Warum Aminosäuren unverzichtbar sind

Was sind Aminosäuren? Was haben Aminosäuren mit dem Universum zu tun? Warum sind sie wichtig für dich? Welche Aminosäuren gibt es und brauchst du sie alle? Wie findest du raus welche du brauchst? Und wie kannst du diese deinem Körper so zur Verfügung stellen, dass er optimal damit arbeiten kann?

Auf alle diese Fragen werden wir im folgenden Artikel versuchen eine Antwort zu finden.

Auf den Spuren der Aminosäuren

Ich werde und kann hier nicht auf Fremdwörter verzichten, denn das sind dieselben die dir in dem Zusammenhang immer begegnen – aber ich werde versuchen sie so einfach wie möglich zu erklären; auch für Asterix-Lateiner, versprochen!

Fangen wir also an.

Aminosäuren sind die elementaren Bausteine der Proteine. Sie sind die Ursubstanz aus denen Haare, Knochen, Körpergewebe, Hormone und Enzyme entstehen. Ja, sogar deine DNA besteht aus Aminosäuren.

Aminosäuren sind für dich die einzige natürliche Quelle, aus der dein Körper den lebenswichtigen Stickstoff (N) beziehen kann.

Wie die Vitamine, Mineralien, Fettsäuren und Spurenelemente zählen sie auch zu der Gruppe der Mikronährstoffe. Achtung Verwechslungsgefahr: Proteine oder zu Deutsch, Eiweiße, zählen zur Gruppe der Makronährstoffe. Dieser Sachverhalt wird oft verwechselt!

Einfach und bescheiden gesagt:

Aminosäuren sind die Grundbestandteile jeglichem organischen Lebens auf der Erde und wahrscheinlich auch im Universum.

Wissenschaftler haben eine einfache Aminosäure – Glycin – sogar in einem fernen Sternennebel nachweisen können und sehr häufig findet man Aminosäuren auf Kometen und Asteroiden. Mit Ihnen kamen die ersten Aminosäuren auch auf die Erde.

Du, deine Katze, der mickrige Blumenstock auf dem Fensterbrett, der Schimmelpilz auf dem vergessenen Apfel – einfach alles ist zum Großteil aus Aminosäuren aufgebaut.

Das Aminosäuren 1×1

Aminosäuren verbinden sich zu sogenannten Peptiden.

2 heißen Dipeptid,
3 nennt man Tripeptid,
mehr als zehn sind ein Polypeptid.

Ab ca. 50 Aminosäuren spricht man von einem Protein.

Nichts in deinem Körper funktioniert ohne Proteine. Du hättest gar keinen.

Man unterscheidet zwischen folgenden Proteinen:

  • Strukturproteine wie Elastin oder Kollagen
  • Transportproteine wie Hämoglobin
  • Enzyme, Immunglobuline, Interferone, Hormone und Neurotransmitter (Botenstoffe)

Klar, dass eine ausgewogene Aminosäurenbilanz überlebenswichtig ist. Stimmt diese nicht hat dies enorme Auswirkungen auf die Immunkompetenz, den Energiehaushalt sowie die Struktur und Funktionalität deines Organismus.

Der Ursprung der Aminosäuren

Das allererste Leben auf unserem Planeten entstand vor ca. 4 Milliarden Jahren (auf ein paar Millionen kommt’s dabei nicht an). In der sogenannten „Ursuppe“ verbanden sich einzelne Aminosäuren zu den ersten Proteinen.

Hey, woher weiß man das? Ist ja nicht so dass jemand dabei gewesen wäre…

Diese Frage beschäftigte lange Jahre die Wissenschaft. Es gelang dann schließlich im Labor der Beweis: Unter bestimmten Voraussetzungen (die damals auf der Erde herrschten) können aus den genannten Aminosäuren erste Proteine entstehen.

Die unterschiedlichen Aminosäuren

Jetzt müssen wir uns ein bisschen mit den Einteilungen Beschäftigen, keine Sorge ist nicht schwer und wenn man’s einmal kapiert hat kann einen auch niemand mehr verar… für dumm verkaufen wollte ich natürlich sagen.

Es gibt 20 proteinogene Aminosäuren. Proteinogen bedeutet nur dass aus ihnen auch Proteine gebildet werden können.

