Was ist der Magnetsinn

Als Magnetsinn wird die Fähigkeit bezeichnet sich am Magnetfeld der Erde zu orientieren.

Bisher konnte er nur für Tiere und Bakterien nachgewiesen werden. Untersuchungen und Studien zum Magnetsinn begannen erst in den 1950er Jahren. Die Fähigkeit das Magnetfeld zu nutzen sind noch relativ unerforscht und rätselhaft.

Das Magnetfeld der Erde  entstand vor ca 4,5 Milliarden Jahren als im damals noch jungen Sonnensystem die Erde mit dem Protoplaneten Theia kollidierte. Theia befindet sich immer noch im Erdinneren als glühender ,rotierender Kern. Er funktioniert ähnlich einem Dynamo und erzeugt den überwiegenden Teil des Erd-Magnetfeldes. Nebenbei entstand bei diesem Zusammenstoß auch unser Mond.

Das Magnetfeld der Erde

Erdmagnetfeld

Die magnetischen Feldlinien treten am Nordpol aus und am Südpol wieder ein. Wie du an der Abbildung siehst sind sie nicht ganz ringförmig. Dies liegt am Sonnenwind, der elektrisch geladene Teilchen Auf die Erde schleudert.

Das Magnetfeld beschützt uns wird aber dabei komprimiert (zusammengepresst) und schwingt dann an der sonnenabgewandten Seite etwas faserig aus.

Die Stärke des Erdmagnetfeldes beträgt ca 50 µT (Micro Tesla) und ist in den letzten Jahrhunderten merklich geringer geworden.

Vor ca 10.000 Jahren waren es noch 200 µT, gerade in den letzten Jahrzehnten ließ das Erdmagnetfeld um 7% nach. Wissenschaftler werten dies als Anzeichen einer bevorstehenden Umpolung der Erde. Naja bevorstehend, irgendwann im Lauf der nächsten 5.000 Jahre halt. Dies ist ein völlig natürlicher Vorgang der alle 500.000 Jahre stattfindet. Die letzte war vor ca. 780.000 Jahren, die Erde ist also spät dran.

Bei einer Umpolung wechseln Nord- und Südpol die Plätze, dass findet im Moment schon statt- der Nordpol wandert um 65 km pro Jahr.

Was genau das schwächer werdende Magnetfeld und die Umpolung (die ein paar Tausend Jahre dauert) für das Leben bedeutet, darüber sind sich die Wissenschaftler nicht einig. Sie glauben jedoch dass das Magnetfeld nicht völlig verschwindet, denn das würde das Ende allen höheren Lebens auf der Erde bedeutet. Darauf gibt es aber in der Paläontologie keinerlei Hinweise.

Das Leben stellt sich auch auf Veränderungen ein, denn weder nachlassendes Magnetfeld oder Veränderungen durch starken Sonnenwind oder beginnende Umpolung scheinen den Magnetsinn der Tiere wesentlich zu beeinflussen.

Wie funktioniert das mit dem Magnetsinn?

Vorneweg: So ganz genau weiß man das noch nicht, es gibt unterschiedliche Strukturen welche als Magnetrezeptoren dienen können. Welches bei welcher Tierart vorliegt oder ob es Kombinationen der verschiedenen Möglichkeiten zur Magnetfelderkennung gibt ist weitestgehend unbekannt.

Bisher fand man 3 verschiedene Rezeptoren:

1. Rezeptorart

Diese Magnetsinnvariante wurde bisher nur bei Haien gefunden die entwicklungsgeschichtlich auch eine sehr alte Art sind. Haie haben in ihrer Schnauze sehr empfindliche elektrische Sinnesorgane. Da im elektrisch leitenden Fischkörper (durch Induktion) eine Spannung entsteht, wenn der Hai durch das Erdmagnetfeld schwimmt fungieren diese als eine Art Kompass.

2. Rezeptorart

Es gibt ein Mineral namens Magnetit welches bei magnet-empfindlichen Bakterien erstmals gefunden wurde. Dies sind Eisenoxidkristalle (Fe3O4) die je nach Größe unterschiedliche magnetische Eigenschaften besitzen. 2 Typen dieser Magnetkristalle kommen in Frage denn diese haben ein permanentes stabiles Magnetfeld mit dem sie sich am Erdmagnetfeld ausrichten können. Alle anderen sind zu klein und instabil.

Wissenschaftler vermuten dass diese Magnetkristalle in die Zellmebranen eingebettet sind und durch ihre Wechselwirkung mit dem Erdmagnetfeld Einfluss zum Beispiel auf die Ionenkanäle haben.

