Traditionelle Elixiere: Seit Jahrhunderten zur Stärkung der Gesundheit angewandt

Inhaltsverzeichnis

Der Einsatz traditioneller Elixiere in der Naturheilkunde

Der Begriff „Elixier“ bezeichnet in der Naturheilkunde wertvolle Kräuter- und Heilpflanzenrezepturen, die auf Alkoholbasis angesetzt werden, um ihre Wirkung noch zu potenzieren.

Die oftmals traditionellen Rezepturen sind uralte Heilmittel, die in verschiedenen Kulturen zur Heilung von Krankheiten sowie körperlichen und geistigen Beschwerden eingesetzt werden oder auch einfach zur allgemeinen Kräftigung der Gesundheit dienen.

Zu ihnen gehören u.a.

  • Elixiere auf Safran-Basis zur Stärkung der geistigen Gesundheit,
  • Schlaf-Elixiere,
  • Elixiere für Atemwegs- und Erkältungskrankheiten, das sog. Schwedenbitter
  • sowie Elixiere zur Unterstützung der Ausleitungsorgane.

Sie alle beruhen auf Kräuterzusammensetzungen, die über die Jahrhunderte hinweg in der Naturheilkunde traditionell angewendet wurden bzw. werden.

Vorteile von Elixieren auf Basis von Honigwein (Met)

Der große Vorteil der Elixiere besteht dabei darin, dass sich die Wirkung der Arzneimittelpflanzen durch die Zugabe von Alkohol noch erhöht. Die Wirkstoffe der Kräuter gelangen dadurch schneller in die Blutbahn und man benötigt in der Anwendung wesentlich kleinere Mengen gegenüber wässrigen Kräuterauszügen.

Eine uralte, traditionelle Methode zur Herstellung von Elixieren ist dabei die Verwendung von Honigwein (Met). Bereits die alten Germanen und Kelten griffen auf dieses alkoholische Getränk für ihre Arzneimittel-Elixiere zurück. Denn Honig selbst bietet bereits viele gesundheitliche Vorteile.

So kann der Honig je nach verwendeter Sorte entzündungshemmende, antioxidative und antibakterielle Eigenschaften entfalten. Zudem verstärkt auch er die Wirkung der Heilkräuter und kann den Geschmack von etwaigen Bitterstoffen abmildern.

Safran-Elixiere zur Linderung depressiver Verstimmungen, Schlaflosigkeit und Melancholie

Safran ist ein uraltes Heilmittel, das in allen antiken Hochkulturen, in Indien, China, Persien, Griechenland und Rom als Heilmittel geschätzt und hochbezahlt wurde. Bereits in den sumerischen und altägyptischen Schriften wird es erstmals als Zutat von Heiltränken erwähnt.

Traditionelle Anwendungsgebiete

So wurde Safran u.a. bei Asthma, Rheuma, Leberleiden, Nervenschmerzen (Neuralgien) sowie Fieber und Keuchhusten empfohlen. Auch Depressionen, Schlaflosigkeit und Melancholie gehörten zu den Haupteinsatzgebieten des echten Safrans.

Aus dieser traditionellen Anwendung heraus entstammt auch das aus dem Mittelalter geflügelte Wort „Der hat wohl auf einem Sack voller Safran geschlafen“ für jemanden, der sehr ausgelassen und fröhlich war.

Das pharmakologische Wirksamkeitsspektrum von Safran in Studien

Und auch moderne Studiendaten weisen Safran angstlösende, antidepressive, gedächtnisfördernde sowie nervenschützende Eigenschaften zu.

Fördert die Dopaminbildung

So bestätigt eine zusammenfassende Bewertung von 6 klinischen Studien Safran ein hohes Wirkpotential bei milder Depression, welches an die Effizienz schulmedizinischer Präparate durchaus heranreicht1.

Verantwortlich für die antidepressive Wirkung ist u.a. eine vermehrte Produktion von Dopamin im Gehirn, das umgangssprachlich auch als „Glückshormon“ bezeichnet wird2.

Steigert die Gedächtnisleistung

Darüber hinaus ist Safran in der Lage, das Lernverhalten und die Gedächtnisleistung zu verbessern. Denn Safran – allem voran mit seinem Hauptwirkstoff Crocin – ist ein starkes Antioxidans, das die Blut-Hirn-Schranke passieren und so das Gehirn vor den gefährlichen Auswirkungen freier Radikale schützen kann.