Von diesen 20 Aminosäuren sind 8 essentiell, das heißt der Körper kann Sie nicht selbst herstellen. Sie müssen täglich mit der Nahrung zugeführt werden.

Geschieht das nicht kannst du auf Dauer nicht überleben.

Die essentiellen Aminosäuren 

  • L-Isoleucin
  • L-Leucin
  • L-Lysin
  • L-Methionin
  • L-Phenylalanin
  • L-Threonin
  • L-Tryptophan
  • L-Valin

Dann haben wir logischerweise die nicht-essentiellen Aminosäuren. Diese kann dein Körper aus den essentiellen Aminosäuren synthetisieren, also selbst herstellen.

Die Nicht-essentiellen Aminosäuren

  • L-Alanin
  • L-Arginin
  • L-Asparaginsäure
  • L-Asparagin
  • L-Cystein
  • L-Glutamin
  • L-Glutaminsäure
  • Glycin
  • L-Histidin
  • L-Prolin
  • L-Serin
  • L-Tyrosin

Dann gibt‘s noch nicht proteinbildende Aminosäuren welche aber sehr wohl wichtige Funktionen im Körper haben.

Die nicht protein-bildenden Aminosäuren 

  • Taurin
  • L-Ornithin
  • Kreatin
  • L-Carnitin (ist mehr ein Vitamin als eine Aminosäure, hat aber was von beiden)

Einen hab ich noch: Die sogenannten semi-essentiellen Aminosäuren.

Was jetzt, halbwichtige Aminosäuren? Oder ist nur eine Hälfte wichtig und die andere nicht?

Nix von alledem; diese Aminosäuren sind in bestimmten Lebensabschnitten oder Situationen essentiell, also überlebenswichtig. Später dann halt nicht mehr. Synonyme hierfür sind:

  • Bedingt essentiell
  • Konditionell essentiell

Der gebräuchlichste Begriff ist semi-essentielle Aminosäure. Der treffendste Begriff allerdings wäre bedingte essentielle Aminosäure.

Jetzt hast du aber alle drei Begriffe gehört und kannst sie einordnen.

Bedingt- oder semi-essentiell sind zum Beispiel:

  • L-Cystein und L-Tyrosin bei Neugeborenen oder Leberzirrhotikern
  • L-Arginin und L-Glutamin bei schweren Verletzungen und Sepsis

Hochwertige Aminosäuren machen den Unterschied

Vielleicht ist dir schon einmal folgendes aufgefallen:

Es gibt Aminosäuren mit einem „L“ vornedran und welche ohne. Das ist eine wichtige Unterscheidung, vor allem wenn du Aminosäuren zur Nahrungsergänzung kaufen möchtest.

Bis auf Glycin kommen alle proteinbildenden Aminosäuren in zwei Formen vor:

  • L-Aminosäuren sind linksdrehend
  • D-Aminosäuren sind rechtsdrehend

Man nennt das auch die optische Form.

Prinzipiell kannst du nur die L-Form im Körper weiterverwerten, da du nur dafür über die richtigen Enzyme verfügst.

Ausnahmen sind hier Glycin, Taurin und Kreatin die keine Formunterscheidung aufweisen. Diese kannst du natürlich verwerten. Ebenso die andere Ausnahme: DL-Phenylalanin welches sehr gut aufgenommen werden kann.

Wenn du dich also dazu entscheidest, Aminosäuren zu „supplementieren“, also zu deiner Ernährung zu ergänzen, achte beim Kauf unbedingt auf die Deklaration! Steht vor den übrigen Aminosäuren kein „L-“ handelt es sich um eine „D-“ oder eine Razematform. Razemat heißt Mischung aus D und L. In beiden Fällen hast du von dem Produkt nix außer einem Loch im Budget und ne Füllung fürs Klo.

Limitierende Aminosäuren

Nun  noch ein Begriff den du vielleicht schon einmal gehört hast: Limitierende Aminosäure. Dies hat nichts mit den Eigenschaften einer Aminosäure an sich zu tun, es geht hier um die Proteinwertigkeit.

