Wozu braucht der Körper Magnesium?

Inhaltsverzeichnis

Magnesium entspannt die Muskulatur

In der Muskulatur spielen sowohl Calcium als auch Magnesium eine entscheidende Rolle. Für die Muskelkontraktion benötigt der Körper zunächst Calcium, welches das Zusammenziehen der Muskeln einleitet. Wenn vom Gehirn dann die Information weitergegeben wird, den Muskel wieder zu lockern, wird über einen Nervenimpuls Magnesium ausgeschüttet. Dieses blockiert die Kanäle, durch die Calcium an die Muskelzellen gelangt. Dadurch erhält der Muskel keine weiteren Anreize sich zusammen zu ziehen und er entspannt sich3.

Wenn im Organismus jedoch ein Magnesiummangel herrscht, kann dies dazu führen, dass Calcium ungehindert weiter in die Muskelzellen einströmt und anhaltende Muskelkontraktionen verursacht. Diese können sich in schmerzhaften Muskelkrämpfen äußern.

Magnesium bei Spannungskopfschmerz und Migräne

Die muskelentspannende Funktion könnte auch der Grund dafür sein, dass Magnesium erfolgreich bei der Behandlung von Spannungskopfschmerzen und auch Migräne eingesetzt werden konnte.

Bei einer Gruppe von 100 Patienten mit Spannungskopfschmerzen, die zusätzlich Zeichen eines Magnesiummangels aufwiesen, wurde eine zweimonatige Behandlung mit täglich 600 mg Magnesium durchgeführt. 70 % erfuhren dadurch eine Besserung der Symptome4. Die Studien zeigten, dass die Verhinderung eines Magnesiummangels eine wichtige Rolle bei der Prävention von Spannungskopfschmerzen hat.

Auch Studien zur Migräneprophylaxe zeigten eine Verringerung um bis zu 50 % der Anzahl und Schwere von Migräneattacken, bei regelmäßiger Gabe von 600 mg Magnesiumcitrat pro Tag5.

Magnesium gilt als "Herzschrittmacher" unter den Mikronähstoffen

Auch das Herz als großer Muskel ist auf das ausgleichende Magnesium angewiesen. Das Mineral gilt als „Herzschrittmacher“ unter den Mikronährstoffen5.

Es verhindert einen unkontrollierten Einstrom von Kalium und Calcium in den Herzmuskel, der zu Störungen des Herz-Rhythmus führen kann. Bei der häufigsten Form von Herz-Rythmusstörungen, dem Vorhofflimmern, staut sich das Blut im Vorhof des Herzens, wodurch Blutgerinnsel entstehen können, die die Blutgefäße verstopfen. Eine ausreichende Magnesiumversorgung kann somit einen stabilen Herz-Rhythmus unterstützen.

Magnesium kann zudem den Gefäßmuskeltonus (die Anspannung) der herznahen Blutgefäße herabsetzen und dadurch dazu beitragen den Blutdruck zu mindern3, 6.

Magnesium unterstützt eine stabile Knochen- und Zahnstruktur

Rund 60 % des im Körper vorkommenden Magnesiums wird in den Knochen und Zähnen gespeichert und trägt dort zur Stabilisierung, dem Wachstum und der Mineralisation bei7. Wenn dem Körper Magnesium im Blut fehlt, gleicht er diesen Mangel durch Lösen des Minerals aus der Knochenstruktur aus, wodurch diese an Stabilität verliert.

Eine kontinuierliche und ausreichende Magnesiumkonzentration im Blut ist somit unter anderem in Verbindung mit Calcium und Vitamin D essenziell für einen normalen Aufbau und den Erhalt der Knochen- und Zahnstruktur6.

Magnesium ist beteiligt am Aufbau von Proteinen – den Bausteinen des Körpers

Zudem vermittelt Magnesium zusammen mit anderen Stoffen die richtige Zusammensetzung von Proteinen (Eiweißstoffen). Das bedeutet Magnesium ist am Aufbau derjenigen Stoffe beteiligt, die die gesamte Struktur unseres Körpers bilden.

Proteine bewegen Muskeln, bilden unser Immunsystem, schleußen Nährstoffe durch die Zellwände und sind wesentlicher Bestandteil unserer Haut und Haare. Zusammengefaltet zu Enzymen sind sie unter anderem am Ab- und Umbau von Nahrungsbestandteilen beteiligt.