Gerade chronischer Stress kann zu einer vermehrten Bildung freier Radikale führen, die insbesondere den Bereich des Gehirns (sog. Hippocampus) schädigen, welcher für das Lernen und die Gedächtnisfunktion verantwortlich ist. Studien haben gezeigt, dass Safran in der Lage ist, dieses Gehirnareal vor den Angriffen freier Radikale effektiv zu schützen und seine Leistungsfähigkeit zu steigern2.

Schützt die Nervenzellen bei einer Alzheimer-Erkrankung

Die schützende Wirkung von Safran auf die Gedächtnisfunktionen wurde auch bei Alzheimer im Tiermodell nachgewiesen. So ist Safran in der Lage, ein Absterben der Nervenzellen, das durch die krankheitsbedingte Entstehung sog. Beta-Amyloid-Plaques ausgelöst wird, zu stoppen. Zudem verbesserte sich auch hier parallel dazu die Gedächtnisleistung.

Verwendung echten Safrans für die Elixier-Herstellung

Um von den gesundheitlichen Vorteilen des Safrans vollumfänglich profitieren zu können, ist es wichtig, darauf zu achten, dass bei den Elixieren auch wirklich echter Safran verwendet wurde. Denn echter Safran zählt aufgrund seiner Entstehung und Gewinnung zu den teuersten Gewürzen der Welt.

So wird echter Safran lediglich aus den Staubgefäßen bestimmter Krokusarten gewonnen. Jede Pflanze hat nur 3 bis 4 Fäden und blüht nur einmal im Jahr. Für 1 kg Safran benötigt man daher 150.000 bis 200.000 Blüten.

Alle Tätigkeiten vom Ernten, Trocknen und Weiterverarbeiten der Pflanzen können ausschließlich in Handarbeit ausgeführt werden. Dies erklärt den hohen Preis.

Billigere Ware sind oftmals Fälschungen, bei denen keine Safran-Fäden verwendet wurden, sondern die eingerollten Staubblätter der Färberdistel („unechter Safran“).

Die Bestandteile echten Safrans

Neben dem äußeren Erscheinungsbild unterscheidet sich echter Safran auch durch seine Zusammensetzung. Über 150 Inhaltsstoffe wurden bislang in Safran identifiziert. So enthält er bspw. eine hohe Anzahl ätherischer Öle, Terpene (dem Hauptbestandteil ätherischer Öle), Carotinoide, Polysaccharide (Mehrfachzucker) sowie Vitamin B2.

Zu den pharmakologisch wirksamsten gehören jedoch die 4 Hauptwirkstoffe: Crocin, Crocetin, Picrocrocin und Safranal, das erst beim Trocknungsprozess der Pflanze entsteht3.

Qualitativ hochwertiger Safran enthält v.a. einen hohen Crocin-Gehalt von über 20 % Crocin und über 6 % Picrocrocin4.

Schlaf-Elixiere – für eine ruhige, ausgeglichene Nacht

Auch Schlaf-Elixiere auf Basis von traditionellem Honigwein sind ein altbewährtes Mittel seit dem Altertum und erfreuen sich auch heute noch als abendlicher Schlaftrunk großer Beliebtheit. Die traditionellen Rezepturen aus der germanischen und keltischen Volksheilkunde werden nach alter Überlieferung angesetzt und verwenden 6 klassische Heilkräuter für einen tiefen, erholsamen Schlaf:

  • Passionsblume
  • Hopfen
  • Baldrian
  • Melisse
  • Benediktenkraut
  • Weißdorn

Sie alle besitzen verschiedene schlaffördernde Qualitäten, die in Ergänzung mit dem Honigwein auf einzigartige Weise noch verstärkt werden.

Passionsblume – krampflösend und beruhigend

So wird die Passionsblume sowohl in der europäischen Pflanzenheilkunde als auch von den amerikanischen Ureinwohnern für ihre krampflösenden und beruhigenden Eigenschaften sehr geschätzt. Traditionell wird sie daher bei Stress, nervösen Unruhezuständen sowie zur Förderung eines angenehmen Schlafs verwendet.

Zu ihren Hauptinhaltsstoffen zählen dabei u.a. zahlreiche Flavonoide, Vitexin, Cumarin, Passiflorine, Stigmasterol, Sitosterol, Luteolin und Kaempferol, die in ihrer Gesamtheit die außerordentliche Wirkkraft der Pflanze ausmachen5.