Am besten erklär ich es an einem Beispiel:

Dein Körper benötigt ein bestimmtes Protein und versucht dieses nun herzustellen. Wie wir nun wissen benötigt er dazu bestimmte Aminosäuren. Gehen wir der Einfachheit halber davon aus, er benötigt zur Herstellung eines bestimmten Proteins die Aminosäuren Lysin, Phenylalanin und Valin.

Wenn du also am Abend ein Vollkornbrot isst, erhält dein Körper nach der Verstoffwechselung Aminosäuren. Viele Getreideprodukte enthalten jedoch nur wenig Lysin – Lysin ist also hier die limitierende Aminosäure. Selbst wenn die anderen zwei Aminosäuren im Übermaß vorliegen, kann der Körper das Protein nicht effizient verwerten, da die geringe Menge an Lysin dies nicht zulässt.

Essen wir zu dem Brot noch eine Schüssel Hülsenfrüchte, die wiederum enthalten reichlich Lysin, gleichen wir den Mangel mehr als aus. Der Körper kann beide Proteine voll verwerten.

Die traditionellen Volksküchen sind voller Rezepte, die diese Kombinationen verinnerlicht haben. Sodass sich die Limitierungen gegenseitig aufheben. Der Klassiker in Costa Rica ist beispielsweise Reis mit Bohnen.

Anhand der folgenden Grafik wird das Ganze noch deutlicher:

Limitierende Aminosäure und Proteinwertigkeit

Fehlt der Nahrung eine gewisse Menge an einer Aminosäure (Bild links), reduziert sich die Verwertbarkeit der anderen Aminosäuren in der gleichen Proportion (Bild rechts).

Limitierende Aminosäure und Proteinwertigkeit

Beispiele einiger Limitierender Aminosäuren:

Lebensmittel Limitierende Aminosäure
Kartoffeln L-Methionin
Alle Getreide L-Lysin
Weizen und Roggen L-Threonin
Reis L-Lysin
Hülsenfrüchten L- Methionin
Mais L-Tryptophan

Nun weißt du was Aminosäuren sind, es gibt noch andere Unterteilungen aber das würde hier nun zu weit führen.

Der Weg einer Aminosäure durch den Körper

Schauen wir uns mal den Weg der Amino‘s durch deinen Körper an.

Angenommen du hast Reis mit Bohnen gegessen. Im Magen werden die Proteine durch die Salzsäure und das Pepsin (ein Enzym) in kürzere Peptidketten zerlegt.

Verdauungsorgane

Im Zwölffingerdarm und im Dünndarm werden die Peptide noch weiter zerkleinert. Dies geschieht durch die Enzyme Trypsin, Chymotrypsin und weitere Peptidasen welche alle in deiner Bauchspeicheldrüse gebildet werden.

Im Übrigen spielt die Darmflora hier eine unverzichtbare Rolle. Übrig bleiben sowohl reine Aminosäuren wie auch Di- und Tripeptide. Funktioniert dein Verdauungssystem reibungslos, dann ist es auch sehr effizient. Lediglich 5% der aufgenommenen Proteine werden unverändert ausgeschieden.

In deinem Dünndarm schwimmen jetzt ne Menge leckerer Amino‘s und Kurz-Peptide rum, die der Rest deines Körpers gerne hätte. Dafür gibt’s spezielle Transportmoleküle, die sogenannten Carrier. Sie nehmen die Aminosäuren auf und befördern sie  durch die Dünndarmwand ins Blut. Es gibt verschiedene Carrier die jeweils für einige Aminosäuren zuständig sind.

Wenn du von einer Aminosäure eine große Menge aufnimmst kann es passieren dass eine andere Aminosäure die auch grade diesen Carrier braucht, zu wenig oder gar nicht verwertet wird.

Das kannst du aber auch gezielt einsetzen

Nehmen wir mal an du willst einen bestimmten Effekt sehr schnell oder stark erreichen. Dann nimmst du eine bestimmte Aminosäure ein, verzichtest aber auf alle andern die diesen speziellen Carrier auch nutzen würden. So kannst du ganz gezielt bestimmte Aminosäuren verstärkt nutzen. Dies wird beispielsweise bei bestimmten Therapien genutzt.

