Was dein Immunsystem mit einer Festung zu tun hat

Jeder Mensch verfügt über ein Schutz- und Abwehrsystem – einer körpereigenen „Festung“. Diese Festung nennt sich Immunsystem. Dein Immunsystem dient primär dem Schutz deines Körpers vor jeglicher Art von Feinden. Also allem, was deinem Körper schaden will. Ganz genauso wie es eine befestigte Burg auch tut.

Ist ein Feind identifiziert wird das Immunsystem aktiviert und der Feind wird abgewehrt, eingefangen und zerstört. Das Immunsystem macht kurzen Prozess mit Feinden! Man sollte sich also besser nicht mit ihm anlegen.

Der Feind in uns

Vielleicht fragst du dich jetzt: Aber wer ist denn jetzt der Feind? Wer greift meinen Körper an und will mir ans Leder? Nun, auf der „schwarzen Liste“ des Immunsystems stehen die folgenden Kandidaten:

  • Fremdstoffe wie z.b Chemikalien, Umweltgifte und Bakterien
  • Alte- und nicht mehr funktionsfähige Zellen
  • Entartete Zellen (wie z.B. Krebszellen)
  • Krankheitserreger (wie z.B. Pilze, Parasiten, Bakterien und Viren)
  • Freie Radikale

All diese aktivieren (sofern es richtig funktioniert) dein Immunsystem, welches dann in die Schlacht zieht. Und ja, man kann es sich tatsächlich so vorstellen.

In deinem Körper herrscht ein permanenter „Kriegszustand“.

Daher benötigen wir ein funktionsfähiges, unbeeinträchtigtes und starkes Immunsystem. Es ist die Grundvoraussetzung für ein langes und gesundes Leben!

Wo sitzt das Immunsystem?

Die Lage deines Immunsystems ist an keiner zentralen Stelle im Körper angesiedelt. Es ist dezentral aufgebaut und verfügt über mehrere Positionen. Jede Position hat eine eigene spezielle Verteidigungsstrategie. Wenn eine Schlacht zu kämpfen ist, bündeln sie ihre Kräfte und gehen gemeinsam gegen die Bedrohung vor.

Nahezu jedes Organ hat also eine Bedeutung für unser Immunsystem. Besondere „Immunorgane“ sind jedoch das Knochenmark und das Lymphsystem.

Und was ist jetzt mit der Festung? Darauf kommen wir nun.

Der Aufbau der Festung

In seinem Ursprungszustand gleicht unser Immunsystem also einer uneinnehmbaren Festung. Egal wie viele Legionen von Angreifern vor unseren Toren stehen.

Aber Vorsicht! Denn wenn einer unserer Soldaten oder Bewohner abtrünnig wird und einen Spion einschleust, der die Zugbrücke von innen herunterlässt und die Tore öffnet, haben wir eine schwere Schlacht zu schlagen.

Oder was, wenn Risse in deine Festungsmauer sind? Was wenn also eine deiner Verteidigungsanlagen nicht mehr vollfunktionsfähig ist?

Die Burg ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Dies bedeutet: Wenn dein Immunsystem nicht richtig funktioniert oder Schwachstellen hat, kann es für den gesamten Organismus Lebensgefährlich werden. Jedoch verfügt unser Immunsystem, genau wie eine sichere Festung, über unzählige Sicherheitsnetze und Vorkehrungen, so dass eine Eroberung meistens fehlschlägt.

Die Verteidigungssysteme unserer Festung

Eine Festung hat duzende Verteidigungssysteme, die sich in Kategorien einteilen lassen. Es gibt unspezifische Abwehrsysteme und spezifische Abwehrsysteme. Genauso wie in unserem Körper. Daher wollen wir im Folgenden einen Blick auf die zwei Haupt-Abwehrsysteme unseres Körpers legen.

Das unspezifische Immunsystem

Die unspezifischen Abwehrsysteme einer Festungsanlage sind himmelhohe Aussichts- und Wachtürme, die Zugbrücke, der Burggraben, das Burgtor, die Fallgitter sowie stattliche Wälle und Festungsmauern.

Die Aufgaben dieser Abwehrsysteme sind weitläufig. Sie sollen das Burginnere vor Pfeilen, Bolzen, Feuer und Steinen schützen aber auch vor dem Eindringen von Soldaten, Rammböcken und Leitern.

Die Verteidigungsanlagen des unspezifischen Immunsystems bestehen aus Schleim, Säuren, Haut und Abwehrzellen. Es wird auch als das angeborene Immunsystem bezeichnet, denn es ist von Geburt an aktiv. Es ist nicht spezialisiert und bekämpft daher alle Arten von Erregern. Wenn allerdings die Erreger zu stark, zu zahlreich oder besonders gefährlich sind, ist das unspezifische Immunsystem überfordert und benötigt Hilfe vom spezifischen Immunsystem.