Magnesium hilft bei der Energiespeicherung

Damit die Proteine ihre spezifischen Aufgaben erfüllen können, brauchen sie Energie. Zur Spaltung von Stoffen, zur Muskelbewegung, zum Transport von Ionen durch Zellmembranen oder zum Falten von anderen Proteinen, usw.

Diese Energie wird im Körper in Form von Adenosintriphosphat (ATP) gespeichert. Dabei kann im Laufe eines Tages bei einem Erwachsenen so viel ATP auf und abgebaut werden, wie es seinem eigenen Körpergewicht entspricht8.

ATP – biochemische „Mini-Akkus“ des Körpers

ATP kann im Körper aus Energielieferanten wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße unter Zuhilfenahme von Sauerstoff zusammengebaut werden und steht als universelle „Energie-Quelle“ (vergleichbar mit vielen geladenen Mini-Akkus) allen Stoffwechselvorgängen zur Verfügung, die Energie benötigen.

Genau betrachtet besteht ATP aus Adenosin sowie drei Phosphatresten. Durch Abspalten eines dieser Phosphat-Moleküle wird Energie frei und kann für die notwendigen Prozesse genutzt werden. Der chemische Akku wird quasi entleert.

ATP wird durch Magnesium regeneriert

Nach Abspaltung des Phosphat-Moleküls, bleibt das energieärmere ADP (Adenosindiphosphat - Adenosin mit zwei Phosphatresten) zurück, von dem theoretisch auch noch 2 weitere Phosphate abgespaltet werden können. Allerdings greift der Körper kaum auf diese Art der Energielieferung zurück (es findet keine Tiefenentladung der Energie-Akkus statt).

Vielmehr wird ADP zu ATP regeneriert, indem das fehlende Phosphatmolekül wieder angeheftet wird. Auch diese Regeneration von energieärmerem ADP zurück zu energiereichem ATP erfolgt über Magnesium7. Magnesium lädt sozusagen die universellen Akkus im Körper wieder auf.

Magnesium ist Vermittler zwischen ATP und seinem Zielort

Darüber hinaus können viele der im Körper arbeitenden Enzyme oder Proteine ATP als Energielieferant nur dann nutzen, wenn dieses an Magnesium gebunden ist. Erst durch die Bindung mit Magnesium erhält ATP genau die Form, die zu diesen Proteinen passt – ähnlich wie ein Schlüssel zu einem Schloss9.

Magnesium ist an der Erhaltung und dem Schutz der Erbinformation beteiligt

Über seine proteinschützende Eigenschaft ist Magnesium auch an der Teilung, dem Schutz und der Erhaltung der Erbinformation (DNA) jeder einzelnen Körperzelle beteiligt.

Im menschlichen Körper werden täglich 50-70 Milliarden Zellen neu gebildet10. Jede einzelne Zelle trägt die Informationen über ihre Form und Funktionen in sich, gespeichert in ihrer DNA.

Wie alles im Körper ist auch die DNA kein festes Gebilde, sondern steht auch unter dem Einfluss vieler Umweltfaktoren. UV-Strahlung oder Chemikalien können die DNA direkt schädigen. Ernährung, Bewegung, auch die geistige Einstellung haben einen Einfluss darauf, welche Informationen von der DNA abgelesen und welche Zellen neu gebildet werden.

Alle Kontrollmechanismen, die Schäden an der DNA aufspüren und beheben, oder die Zusammensetzung der neuen DNA Stränge überwachen, werden von Proteinen übernommen.

Wenn diese Proteine fehlerhaft sind, bleiben Schäden an der DNA bestehen, die dazu führen können, dass eine falsche Erbinformation gespeichert und weitergegeben wird. Dadurch kann es zur Bildung von entarteten Zellen kommen, die ihre natürliche Aufgabe (z.B. als Haut-, Nerven- oder Muskelzelle) nicht mehr erfüllen können.

Magnesium ist hier nicht nur am Aufbau, sondern auch bei der Bindung dieser Proteine an ihrem Bestimmungsort beteiligt und trägt somit zur Stabilisierung (Sicherung) der DNA und einer normalen Zellteilung bei3, 11, 12.

