoll sein. Da die Coenzym-Q10-Biosynthese im Alter abnimmt und die Aufnahme individuell schwankt, ist meist ein gut formuliertes Produkt mit ausreichender Dosierung wichtiger als die reine Form.

Quellen

  1. Zhang, Liu, et al., ‘Ubiquinol is superior to ubiquinone to enhance Coenzyme Q10 status in older men’, Food Funct., vol. 9, no. 11, pp. 5653–5659, Nov. 2018. [Accessed: 21 May 2026].
  2. Liang, Zhao, et al., ‘Effects of coenzyme Q10 supplementation on glycemic control: A GRADE-assessed systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials’, EClinicalMedicine, vol. 52, p. 101602, Oct. 2022. [Accessed: 21 May 2026].
  3. Pravst, Aguilera, et al., ‘Comparative Bioavailability of Different Coenzyme Q10 Formulations in Healthy Elderly Individuals’, Nutrients, vol. 12, no. 3, Mar. 2020. [Accessed: 21 May 2026].
  4. Zhang, Yang, et al., ‘Effectiveness of Coenzyme Q10 Supplementation for Type 2 Diabetes Mellitus: A Systematic Review and Meta-Analysis’, Int. J. Endocrinol., vol. 2018, p. 6484839, 2018. [Accessed: 21 May 2026].
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