Hier die Einteilung der Aminosäuren nach Carrierbindung:

Carrier: Basen Carrier: Säuren Carrier: Grosse Neutrale Carrier: Kleine Neutrale
L-Arginin

L-Lysin

L-Ornithin

L-Asparaginsäure

L-Glutaminsäure

L-Histidin

L-Leucin

L-Isoleucin

L-Valin

L-Methionin

L-Phenylalanin

L-Tyrosin

L-Tryptophan

L-Asparagin

L-Glutamin

L-Serin

L-Prolin

Keine klare Zuordnung gibts für Alanin, L-Cystein, Glycin und Taurin. Für die Di- und Tripeptide gibt’s eigene Carrier. Diese Kurzpeptide müssen allerdings am Bestimmungsort weiter aufgespalten werden.

Sind die Aminosäuren und kurzkettigen Peptide erstmal in deiner Blutbahn werden Sie über die Pfortader in die Leber geleitet. Dort werden sie zum ersten Mal umgebaut. Die Wissenschaftler nennen das den „First-Pass-Effekt“.

Ausnahme hier die sogenannten verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA`s) L-Leucin, L-Isoleucin und L-Valin. Diese werden überwiegend direkt in der Muskulatur verstoffwechselt.

Ca. 60% der in der Leber ankommenden Aminosäuren werden direkt dort oxidiert, sozusagen verarbeitet und gespeichert. Diejenigen Aminosäuren die vom Körper direkt benötigt werden gibt die Leber ins Blut ab von wo sie zu den entsprechenden Geweben und Organen transportiert werden. Dazu benötigt deine Leber auch eine ausreichend große Menge an B-Vitaminen.

In deiner Blutbahn kreisen also nun die Aminosäuren. Aber wie geht’s von der Leber aus weiter? Da sind sich selbst die Wissenschaftler noch nicht ganz einig, der Aminosäurestoffwechsel birgt noch ein paar Geheimnisse.

Dein Körper (so wie jeder andere lebende Organismus) versucht sich immer in einem Gleichgewicht zwischen Speicherung, Verbrauch und Zufuhr zuhalten. Man nennt dieses Gleichgewicht die Homöostase.

Um die Proteinspeicher immer voll zu halten greift dein Körper in Ausnahmesituation auch mal zu drastischen Methoden. So baut er bei ernsten Erkrankungen Gewebeproteine (vorzugsweise Muskelgewebe) ab um diese für das Immunsystem zu nutzen, auch beim unphysiologischen Fasten geht er ans Gewebe um den Proteinspeicher zu schonen oder wieder aufzufüllen.

In der folgenden Infografik siehst du sehr schön wie der Aminosäurepool als Puffer dient. Er sorgt dafür, dass dir immer ein ausreichendes Aminoreservoir zur Verfügung steht.

Pool an Aminosäuren

Das sieht alles ein bisschen komplizierter aus als es wirklich ist. Es wird einfacher wenn du die folgenden Begriffe Verstehst:

  • Katabol: Abbauend
  • Anabol: Aufbauend
  • Deanimation: Abspaltung von Ammoniak (NH3)
  • Ketoplastisch (Ketogen): Einen Ketonkörper erzeugend
  • Glucoplastisch (Glukogen): Einen Zucker erzeugend

Das war jetzt harter Stoff und ich find‘s toll dass du dabeigeblieben bist. Der ganze Prozess der Aminosäureverstoffwechslung würde hier den Rahmen sprengen.

Der Proteinbedarf

Wie du nun weißt, wird körperfremdes Protein, also das aus der Nahrung, im Körper als erstes durch Enzyme in einzelne Aminosäuren aufgeteilt und in der Leber gespeichert und dem Körper zur Verfügung gestellt. Somit baut sich dein Körper mit den neu hinzugekommen Amino’s bei Bedarf körpereigenen Proteine.