3. Rezeptorart

Das ist jetzt ein bisschen komplizierter – und wahrscheinlich die höchstentwickelte Variante der Magnetfeldrezeptoren. Es handelt sich dabei um Kryptochrome, das sind Moleküle die seit den 1970er Jahren als Fotorezeptoren identifiziert wurden. Logischerweise findet man sie im Auge, in der Netzhaut. Anscheinend können sie etwas mehr als nur Lichtreize aufnehmen.

Entdeckt worden die Magnetfeldproteine im Kryptochrom unlängst von einer chinesischen Forschergruppe. Es handelt sich dabei um ein Doppelprotein mit einem Eisenkern.

Isolierte man die Proteine und ließ sie in einer Schale mit Flüssigkeit schwimmen richteten sie sich nach den Magnetfeldlinien aus – wie kleine Kompassnadeln. Wie nun die Magnetfeldwahrnehmung als Nervenimpuls weitergegeben wird ist noch unbekannt.

Diese Magnetfeldproteine sind entwicklungsgeschichtlich sehr alt –man findet sie in vielen Spezies. Auch der Mensch hat die nötige Gensequenz „CRY“ um diese Proteine bauen zu können.

Allerdings scheinen wir Menschen die einzige Spezies zu sein bei welcher dieser Sinn verkümmert ist…

Wer oder was benutzt Den Magnetsinn?

Bakterien sind wirklich außergewöhnliche Lebewesen und natürlich haben sie auch – und das sehr früh – einen Magnetsinn entwickelt.

Vermutlich dient er ihnen dazu oben und unten zu unterscheiden um das ideale Lebensumfeld zu finden. Interessant ist, dass nach neuesten paläontologischen Untersuchungen schon kurz nach Ausbildung eines stabilen Erdmagnetfeldes, Magnetfeldsensoren entstanden.

Die ältesten gefundenen Magnetosom-Fossilien sind 1,9 Milliarden Jahre alt und stammen von Bakterien. Forscher der chinesischen Akademie der Wissenschaften gehen aufgrund von Gensequenzforschungen davon aus, dass der Magnetsinn vor ca 3 Milliarden Jahren entstand – was ihn zur ältesten Wahrnehmugsform überhaupt macht!

Fadenwürmer verfügen auch über den Magnetsinn, eine sehr einfache Lebensform welche im Boden lebt.

Von Knorpelfischen wie Haien weiß man dass sie ihren Weg mit Hilfe eines ganz eigenen Magnetsinns finden, sie nehmen magnetische Anomalien wahr.

Knochenfische wie zum Beispiel Lachse oder Aale verfügen über die Magnetitkristalle. Sie helfen Ihnen nicht nur ihre erstaunlichen Wanderungen zu ihren Laichplätzen zu vollenden. Mit Ihrer Hilfe wird der Ort ihrer Geburt in sie eingeprägt. Sie merken sich diesen Ort wahrscheinlich über die Inklination der Magnetfeldlinien.

Klingt jetzt kompliziert, ist aber ganz einfach.

Die Magnetfeldlinien kommen aus dem Nordpol, gehen einmal um die Erde und tauchen am Südpol wieder ein. An den Polen ist der Winkel der Feldlinien noch ziemlich steil, sie gehen gerade nach oben, dann krümmen sie sich, sind am Äquator ganz flach, krümmen sich wieder um dann ganz steil wieder einzutreten. Das heißt an jedem Punkt der Erde gibt es eine ganz bestimmte Krümmung der Feldlinien – und die merken sie sich. Wie genau weiß auch noch keiner. Auf diese weise orientieren sich auch Schildkröten.

Die Vögel sind, was den Magnetsinn betrifft, die am besten erfasste Tierart – was aber nicht heißt das man besonders viel weiß. Bei Vögeln wurden 2 Arten von Magnetfeldrezeptoren gefunden. Einen mit Magnetitkristallen am Schnabel und die Magnetfeldproteine in den kryptocromen. Verbindet man diesen Vögeln ein oder beide Augen, verlieren sie die Orientierung.

Das gleiche geschieht mit Monarchfaltern, jene Schmetterlinge welche annähernd 10.000 Kilometer wandern um ihre Eier abzulegen. Bedeckt man die optischen Rezepturen an den Fühlern, können sie sich nicht mehr orientieren.

Da die Verbindung Licht- und Magnetrezeptoren so eng ist, mutmaßen einige Wissenschaftler dass die damit ausgestatteten Tiere Magnetfelder „sehen“ können, vielleicht als Farbverschiebung oder Überlagerung.

Vor kurzem wurde entdeckt dass Hühnerküken ihre Mutter durch Magnetfelder finden können.

Reptilien wie Geckos aber auch Schildkröten können sich mit seiner Hilfe orientieren – und natürlich auch Säugetiere.