Hopfen – bei Nervosität, Angst und Schlafstörungen

Hopfen wird seit jeher für seine schlaffördernden und beruhigenden Eigenschaften geschätzt. In der Naturheilkunde wird er daher traditionell bei Nervosität, Angst und Schlafstörungen eingesetzt.

Verantwortlich für seine Wirkung sind die beiden Hauptinhaltsstoffe Humulon und Lupulon, die darüber hinaus auch antibakteriell sind. Nicht umsonst ist ein warmes Hopfenbier auch ein altbewährtes Mittel bei Erkältungen6.

Baldrian – als natürliches Schlafmittel

Baldrian gehört dagegen zu den Klassikern unter den natürlichen Schlafmitteln. Er ist reich an ätherischen Ölen und sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoiden und Lignanen.

In der Pflanzenheilkunde wird er bereits seit der Antike und auch später im Mittelalter für einen gesunden Schlaf eingesetzt6.

Für einen erholten Start in den Tag

Dabei liegt sein Hauptschwerpunkt auf der Beseitigung von Einschlafstörungen, nicht so sehr auf der Förderung eines durchgängigen Schlafverhaltens.

Dennoch begünstigt er eine normale Abfolge der verschiedenen Schlafphasen, sodass der Anwender am Morgen erholt aufwacht. Im Gegensatz zu synthetischen Präparaten macht natürlicher Baldrian zudem nicht abhängig und fördert auch keinen Tagesschlaf.

Melisse – angstlösend und beruhigend

Auch Melisse ist eine Heilpflanze, die eine lange Anwendungstradition besitzt. Sie gilt als angstlösend, beruhigend, krampflösend und schlaffördernd – ideal, um sich abends nach einem anstrengenden Tag zu entspannen und das Einschlafen zu fördern.

Dabei beruht ihre Wirkung v.a. auf ihrem hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Da diese auch antibakteriell und antiviral wirken, wird Melisse darüber hinaus auch gerne bei Erkältungskrankheiten zum Inhalieren eingesetzt6.

Benediktenkraut – mit schlaffördernden Eigenschaften

Das Benediktenkraut ist dagegen eine Heilpflanze, die aufgrund ihres hohen Anteils an Bitterstoffen über ein vielseitiges Anwendungsrepertoire in der Naturheilkunde verfügt. So wird es u.a. bei Appetitlosigkeit, Fieber, Gicht aber auch bei Schlaflosigkeit und als Sedativum genutzt.

Im 16. Jahrhundert wurde das Kraut zudem zu Zeiten der Pest sehr geschätzt. Zusammen mit den anderen oben aufgeführten Heilkräutern werden jedoch v.a. ihre schlaffördernden Eigenschaften gestärkt5.

Weißdorn – beruhigt den Herzmuskel

Weißdorn ist eine klassische Herzheilpflanze. Sie wird bereits in antiken Werken über Heilmittel, wie z.B. in „De Materia Medica“ von Dioskurides, erwähnt und findet sich auch in zahlreichen Kräuterbüchern der Neuzeit wieder. Inzwischen ist die Wirkung des Weißdorns auch pharmakologisch gut dokumentiert. In der Naturheilkunde wird er u.a. zur Herzkräftigung und Verbesserung der Kontraktionskraft eingesetzt.

Zur Schlafförderung wird er v.a. genutzt, da er auch eine Erweiterung der angrenzenden Herzkranzgefäße bewirkt. Hierdurch wird das Herz besser mit Sauerstoff versorgt – was sich beruhigend auf den Herzmuskel auswirkt6.

Schwedenbitter – zur Unterstützung der Verdauungsorgane

Auch die heutige Rezeptur des sog. Schwedenbitters – entwickelt von den schwedischen Ärzten und Chemikern Urban Hjärne und Klaus Samst greift auf jahrhundertealtes, naturheilkundliches Pflanzenwissen zurück. So wurde eine ähnliche Rezeptur bereits von Paracelsus im 16. Jahrhundert entwickelt.

Das Elixier, das 1692 erstmalig entwickelt und im 18. Jahrhundert verstärkt Anwendung fand, wird v.a. genutzt, um die Verdauungsorgane nach dem Essen anzuregen und für einen gesunden, aktiven Stoffwechsel zu sorgen. Auf diese Weise wird die langfristige Gesunderhaltung des Körpers unterstützt.

Aufgrund seines hohen Anteils an Bitterstoffen sind die Anwendungsgebiete des Schwedenbitters jedoch viel universeller.