Die Abwehrsysteme des unspezifischen Immunsystems

Schauen wir uns also im Folgenden die sechs unterschiedlichen Abwehrsysteme des unspezifischen Immunsystems genauer an:

  • Die Haut und Schleimhaut

Deine Haut ist dein größtes Organ. Es ist kaum zu glauben aber wenn wir unsere Haut auseinanderfalten würden, würde sie eine Fläche von 500 Quadratmetern abdecken. Dies beinhaltet natürlich auch die Schleimhäute im inneren deines Körpers. Alleine Die Darmschleimhaut umfasst bereits 400 Quadratmeter.

Daher zählt auch das hautassoziierte Immunsystem zu den unspezifischen Immunsystemen. Sie ist wie unsere Burgmauer. Denn die äußere Haut dient bereits als mechanische Barriere zum Schutz vor Eindringlingen.

Die Schleimhäute im inneren sind durchlässiger als unsere äußere, dicke Haut, daher behelfen sich diese mit Schleimbildung. Durch den Schleim werden Gifte und Erreger gebunden und über gewisse Mechanismen nach außen transportiert. Beispielsweise werden Staubteilchen von den Bronchien in Schleim gehüllt und zur Luftröhre transportiert. Danach wird ein Husten oder Niesen ausgelöst und der Körper ist die Fremdstoffe los.

Auch dein Darm arbeitet auf diese Weise und erzeugt Schleim um sich von Erregern zu befreien.

  • Die Antimikrobiellen Abwehrstoffe

Zu diesen Abwehrstoffen gehören beispielsweise die Magensäure, die Milchsäure im Darm oder auch die Gallensalze. Sie töten Erreger durch ihre chemische Zusammensetzung einfach ab.

  • Die Lysosomen (Zellorganellen)

Die mit dem zugegebenermaßen schwierig zu merkenden Namen benannten Bestandteile der Zellen, sind praktisch gesehen, die Verdauungsorgane deiner Zellen. Sie enthalten Enzyme, die sogenannten Lysozyme (Entschuldige, wir haben uns die Begriffe auch nicht ausgedacht).

Wenn also Fremdstoffe in eine deiner Zellen eindringen, werden diese Enzyme freigesetzt und verdauen kurzerhand die Eindringlinge.

  • Darmflora

Neben der bereits genannten ersten Verteidigungsanlage, dem Schleim, ist im Darm auch die Darmflora angesiedelt. Sie besteht, im Optimalfall, aus unzähligen guten Mikroorganismen und beheimatet ca. 80% aller Abwehrzellen (weißer Blutkörperchen, die Leukozyten) deines Körpers. Diese gilt es zu schützen. Daher stellt der Darm eine zentrale Stelle des Immunsystems dar. Denn wenn die schlechten Mikroorganismen deines Darms die überhand erlangen, gerät deine Darmflora aus dem Gleichgewicht und unzählige Probleme können auftreten.

Unter anderem können dann deine Abwehrzellen angegangen werden und beeinträchtigt werden. Dies kann sich negativ auf dein Immunsystem auswirken und diese mächtige Verteidigungsanlage stören.

  • Akutphasenproteine (Wie bitte?)

Ja, die Begrifflichkeiten werden einfach nicht besser. Dennoch sind diese Proteine äußerst wichtig im Kampf um die Gesundheit.

Deine Leber produziert diese Bluteiweiße in großen Mengen, sobald ein Krankheitserreger im Körper identifiziert wird.

Diese Proteine sind vergleichbar mit unserem Wach- oder Spähturm in unserer Festung. Denn sie markieren die eingedrungen Erregerzellen indem sie sich an deren Außenhülle, der sogenannten Zellmembran, anheften. Danach kommt das spezifische Immunsystem ins Spiel und erkennt diesen Erreger besser als Feind.

  • Die Abwehrzellen (Weiße Blutkörperchen, die Leukozyten)

Die Leukozyten oder einfacher gesagt, die weißen Blutkörperchen sind unsere eigentlichen Abwehrzellen. Diese teilen sich in drei Arten auf, zwei davon gehören hierbei zu unserem unspezifischen Immunsystem.

Das sind zum einen die großen Fresszellen oder Makrophagen und die kleinen Fresszellen. Wie ihr Name schon vermuten lässt, fressen sie einfach alle Eindringlinge und Fremdstoffe auf.