Es gibt Beobachtungen dass Viehherden- oder Rudel von Rot- oder Schwarzwild sich immer nach Norden ausrichten. Dies wurde vor allem auch bei Nutzvieh beobachtet. Nur wenn die Tiere unter Hochspannungsmasten weideten standen sie ohne erkennbare Ordnung verstreut. Diese Beobachtungen werden zwar als wissenschaftlich nicht belegbar angezweifelt – aber vielleicht gefällt ja nur jemand die Sache mit den Strommasten nicht.

Von Hunden wiederum stammt folgende Beobachtung: Macht er sein „Geschäft“ in einer ihm nicht bekannten Gegend, dreht er sich ein paarmal im Kreis bis seine Schnauze nach Norden weist. Aber nur dort wo er sich nicht auskennt – Hunde speichern solche Informationen also.

Hunde und Katzen nehmen auch ein eingeschaltetes Magnetfeldgerät wahr und setzen sich sofort darauf wenn der Besitzer sie lässt. Dies zeigt wiederum dass die Tiere der Gesundheit zuträgliche Frequenzen lokalisieren können.

Der Magnetsinn und der Mensch

Der Magnetsinn zieht sich durch die Entwicklung des Lebens und aller Spezies wie ein roter Faden. Ausgerechnet wir, die wir uns für die Krone der Schöpfung halten, sind da blind wie ein Maulwurf?

Oh, Entschuldigung, natürlich besitzt der Maulwurf einen Magnetsinn.

Blind wie ein Mensch eben.

Es gab und gibt sehr intensive Versuche und Untersuchungen mit unterschiedlichsten Probanden und die Ergebnisse waren ernüchternd, es konnte in keiner Form ein funktionstüchtiger Magnetsinn entdeckt werden. Auf Deutsch: die Probanden haben sich alle verirrt.

Aber so ganz stimmt das nicht.

In einer Versuchsreihe wurden Probanden in einen Faradayschen-Käfig gesteckt und wurden an ein EEG angeschlossen.

Ein Faradayscher-Käfig ist nach seinem Entdecker benannt. Das ist praktisch ein abgeschlossener metallener Raum um eine Person herum. Der Raum lässt keinen elektrischen- und magnetischen Strom durch.

Ist ja eigentlich ein ziemlich gruseliges Bild:

Da sitzt einer in einem Metallkäfig mit einem Haufen Elektroden am Kopf und wird mit Magnetfeldern traktiert.

Seis drum, es kam jedenfalls dabei heraus, dass eine Nervenreaktion bei eingeschaltetem Magnetfeld erfolgte – zu mindestens etwas.

Dabei haben wir doch die Gensequenz CRY die es braucht um Magnetfeldrezeptoren herzustellen – und die ist funktionsfähig.

Man hat bei Taufliegen die CRY-Sequenz entfernt- da war es mit der Orientierung vorbei. Dann entnahm man menschlichen Zellen eben diese Gensequenz und setzte sie bei diesen Taufliegen ein. Daraufhin konnten diese wieder Magnetfeldsensoren entwickeln – na also geht doch!

Aber trotz alledem ist der Magnetsinn bei Menschen verkrüppelt – wenn auch nicht bei allen gleich.

Es gibt Menschen die sich besser orientieren können als andere, allerdings ist das wissenschaftlich nicht validiert.

Der Navigator Nainoa

Es gibt den Bericht des mikronesischen Navigators Nainoa aus den 80er Jahren, der auf dem Pazifik immer sicher seine Ziele ansteuerte – auch bei bedecktem Himmel und ohne jede Orientierung.

Wenn er sich verirrt hatte, schloss er die Augen um zu „sehen“, in welcher Richtung sein Ziel lag.

Nur eines durfte er nie tun: Auf seinen über 5.000 Kilometer langen Fahrten schlief Nainoa nie länger als drei Stunden – sonst war sein innerer Kompass gelöscht.

Nun vielleicht ist es in unserer Zivilisationsgesellschaft auch nicht erstrebenswert Magnetfelder wahrnehmen zu können – ich kann mir vorstellen dass dies bei der Fülle unserer technischen Errungenschaften sehr verwirrend sein kann – aber manchmal wärs doch nett den Weg zu finden ohne Hilfe – einfach so.

Jürgen Kaa ist Mitgründer von Lebenskraftpur. Als geprüfter Pharmaberater mit 25 Jahren Berufserfahrung in der Naturheilkunde ist er auf den Spuren vergessener Therapien und vom Markt verschwundenen Präparaten, um seinen Kunden die natürlichste und wirkungsvollste Hilfe zu bieten.

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