Hier findest du den durchschnittlichen Proteinbedarf verschiedener Personengruppen, nach geltender Lehrbuchmeinung:

Gruppe Proteinbedarf in g pro kg Körpergewicht
Normale Person (ohne Sport) 0,8 g
Säugling 2,7g
Breitensportler (1-3 Stunden Sport pro Woche) 0,9 – 1,1 g
Leistungssportler (Ausdauer) 1,2 – 1,4 g
Leistungssportler (Kraft) 1,7 – 1,8 g
Erkrankter/Genesender (OP, Erkrankung, größere Wunden) 2,0 – 2,5 g
Diäthaltender (ohne Sport) 1,8 – 2,0 g
Diäthaltender (1- 3 Stunden Sport pro Woche) 2,0 – 2,5 g

Allerdings gibt es mittlerweile auch andere Ansätze. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie das „Institute of Medicine – Food and Nutrition Board“ (IOM/FNB), sind sich einig, dass man selbst als Sportler oder bei körperlicher Aktivität keinen erhöhten Proteinbedarf hat. Der Kalorienbedarf ist selbstverständlich erhöht, nicht aber der Proteinbedarf. Nach dieser Ansicht sollte also selbst ein Kraftsportler nicht mehr als 0,8g pro KG Körpergewicht zu sich nehmen. Auch empfiehlt die WHO grundsätzlich nur 5% des täglichen Kalorienbedarfs durch Proteine zu decken.

Zudem entsteht bei der Proteinverwertung Harnsäure, die unter sehr negativen Umständen deinen Säure-Basen-Haushalt beeinflussen kann. Daher solltest du älteren Empfehlungen, die von ca. 4g pro KG Körpergewicht ausgehen, mit Vorsicht begegnen.

Falls du unter Proteinmangel leiden solltest, obwohl du genügend hochwertige Aminosäuren oder Proteine zu dir nimmst, kann die Ursache auch in deiner Darmflora oder einem Vitamin-B-Mangel begründet sein.

Erhöhter Proteinbedarf besteht auch in der Schwangerschaft. In dieser Zeit muss der Organismus der Mutter etwa 12 kg Körpersubstanz – verteilt auf Fötus und Gewebe – aufbauen. Eine nahezu unglaubliche Leistung und Anstrengung! Auch während der Stillzeit verbraucht eine Mutter viele Proteine. Bei der Bildung von 900ml Muttermilch verliert sie etwa 10g Körperprotein.

Exkurs: Stillzeit

Der erhöhte Proteinbedarf beim Stillen soll jedoch auf keinen Fall bedeuten, dass Mütter ihre Babys nicht mehr stillen sollen.

Mein flammender Appell: Stillt Eure Babys! Und so lange es geht!

Ihr könnt den Kleinen keinen größeren Gefallen tun und keinen besseren Start ins Leben geben. In Muttermilch ist alles enthalten, was der kleine Organismus braucht – und zwar in perfekter Zusammensetzung!

Wenn Ihr nicht stillt oder zu früh abstillt erhöht sich die Gefahr einer späteren Allergie oder von Wachstumsstörungen um ein Vielfaches. Außerdem ist für die Kleinen die körperliche und emotionale Nähe ungemein wichtig.

Die Proteinverwertung

An dieser Stelle muss ich mit einigen Halbwahrheiten aufräumen, welche aber von einigen Ernährungsexperten immer noch vertreten wird.

Demnach könntest du nur 30g Protein pro Mahlzeit aufnehmen. Das ist nicht richtig.

Dein Darm kann pro Tag ca. 600g Aminosäuren verwerten, vorausgesetzt er funktioniert einigermaßen reibungslos. Wichtig ist hier eine möglichst intakte Darmflora.

Es gibt auch keine magische Obergrenze ab der Protein nicht mehr verwertet wird. Was in deinem Stoffwechsel geschieht wird durch die Menge der Aminosäuren bestimmt welche nach der Verdauung bereitstehen.

Wieviel du davon letztlich zu Gewebeprotein verarbeitest hängt von einer Vielzahl individueller Faktoren ab und kann auch von Ma(h)l zu Ma(h)l variieren.

Proteinbedarf decken

Wie führe ich also meinem Körper die benötigten Proteine zu?

Der Idealzustand sollte sicherlich sein, dass du deinen kompletten Bedarf aus Nahrungsproteinen deckst.

Dieses Ziel darfst du auch nicht aus den Augen verlieren, nicht nur bei den Aminosäuren, nein auch bei den anderen Vitalstoffen wie Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.