Magnesium fördert das hormonelle und psychische Gleichgewicht

Nicht nur auf der physischen Ebene, sondern auch in der Gefühlswelt hilft Magnesium dabei ein gesundes Gleichgewicht zu erhalten, beziehungsweise kann dabei unterstützen dieses wieder zu erlangen.

Das Empfinden von Angst, Depression, Mutlosigkeit oder Glück, Freude, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit wird im Körper von Hormonen gesteuert. Erst die Hormone setzen die von der Außenwelt aufgenommenen Reize in Gefühle um und sind damit verantwortlich dafür, wie bestimmte Situationen empfunden werden und was sie im Körper auslösen.

Zwei wichtige Hormone, die direkt unsere Gefühlswelt steuern sind Serotonin und Dopamin.

Serotonin

Das Hormon Serotonin spielt eine Rolle im emotionalen Befinden und dem Schlaf- und Wachrhythmus. Ein normaler Serotoninspiegel kann beispielsweise mit dazu beitragen, morgens frisch und erholt aufzuwachen. Wohingegen ein zu niedriger Serotoninstatus häufig zu Mattheit und Abgeschlagenheit führt. So wird auch bei Menschen mit Depressionen häufig ein niedriger Serotoninspiegel gemessen. Dagegen ist er bei Verliebten und glücklichen Menschen erhöht7.

Dopamin

Neben Serotonin gilt Dopamin als weiteres Glückshormon. Dopamin ist vor allem bei Vorgängen in der Gefühlswelt, bei Bewegungsabläufen und Koordination, sowie an der Leistungsfähigkeit des Gehirns (z.B. beim Lernen) beteiligt. Auch für das gute Gefühl bei der Belohnungsreaktion des Körpers ist Dopamin verantwortlich. Antriebslosigkeit oder fehlende Motivation hängen ebenfalls mit einem niedrigen Dopaminspiegel zusammen. Auch Krankheiten wie Parkinson, Angststörungen, und Depression stehen in Zusammenhang mit einer unterdrückten Dopaminausschüttung7.

Magnesium ist an der Serotonin- und Dopaminbildung beteiligt

Magnesium ist im Körper an Stoffwechselprozessen beteiligt, die die Produktion der beiden Glückshormone Serotonin und Dopamin ermöglichen13. Ein Magnesiummangel kann die Produktion der Hormone beeinträchtigen, was sich in einer Reihe von neuronalen und psychischen Symptomen äußern kann. Die Spanne reicht dabei von Übererregbarkeit, Nervosität und Konzentrationsschwächen bis hin zu einer verminderten geistigen Leistungsfähigkeit und Demenz. Die Hormonproduktion kann nur durch einen ausreichenden Magnesiumstatus reibungslos funktionieren.

Die Ausgleichswirkung von Magnesium auf das Stresshormon Noradrenalin

Auch die Bildung von sogenannten Stresshormonen wird von Magnesium beeinflusst. Wobei diese Hormone erst ab einer bestimmten Konzentration tatsächlich Stress hervorrufen. Davor haben sie sehr positive Eigenschaften.

Noradrenalin

Im Gehirn ist das Hormon Noradrenalin vor allem für die positive Steuerung des Wachheitsgrades und der Aufmerksamkeit verantwortlich7.Wenn auf Grund einer erhöhten nervlichen Reizübertragung der Noradrenalin-Spiegel im Blut einen bestimmten Grenzwert überschreit, führt dies zu einer Stressreaktion. Der Körper schaltet um von Wachheit zu höchster Alarmbereitschaft.

Solche Reaktionen können mit der Zeit automatisiert ablaufen und schon ein minimaler Reiz kann dann zu einer Überreaktionen führen. Eine ausreichende Magnesiumversorgung kann diese Überreaktionen abfangen indem sie die Übertragung der Nervenimpulse, die die Hormonproduktion anregen, dämpft14.

Insbesondere durch Lärm verursachte Stressreaktionen (Lärmstress) werden in Verbindung mit einem geringen Magnesiumspiegel gebracht. Lärmexponierte Versuchstiere sowie Menschen mit beruflicher Lärmbelastung zeigten darüber hinaus, dass sogar Hörverluste durch eine Magnesium-Mangelernährung erheblich verstärkt wurden. Andererseits hatte eine erhöhte Magnesium-Zufuhr schützende Auswirkungen auf das Hörsystem15.