Dies funktioniert folgendermaßen: Wenn die Fresszelle einem Feind begegnet, beginnt sie, diesen mit ihrem beweglichen Körper zu umzingeln. Sobald er völlig umzingelt ist, schüttet die Fresszelle Lysozyme (siehe Punkt 3) aus und der Gegner wird bei lebendigem Leibe verdaut. Manchmal ist die Natur wirklich grausam, nicht wahr?

Zudem können die Fresszellen bei großem Feindansturm noch sogenannte Immunbotenstoffe aussenden, welche das spezifische Immunsystem zur Verstärkung holt.

Das spezifische Immunsystem

Das spezifische Abwehrsystem hingegen kommt dann zum Einsatz, wenn das unspezifische Abwehrsystem besiegt wurde. Wenn also unser Burggraben überwunden, unsere Burgmauer eine Bresche hat und feindliche Krieger in die Burg eingedrungen sind.

Dann wird es höchste Zeit für unsere WeissesblutkoerperchenSoldaten, Speerkrieger, Schwertkämpfer, berittene Ritter und selbstverständlich die Bogen- und Armbrustschützen. Jeder unserer Krieger kämpft ganz besonders gut gegen einen speziellen Feind. So bringen unser Bogen- und Armbrustschützen die feindliche Infanterie zu Fall, die Speerkrieger sind auf den Nahkampf spezialisiert und kümmern sich um die feindliche Kavallerie während unsere berittenen Ritter die gegnerischen Bogenschützen niederreiten.

Die Recken des spezifischen Immunsystems sind ausschließlich spezialisierte Abwehrzellen. Das spezifische Immunsystem ist nicht angeboren. Es entwickelt sich immer weiter und wird durch Kontakt mit der Mikrobenwelt ausgebildet. Daher sollten Kinder nicht zu steril leben. Das spezifische Immunsystem eines Kindes kann sich nur dann gegen spezielle Mikroorganismen immunisieren, wenn es gelegentlich auch durch spielen im Sand damit in Kontakt kommt. Das gleiche gilt bei Tieren. Das Immunsystem eines Kindes kann sich nur gegen Mikroben einer Katze wehren, wenn es auch die Möglichkeit hat, dies zu üben. Sprich: Kontakt zu einer Katze und deren Mikroben hat.

Die Abwehrzellen bilden die Antikörper also immer ganz speziell aus. Zum Beispiel werden für den Masernvirus andere Antikörper gebildet als für den Grippevirus.

Das spezifische Immunsystem lebt also von seinem Training. Die Krieger in unserer Festung müssen schließlich auch ausgebildet werden. Wenn ein Schwertkämpfer nicht weiß wie rum er sein Schwert halten soll, kann er schlecht seinen Feind bekämpfen oder?

Die Antikörper

Wenn dein spezifisches Immunsystem also entsprechende Möglichkeiten zum Trainieren hat, kann es die sogenannten Antikörper bilden. Antikörper sind Proteine und befinden sich auch auf den Abwehrzellen.

Die Antikörper tragen bestimmte Strukturen in sich, die wie ein Schlüssel genau in das Schloss des bestimmten Erregerstoffes passen, für den sie produziert wurden. Jeder Erreger benötigt also seinen eigenen „Schlüssel“ – also Antikörper.

Der Erstkontakt

Nun kennst du deine Verteidigungssysteme. Also lass uns mal eine Schlacht simulieren und schauen was passiert wenn unsere Festung angegriffen wird.

In unserem blühenden Königreich herrscht Frieden. Alle sind glückselig und gehen ihren Aufgaben nach. Doch was ist das? Ein Späher berichtet von einer Armee des bösen Königs von Masern, die sich unserer Festung nähert…

Okay, Spaß bei Seite, gehen wir also davon aus, es dringen Masernviren in unseren Körper ein.

Sie überwinden also bereits die erste Hürde des unspezifischen Immunsystems, die Haut. Das unspezifische Immunsystem wird demnach nicht aufgeben und direkt seine Fresszellen entsenden. Diese fressen so viele Masernviren wie möglich auf. Der Feind wird allerdings nicht komplett vernichtet, er ist einfach zu zahlreich. Daher entsenden sie die Immunbotenstoffe welche die Abwehrzellen des spezifischen Immunsystems hereilen lässt. Die von den Fresszellen gefangen Viren werden nun von den Abwehrzellen identifiziert und es werden Antikörper gebildet.

Die Antikörperbildung kann allerdings unter Umständen Tage dauern. Wenn also unsere Masernviren zu zahlreich sind, und unsere Fresszellen nicht mehr nachkommen, dann haben wir die Schlacht verloren und das Immunsystem ist überwältig. Wir werden also krank.

