Xylit – Die positiven Eigenschaften für gesunde Zähne

Inhaltsverzeichnis

Kurzportrait Xylit

Xylit oder auch Xylitol ist ein Zuckeralkohol, also eine Verbindung, die chemisch gesehen zu den Alkoholen zählt. Dabei rufen die Zuckeralkohole jedoch keinerlei Alkoholeffekte hervor und können auch von Menschen, die keinen Alkohol zu sich nehmen dürfen, verzehrt werden.

Traditionell wird Xylitol aus Birken und Buchen gewonnen, was ihm auch den Namen Birkenzucker einbrachte. Als qualitativ gleichwertig ist aber auch der Xylit aus biologisch angebautem Mais zu sehen, wenn dieser garantiert gentechnikfrei ist.

Xylitol schmeckt und sieht auch so aus wie gewöhnlicher Haushaltszucker, liefert dabei aber nur die Hälfte an Kalorien. Außerdem wird er im Körper langsamer abgebaut und beeinfluss daher den Blutzucker nur geringfügig. Er hat einen Glykämischen Index (GI) von 11 wobei Glucose mit einem GI von 100 angegeben wird4.

Wissenschaftliche Belege zur Effektivität von Xylit in der Zahnpflege

Mehrere Studien konnten belegen, dass Xylit sowohl das Wachstum von schädlichen, kariesfördernden Bakterien hemmt als auch den pH-Wert des Speichels aktiv erhöht. Auch in der Kariesprophylaxe bei Kindern hatte Xylit, wenn es prophylaktisch von der Mutter eingenommen wurde, positive Effekte.

Xylit erhöht den Speichel pH-Wert

Spanische Forscher der Universität Murcia untersuchten die Effekte von Xylit Lutschkristallen auf den Speichel. Dazu setzten sie eine künstliche Speichellösung an und ließen die Kristalle darin auflösen.

Bei einer Umgebungstemperatur von 35 °C stieg der pH-Wert innerhalb von 8 Minuten (in denen sich der Lutschkristall auflöste) von 6,75 auf 8,8 an. Wobei er in der Vergleichsprobe ohne Xylit konstant bei einem Wert von 7,25 bis 7,6 blieb5.

Durch das aktive Anheben des Speichel pH-Werts, kann Xylit das Herauslösen von Mineralien aus der Zahnoberfläche und damit die Schädigung der Zähne verhindern.

Hochsignifikante Reduktion von Karies durch Xylit als Zucker-Ersatz

Bereits in den 1970er Jahren starteten die Zuckerstudien an der finnischen Universität in Turku. Dort wurden zunächst zwei Studien ausgewertet, die sich mit dem Effekt von Xylit auf die Zahngesundheit auseinandersetzten.

Studienbedingungen der Zuckeraustausch-Studie

In der ersten Studie wurden 115 Teilnehmer in drei Gruppen unterteilt: eine Saccharose-Gruppe (umgangssprachlich Haushaltszucker oder Kristallzucker genannt), die ihre täglichen Mahlzeiten mit Saccharose zubereiteten. Eine Gruppe, die komplett auf Fructose (Fruchtzucker) umstellte und eine Gruppe, die als einziges Süßungsmittel Xylit verwenden durfte. Alle Gruppen verzehrten rund 50-67 g pro Tag ihres Süßungsmittels.

Ergebnisse der Zuckeraustausch-Studie

Nach zwei Jahren wurden die Zähne der Teilnehmer untersucht. Nach der Studie konnte eine Kariesreduktion von 30 % beim Verzehr von Fructose und von über 85 % beim Einsatz von Xylitol festgestellt werden. Als Referenz diente die Gruppe, die den Haushaltszucker verwendete.

Zum Vergleich wurde der DMFS-Index herangezogen, über den bewertet wird, ob die Zähne eines Teilnehmers in irgendeiner Weise zerstört wurden, fehlten oder zahnärztlich repariert werden mussten.