Im Folgenden haben wir dir eine Liste besonders Proteinreicher Nahrungsmittel zusammengestellt:

Lebensmittel Proteingehalt in g je 100g Lebensmittel
Spirulina-Alge 57g
Chlorella-Alge 55g
Hanfsamen 33g
Kürbiskerne 32g
Erdnussmus 29g
Moringa-Pulver 28g
Leinsamenmehl 28g
Gerstengras-Pulver 28g
Rote Linsen 25g
Schwarze Bohnen 25g
Mungobohnen 24g
Linsen 24g
Leinsamen 23,5g
Pinienkerne 23g
Mandelmus 23g
Weizengras-Pulver 22,8g
Rindersteak 22g
Hähnchenbrust 22g
Kidneybohnen 21g
Thunfisch 21g
Kakaobohnen 20g
Kichererbsen 20g
Mandeln 19g
Magerquark 13g
Haferflocken 12,5g
Vollei 12g

Mache die Probe aufs Exempel: Rechne dir deinen Proteinbedarf einmal aus und vergleiche danach, wieviel du über die Nahrung zu dir nimmst.

Erreichst du deinen Bedarf über mehrere Tage und Wochen nicht, wäre es eine Möglichkeit, deine Ernährung entsprechend umzustellen oder deinen Bedarf über ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel (NEM) zu ergänzen.

Proteinmangel

Eine mangelhafte Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen ist heute keine Seltenheit. Allerdings kommt auch der Proteinmangel vor.

Ein erhöhter Proteinbedarf kann auch eine Ursache eines Mangels sein. Dein Proteinbedarf erhöht sich beispielsweise durch geänderte Lebensumstände. Wenn du krank wirst oder dir eine Verletzung einheimst. Weitere Gründen können auch eine Diät oder der Wechsel deiner Ernährungsform sein.

Es ist daher ratsam, hin und wieder seinen Proteinbedarf zu berechnen und mit dem tatsächlichen Verzehr von Lebensmitteln zu vergleichen. 

Auch im Alter kann sich der Proteinbedarf erhöhen. Hierfür gibt es unterschiedliche Ansätze.

Der Lehrbuch Ansatz ist folgender:

Wenn du älter wirst, lassen einige wichtige Funktionen im Körper nach. Das ist so eine Art Dimmer, welche die Evolution bei uns eingebaut hat. Das fängt schon ab Mitte Zwanzig an, da wird zum Beispiel die Enzymtätigkeit ganz langsam zurückgefahren. Alle 13 Jahre verlierst du ca 10% enzymatische Leistung. Von der Gesamtkonstruktion ist der Mensch auf eine aktive Lebenszeit von ca. 45 Jahren ausgerichtet. So jedenfalls der streng evolutionäre Ansatz, der bisher auch nicht widerlegt werden konnte. Demnach ist die geplante Obsoleszenz keine moderne Erfindung.

Ein gutes Beispiel hierzu ist Ötzi der zu Beginn der Bronzezeit lebte und bekanntlich vor einigen Jahren gut erhalten in einem Gletscher gefunden wurde. Dadurch konnte man ihn sehr genau untersuchen. Er hatte Verschleißerscheinungen wie ein heute 70-jähriger, war aber nach Befund zum Zeitpunkt seines Todes um die 40.

Es gibt auch alternative Ansätze dazu. Demnach könnte der Mensch weitaus älter werden als er es heutzutage wird.

Da du aber in jedem Falle wahrscheinlich, genau wie ich auch, keine Lust hast, der Evolution sklavisch zu folgen oder wegen eines Vitalstoffmangels an frühzeitigen Alterserscheinungen zu leiden, kannst du ja überlegen wie man diese Sollbruchstellen umgehen kann.

Die Antwort darauf lautet: Deinen Vitalstoffbedarf ausreichend zu decken, so dass dein Körper vernünftig arbeiten kann.

Die Probleme der modernen Lebensweise

Leider ist es bei vielen Menschen so, dass nicht nur in Ausnahmesituationen sondern auch im normalen Leben eine Unterversorgung mit wichtigen und sauberen Vitalstoffen nicht mehr gewährleistet ist.

Es gibt ne lange Liste von Scheußlichkeiten mit welchen unsere moderne Zivilisation uns beglückt:

  • Die Zahl der toxischen oder auch nur unphysiologischen Substanzen mit welchen du in Kontakt kommst hat sich in den letzten 150 Jahren vervielfacht
  • Ebenso die verschiedenen Strahlungen und Emissionen denen du ausgesetzt bist (oder auch freiwillig aussetzt wie z.B. Handys, WLAN, Bluethooth, etc.)