Eine Schlacht zu verlieren heißt aber nicht den Krieg zu verlieren. Wir ziehen uns also erst einmal zurück und unser Immunsystem bildet mit dem gewonnen Wissen fleißig seine Streitkräfte, die Antikörper, aus.

Sobald unsere Antikörper ausgebildet sind ziehen wir erneut in die Schlacht. Die Abwehrzellen des spezifischen Immunsystems schultern also ihre ausgebildeten Antikörper und rasen durch den Körper. Hierbei wird die Oberflächenstruktur jeglicher Substanzen im Körper untersucht, auf die sie stoßen. Passt der Schlüssel des Antikörpers in das Schloss einer Substanz, so ist es eindeutig ein Masernvirus und der Virus wird sofort bekämpft. Dabei bindet sich der Antikörper unwiderruflich an den Virus. Diese Verbindung nennt man Immunkomplex.

Der Sinn dahinter ist, dass zum einen die Fress- und Killerzellen sofort erkennen ob es sich um Freund oder Feind handelt und zum anderen kann ein Immunkomplex in keine gesunde Zelle mehr eindringen.

Sobald sichergestellt ist, dass der Schlüssel der Antikörper zu dem Schloss der Masernviren passt, beginnen die Abwehrzellen damit sich zu klonen. In kurzer Zeit sind Millionen Abwehrzellen gebildet, jede von ihnen hat die notwendige Information über die benötigten Antikörper gespeichert. Nun startet eine regelrechte Massenproduktion von Antikörpern. Wenn dieser Schritt erreicht ist, hat der Virus keine Chance mehr. Er wird von allen Seiten von einer Armee tapferer Krieger regelrecht überrannt.

Dies ist der Zeitpunkt der Genesung. Die Abwehrzellen stellen die Produktion der Antikörper ein.

Die Krankheit ist besiegt und es herrscht wieder Frieden im Königreich. Juhu!

Der Feind greift ein zweites Mal an

Was aber geschieht aber bei erneutem Kontakt mit Masernviren? Das ganze Spiel von vorne? Nein, denn dein Immunsystem ist ein schlaues Kerlchen.

Einige der Abwehrzellen des spezifischen Immunsystems stellen sich den sogenannten Gedächtniszellen zur Verfügung. Sie speichern also die Schlüssel-Baupläne der Masern-Antikörper.

Daher kann bei einem erneuten Angriff der Masernviren direkt mit der Massenproduktion gestartet werden und der Feind wird direkt besiegt. Im Normalfall bemerken wir das nicht einmal. Wir sind dann Immun gegen diese Krankheit.

Es gibt allerdings auch Erreger, die es schaffen, trotz der Gedächtniszellen dein Immunsystem zu überraschen. Sie verändern einfach einen kleinen Teil ihrer Struktur und schon werden sie nicht mehr von den Gedächtniszellen erkannt. So verhalten sich beispielsweise Grippeviren.

Wenn unser Immunsystem also nicht allzu stark ist, werden wir jedes Jahrs aufs Neue von der Grippe heimgesucht und die Schlacht muss erneut geschlagen werden.

Du hast nun die grundlegende Funktionsweise deines Immunsystems kennen gelernt. Wie du also siehst ist es äußerst ratsam sein Immunsystem gut zu pflegen.

Fazit

Dein Immunsystem ist auf den ganzen Körper verteilt. Es herrscht ein permanenter Kriegszustand, denn dein Körper wird ständig von Viren, Baketrien, Chemikalien, usw. angegriffen.

Du hast zwei Arten von Immunsystemen, das unspezifische und das spezifische. Beide arbeiten Hand in Hand und haben verschiedene Werkzeuge um Feinde zu bekämpfen.

Dein Immunsystem gleicht einer Festung. Solange keine Sabotage in Form von Spionen oder abtrünnigen Burgbewohnern betrieben wird, bist du unangreifbar. Sprich: Solange dein Immunsystem einwandfrei funktioniert, ist die Chance sehr gering, dass du gesundheitliche Probleme erleidest.

Daher ist es wichtig, dass dein Immunsystem Einwandfrei funktioniert. Dies kannst du zu einem großen Teil selbst beeinflussen.

Quellen

Fabian Fallenbüchel ist Mitgründer von Lebenskraftpur. Er ist geprüfter holistischer (ganzheitlicher) Ernährungs- und Gesundheitsberater. Seine Leidenschaft gilt der natürlichen und vollwertigen veganen Ernährungsweise sowie vitalstoffreichen Lebensmitteln und Rohstoffen.

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