Die Saccharose-Gruppe nahm um 7,2 und die Fructose-Gruppe um 3,8 Index-Punkte zu. Für die Xylit-Gruppe wurde ein Wert von 0,0 festgestellt. Das bedeutet, dass dort weder Zahnschäden aufgetreten waren noch Reparaturen an den Zähnen durchgeführt werden mussten6.

Xylit Kaugummis reduzierten die Karieszuwachsrate

Auf Grund der positiven Ergebnisse der ersten Xylitol-Studie startete die Forschergruppe eine zweite Versuchsreihe.
Dafür wurden in einem Zeitrahmen von einem Jahr rund 100 Personen in zwei Gruppen aufgeteilt. Sie erhielten täglich Kaugummis, die entweder Saccharose oder Xylit enthielten, mit jeweils einer Gesamt-Tagesmenge von rund 7 g.

Ergebnisse der Xylit-Kaugummi-Studie

Im Vergleich zur Saccharose-Gruppe war bei den Xylit-Teilnehmern die Karieszuwachsrate um mehr als 82 % geringer [6]. Da in beiden Gruppen Kaugummis gekaut wurden, kann ausgeschlossen werden, dass der Effekt nur auf Grund des Kauens erzielt wurde. Die Studie zeigte, dass bereits geringe Mengen an Xylit ausreichten, um einen kariesreduzierenden Effekt zu erzielen und nicht die Gesamtmenge an Süßungsmitteln auf Xylit umgestellt werden müssen.

Xylit für die Kariesprophylaxe bei Kindern

Auch bei der Kariesprophylaxe bei Kindern kann Xylit eine hilfreiche Unterstützung sein. Kinder erhalten erst über den Speichel der Eltern die kariesverursachenden Bakterien. Eine finnische Studie untersuchte den Karieszustand bei Kindern, deren Mütter regelmäßig Xylitol-Kaugummis kauten.

Im Alter von zwei Jahren und auch später im Alter von fünf Jahren traten bei ihnen rund 70 % weniger Kariesschäden auf als bei Kindern aus Vergleichsgruppen, in denen die Mütter andere antibakterielle Behandlungen mit Chlorhexidin oder zahnschmelzstärkende Behandlungen mit Fluorid erhielten3, 7.

Xylit hungert säurebildende Bakterien aus

Die kariesreduzierenden Effekte des Xylits wurden dadurch erklärt, dass säurebildende Bakterien wie Streptococcus mutans das Xylit nicht verstoffwechseln können und damit ausgehungert werden. Die Bakterien nehmen den Xylit zwar auf, sind jedoch nicht in der Lage daraus Energie zu gewinnen. Somit führt eine längere Aussetzung mit Xylit dazu, dass sie absterben und sich auch nicht mehr vermehren können.

Säure ist für die Schädigung der Zähne verantwortlich

Wenn weniger säureproduzierende Bakterien im Mundraum sind, bleibt der pH-Wert stabiler im neutralen Bereich. In diesem werden weniger Mineralien aus dem Zahnschmelz herausgelöst, bzw. es bleibt ein Gleichgewicht zwischen Herauslösen und Wiedereinbauen (Remineralisieren) über den Speichel bestehen.

Erst in einem sauren pH-Bereich tritt eine Deminieralisierung und damit Schädigung der Zähne auf. Bei pH-Werten unter 7 lösen sich Mineralien aus dem Zahnschmelz, wodurch er geschwächt wird. Über einen längeren Zeitraum können dadurch raue Oberflächen und Löcher in den Zähnen entstehen.

Ein neutraler pH-Wert erhält die Mineralisation der Zähne

Für einen optimalen Schutz der Zähne sollte der pH-Wert im Mund zwischen 7,0-7,4 liegen. In diesem Bereich kann der Speichel seine Aufgaben ideal erfüllen.

Diese umfassen vor allem die Remineralisierung der Zähne, die Säurepufferung, Förderung der Wundheilung und eine erste Stufe der Immunabwehr. Außerdem enthält der Speichel Enzyme, die Bestandteile aus der Nahrung vorverdauen und ebenfalls im neutralen pH-Bereich optimal funktionieren.