Darauf hat uns die Evolution nicht vorbereitet, dazu braucht’s wohl noch ein paar 10.000 Jahre.

Im gleichen Maß sinken die wertvollen Inhaltsstoffe unserer Nahrungsmittel. Im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft wird künstlich gedüngt und mit Breitbandinsektiziden die sowieso schon inhaltsleeren Züchtungen malträtiert. Oder man nimmt gleich genmanipuliertes Material (ich will’s gar nicht Pflanze nennen).

Gezüchtet oder Manipuliert wird nur auf: Aussehen, Haltbarkeit und Lagerfähigkeit. Und ja, ich hab den Profit vergessen, wie konnte ich nur?

Ein Beispiel von vielen ist eine Tomatensorte bei denen die Ingenieure ganz stolz berichten dass das Aussehen und die Haltbarkeit makellos wären.

Forscher mit Spritze und TomateLeider hat man dafür die Zuckersynthese weggezüchtet – das heißt sie schmeckt nicht. Ist doch egal, Hauptsache sie sieht gut aus.

Es fällt mir schwer diese Idiotie nachzuvollziehen.

Aber du kannst dir ja so ne Monstrosität kaufen und mit ihr zusammen alt werden. Du kriegst Falten – sie nicht. Und wenn du eines Tages in die Kiste musst legen wir die (immer noch makellose) Tomate bei. Wenn sie dich dann in 3000 Jahren ausgraben ist die Tomate wahrscheinlich immer noch unversehrt, denn welcher vernünftige Mikroorganismus traut sich an so was ran?

Da gibt’s noch unzählige Beispiele, wie das Getreide, dass mit 9-facher Glutenmenge und eingebauten Pestiziden gezüchtet wird.

Die heutige Landwirtschaft

Da weiß dein Organismus ja gar nicht von was er krank werden soll.

Und was die industrielle Landwirtschaft noch übriglässt wird von der Nahrungsmittelindustrie in den Boden gestampft.

Vielleicht hat die Evolution Lebensmittelingenieure (allein schon der Begriff) geschaffen, da wir als Menschheit doch eine Menge natürlicher Todesursachen beseitigt haben. Ich denke und befürchte dass sie ihren Job besser machen werden als Pest, Pocken und Gelbfieber zusammen.

Dabei bin ich in keiner Weise gegen Fortschritt. Wenn sich „Fortschritt“ aber fast ausschließlich an Profit und Firmeninteressen orientiert ohne Rücksicht auf das Leben – dann ist es keiner.

Deinen Vitalstoffbedarf decken

Du bist einer Vielzahl äußerer Einflüsse ausgesetzt die deinem Körper schaden und denen du nur schwer ausweichen kannst. Gleichzeitig wird dir die Aufnahme wertgebender Vitalstoffe durch industriellen Anbau und Verarbeitung sehr schwer gemacht.

Es gibt mittlerweile glücklicherweise aber auch eine ganze Reihe von Anbaubetrieben und Weiterverarbeitern die mit aller Kraft versuchen gegen diesen Trend zu arbeiten und dabei folgendes beachten:

  • Verzicht auf künstliche Düngung, Insektizide oder Fungizide
  • Schonende Bearbeitung
  • Verwendung alter Sorten
  • Maßvoller Umgang mit Ressourcen
  • Schonende Weiterverarbeitung ohne Vitalstoffverlust
  • Vermeidung schädlicher Substanzen
  • Angemessene Verpackungen

…und noch vieles mehr.

Hier kannst du deinen Bedarf sehr gut decken. Diverse Biosiegel, wie z.B. Demeter oder Bioland leisten hier hervorragende Arbeit. Versuche dir also deine Lebensmittel immer in Bio-Qualität zuzulegen.

Manchmal hast du jedoch keinen Zugriff darauf oder es ist ein Mengenproblem. Dann kannst du sehr gut auf hochwertige Nahrungsergänzung zurückgreifen.