Kommentar von Lebenskraftpur

Der Körper ist ein unglaublich komplexes System. In diesem Beitrag konnte nur eine Auswahl der Prozesse und Zusammenhänge dargestellt werden, an denen Magnesium beteiligt ist. Allein die Tatsache, dass das Mineral bei der Bildung von 40-50 Milliarden Zellen pro Tag beteiligt ist, zeigt wie wichtig es ist, den Körper ausreichend damit zu versorgen.

Quellen

  1. K. Pasternak, J. Kocot, and A. Horecka, “Biochemistry of magnesium,” Journal of Elementology, vol. 15, no. 3. Polish Society Magnesium Research, pp. 601–616, 2010. doi: 10.5601/jelem.2010.15.3.601-616.
  2. J. Podlogar and M. Smollnich, Vitamine Mineralstoffe Spurenelemente, vol. 1. Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag, 2019.
  3. S. Silbernagel and A. Despopoulus, Taschenatlas Physiologie, vol. 7. Stuttgart: Thieme, 2007.
  4. K. Tauber and G. Keil, “Pilotstudie zur Magnesiumtherapie bei Migräne und Spannungskopfschmerz,” Zeitschrift für ärztliche Fortbildung, vol. 85, pp. 67–68, 1991.
  5. U. Gröber, Mikronährstoffberatung , vol. 1. Stuttgart: Wissenschafltiche Verlagsgesellschat mbH, 2018.
  6. A. Hahn, A. Ströhle, and M. Wolters, Ernährung, Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie, vol. 3. 2016.
  7. Jan C. Behrends, Physiologie . Stuttgart: Thieme, 2009.
  8. “Vernetzte Chemie: ATP.” https://www2.chemie.uni-erlangen.de/projects/vsc/chemie-mediziner-neu/heterocyclen/atp.html (accessed Jun. 30, 2021).
  9. W. Kaim and B. Schwederski, “Katalyse und Regulation bioenergetischer Prozesse durch die Erdalkalimetallionen Mg2+ und Ca2+,” Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden, 2005, pp. 291–307. doi: 10.1007/978-3-663-01605-2_14.
  10.  “Wie viele Zellen sterben jeden Tag in deinem Körper?” https://www.science.lu/de/die-zellpopulation/wie-viele-zellen-sterben-jeden-tag-deinem-koerper (accessed Jun. 30, 2021).
  11. D. Maguire, O. Neytchev, D. Talwar, D. McMillan, and P. G. Shiels, “Telomere homeostasis: Interplay with magnesium,” International Journal of Molecular Sciences, vol. 19, no. 1. MDPI AG, Jan. 05, 2018. doi: 10.3390/ijms19010157.
  12. A. Hartwig, “Role of magnesium in genomic stability,” Mutation Research - Fundamental and Molecular Mechanisms of Mutagenesis, vol. 475, no. 1–2. Elsevier, pp. 113–121, Apr. 18, 2001. doi: 10.1016/S0027-5107(01)00074-4.
  13. J. Wang, P. Um, B. A. Dickerman, and J. Liu, “Zinc, magnesium, selenium and depression: A review of the evidence, potential mechanisms and implications,” Nutrients, vol. 10, no. 5. MDPI AG, p. 584, May 09, 2018. doi: 10.3390/nu10050584.
  14. T. Shimosawa, K. Takano, K. Ando, and T. Fujita, “Magnesium Inhibits Norepinephrine Release by Blocking N-Type Calcium Channels at Peripheral Sympathetic Nerve Endings Protocol 1: Sympatholytic Effect of Mg 2 and Blood Pressure Changes In Vivo,” 2004, doi: 10.1161/01.HYP.0000146536.68208.84.
  15. M. J. Cevette, J. Vormann#, and K. Franz, “Magnesium and Hearing,” 2003.


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Klaudius Breitkopf

Sportökonom

„Als erfahrener Sportökonom weiß ich, dass Ernährung und Sport einfach zusammengehören. Dabei spielt die Qualität der Lebensmittel eine große Rolle. Aus diesem Grund bieten wir unseren Mitgliedern die Nahrungsergänzungen von Lebenskraftpur an.“