Xylit kann Parodontose und Gingivitis vorbeugen

Über die bakterienhemmenden Effekte hinaus, wurde auch eine Reduzierung von Plaque (Ablagerungen an den Zähnen) bei der Einnahme von Xylit beobachtet. Damit wird auch denjenigen Bakterien, die Zahnfleischentzündungen auslösen der Nährboden entzogen.

Zahnfleischentzündungen werden in leichte (Gingivitis) und schwere Entzündungen (Parodontose) unterteilt. Während bei einer Gingivitis nur das Zahnfleisch entzündet ist, ist bei einer Parodontose der gesamte Zahnhalteapparat betroffen.

Wie entsteht Parodontose und Gingivitis?

Beide Entzündungserscheinungen werden durch Bakterien verursacht, die nur unter Sauerstoffausschluss (also anaerob) teilungs- und überlebensfähig sind. Sie brauchen einen dicken Biofilm, wie er manchmal durch die Plaque gebildet wird, oder Nischen in den Zahnfleischtaschen oder der Zahnwurzel, um sich vermehren zu können.

Xylit schränkt die Wachstumsbedingungen für Bakterien ein, die Entzündungen verursachen

Durch die kariesvermindernden Eigenschaften von Xylit bildet sich weniger Biofilm, unter dem sich die entzündungsauslösenden Bakterien vermehren können. Zudem entstehen weniger Löcher in den Zähnen, über die sie an die Zahnwurzel gelangen können, wo sie häufig schwer zugängliche Entzündungen auslösen. Xylit entzieht somit den entzündungsauslösenden Bakterien ihre Wachstumsgrundlage und kann dadurch hilfreich bei ihrer Eindämmung sein.

Fazit

Ein regelmäßiger Verzehr von kleinen Mengen Xylitol unterstützt die Schutzfunktion des Speichels. Xylit regt den Speichelfluss an und kann dazu beitragen karies- und entzündungsverursachende Bakterien zu verringern. Dadurch bleibt der pH-Wert im Mundraum überwiegend neutral, wodurch eine Remineralisation der Zähne über den Speichel stattfinden kann.

Auch eine Studie der Harvard School of Dental Medicine (2021) folgerte, dass der Austausch von normalem Haushaltszucker (Saccharose) durch Xylit das Auftreten von Karies erheblich reduzieren könne8.

Quellen

  1. K. Bender-Gonser, Die Sprache der Zähne, vol. 1. 2020.
  2. K. Bender-Gonser, Ganzheitlich gesunde Zähne, vol. 2. 2019.
  3. Xylitol: Zuckeraustauschstoff gegen Karies | PZ – Pharmazeutische Zeitung.” (accessed Jul. 01, 2021).
  4. N. Wiebe, R. Padwal, C. Field, S. Marks, R. Jacobs, and M. Tonelli, “A systematic review on the effect of sweeteners on glycemic response and clinically relevant outcomes,” BMC Medicine, vol. 9, p. 123, Nov. 2011, doi: 10.1186/1741-7015-9-123.
  5. J. Calvo-Guirado, E. Mate Sanchez de Val, and C. Albacate Martinez, “Resultate der in Vitro Stdie der UCAM Universität in Murcia über die Wirkung der Abedulce Lutschkristalle aus 100 % purem Xylitol.” Murcia.
  6. A. Scheinin and K. K. Makinen, “Turku-Zuckerstudien,” Deutsche zahnärztliche Zeitschrift, vol. 32, no. 5 Suppl 1, 1977.
  7. Grundlagen der Kariesprophylaxe bei Kindern: Kariesprävention durch Xylit.” (accessed Jul. 05, 2021).
  8. The effect of non-cariogenic sweeteners on the prevention of dental caries: a review of the evidence - PubMed.” (accessed Oct. 27, 2021).


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Klaudius Breitkopf

Sportökonom

„Als erfahrener Sportökonom weiß ich, dass Ernährung und Sport einfach zusammengehören. Dabei spielt die Qualität der Lebensmittel eine große Rolle. Aus diesem Grund bieten wir unseren Mitgliedern die Nahrungsergänzungen von Lebenskraftpur an.“