Wie bei Lebensmitteln kann und wird auch hier eine Menge falsch gemacht. Ob aus Profitstreben oder Unwissenheit lass ich mal offen. Sei beispielsweise bei Discountern vorsichtig, hier ist der Preis das Hauptkriterium der Listung und gute Zutaten sind oft teuer im Einkauf, ebenso wie die schonende Verarbeitung.

Schau dir unbedingt die Deklaration an.

Sind die Vitalstoffe sinnvoll in Zusammensetzung, chemischer Struktur und Kombination?

Achtet der Hersteller/Vertreiber auf Qualität und Reinheit (Prüfsiegel, Keine Zusatzstoffe, Bio, etc.)? Gerade bei Aminosäuren solltest du nachsehen aus was diese hergestellt werden.

Auf der sicheren Seite bist du wenn die Aminosäuren sowohl vegan wie auch GMO-Frei (nicht Genmanipuliert) produziert wurden – das heißt dass weder Schlachtabfälle noch Gen-Soja als Rohstoff gedient haben.

Frag dort ruhig mal nach. Durch die, sagen wir mal „pharmaindustriefreundliche Gesetzgebung“ dürfen Hersteller und Vertreiber nur sehr wenig relevante Informationen öffentlich stellen.

Informier dich daher durch verschiedene Quellen, nicht jeder Guru hat die Weisheit mit Löffeln gefressen.

Fazit

Ohne Aminosäuren gibt es kein organisches Leben auf der Erde und wahrscheinlich auch nicht in unserer Galaxie.

Proteine bestehen aus Aminosäuren.

Über die Nahrung nehmen wir körperfremde Proteine auf, welche durch den Stoffwechsel zu Aminosäuren aufgedröselt werden. Aus diesen werden nun körpereigene Proteine hergestellt.

Aminosäuren kannst du nach Zweck, Aufnahme oder Verstoffwechselung in verschiedene Kategorien einteilen.

Es ist wichtig dass du die essentiellen Aminosäuren täglich zu dir nimmst, veränderte Lebensumstände haben Einfluss auf deinen Bedarf und damit auf dein Wohlergehen.

Dein Körper versucht immer ein Gleichgewicht (Homöostase) zu erreichen und zu halten.

Industriell hergestellte Nahrungsmittel sind ungenügend um deinen Aminosäurebedarf vollständig und gesund zu decken.

Der Verzehr von hochwertigen Lebensmitteln in Bio-Qualität ist daher ratsam. Zusätzlich kann der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln unter Umständen sinnvoll und vonnöten sein.

Quellen

  • Mikronährstoffe, Gröber, 3.Auflage wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, ISBN 978-3-8047-2615-4
  • Handbuch der Proteine und Aminosäuren, Arndt und Albers, 3. Auflage 2011, Novagenics Verlag Arnsberg ISBN 978-3-92002-38-6
  • Organische Chemie: Ein kurzes Lehrbuch, Harold Hart, VCH 1989, ISBN 3-527-26480-9
  • Biochemie, Lubert Stryer, 4. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, 1995, ISBN 3-86025-346-8
  • Biophysik, Roland Glaser, 4. Auflage, Gustav Fischer Verlag, 1996, ISBN 3-334-60967-7 (Fischer), ISBN 3-8252-8116-7
  • Amino Acids and the Asymmetry of Life, Uwe Meierhenrich, Springer-Verlag, Heidelberg und Berlin 2008, ISBN 978-3-540-76885-2
  • Haralabos Zorbas: Bioanalytik, Friedrich Lottspeich, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998, ISBN 978-3-8274-0041-3
  • Der Experimentator, Hubert Rehm und Thomas Letzel, Proteinbiochemie / Proteomics. 6. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2
  • Basiswissen Biochemie, Löffler, Springer-Lehrbuch, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-23885-9
  • World Health Organization (WHO)
  • Institute of Medicine – Food and Nutrition Board (IOM/FNB)
  • Food and Drug Administration (FDA)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Jürgen Kaa ist Mitgründer von Lebenskraftpur. Als geprüfter Pharmaberater mit 25 Jahren Berufserfahrung in der Naturheilkunde ist er auf den Spuren vergessener Therapien und vom Markt verschwundenen Präparaten, um seinen Kunden die natürlichste und wirkungsvollste Hilfe zu bieten.

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