Allgemeine Einsatzgebiete des Schwedenbitters

Denn die enthaltenen Bitterstoffe regen nicht nur sämtliche Verdauungsdrüsen an und fördern die Leberentgiftung. Sie reinigen auch die Atemwege und unterstützen den Aufbau einer gesunden Hautbarriere in der äußeren Anwendung.

Zur Unterstützung der Verdauung

So wird das Schwedenbitter u.a. eingesetzt, um die Gallen-, Pankreas- und Magensekretion zu fördern, den Verdauungs- und Magendarmtrakt zu desinfizieren, Blähungen zu lindern sowie Krämpfe und Übelkeit aufzulösen7.

Zur Leberentgiftung

Da die enthaltenden Bitterstoffe auch die Leber in ihrer Entgiftungsfunktion stärken, wird das Schwedenbitter zudem genutzt, um vermehrt die Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Körper anzuregen.

Bei Erkältungskrankheiten

Außerdem fördern die Bitterstoffe die Schleimsekretion und damit den Abtransport von gefährlichen Krankheitskeimen. Daher eignet sich das Schwedenbitter auch hervorragend bei Erkältungskrankheiten.

So heißt es u.a. in den von Maria von Treben veröffentlichen Dosierungsempfehlungen zu Schwedenbitter:

Bei Erkältung mit Müdigkeit, Gliederschmerzen und Druckgefühl im Stirn- und Kopfbereich kann man einen mit Schwedenbitter befeuchteten Wattebausch unter die Nase halten und die Dämpfe inhalieren.

Sind die Bronchien mitbetroffen, kann man die Dämpfe auch durch den Mund einatmen. Zusätzlich sollte bei Erkältungen, gerade wenn sie mit akutem Fieber verbunden sind, täglich 1-2 Teelöffel entweder pur oder in einem Glas Wasser vermischt, eingenommen werden.

Als kräftigendes Tonikum

Dank seines kräftigenden Charakters wird das Schwedenbitter darüber hinaus auch gerne als energetisierendes Tonikum entweder in der Rekonvaleszenzphase eines Infekts oder allgemein zur Steigerung des Wohlbefindens eingesetzt7.

Zur Verbesserung der Hautstruktur

Äußerlich angewandt in Form von Kompressen regen die enthaltenen Bitterstoffe auch die Bildung von Hautfetten (sog. Ceramiden) an, welche für den strukturellen Aufbau der Haut und die Regulation ihres Feuchtigkeitsgehalts wichtig sind. Deshalb wird das Schwedenbitter auch genutzt, um die Regeneration der Haut zu aktivieren7.

Die traditionelle Rezeptur des Schwedenbitters

Mittlerweile sind unterschiedliche Abwandlungen und Optimierungen der Originalrezeptur des „Schwedenbitters“ auf dem Markt erhältlich.

Dabei enthält das Schwedenbitter-Elixier bis zu 20 verschiedene Heilkräuter. Zu ihnen gehören:

Aloe, Senna, Rhabarber, Zitwer, Ehrenpreis, Angelika, Eberesche, Myrrhe, Kalmus, Anis, Zimt, Zitrone, Fenchel, Enzian, Ingwer, Chinarinde, Süßholz, Baldrian, Kampfer und Safran.

Schwedenbitter auf Honigwein-Basis

Viele Schwedenbitter sind gleichzeitig in hochprozentigem Alkohol angesetzt. Die Besonderheit einer Rezeptur mit Honigwein besteht jedoch darin, dass die Wirkung der 20 Heilkräuter noch verstärkt wird.

Zudem trägt der Honig dazu bei, den starken Bitterstoffcharakter der Rezeptur angenehmer zu machen.

Elixiere für Atemwegs- und Erkältungskrankheiten

Elixiere für Atemwegs- und Erkältungskrankheiten greifen ebenfalls auf eine uralte Tradition zurück. Denn gerade früher, als es noch keine ausreichenden Heizmöglichkeiten gab, starben viele Menschen in der kalten Jahreszeit an den Folgen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts. Im Laufe der Zeit entstanden dabei viele verschiedene Kräuter-Mischungen und Rezepturen auf alkoholischer Basis.

Einige Heilpflanzen haben sich jedoch bei der Linderung von Erkältungskrankheiten besonders etabliert, denn in Kombination bekämpfen sie auf verschiedenen Ebenen wirkungsvoll die Beschwerden. Sie wirken dabei …

  • schleimlösend, um den Hustenreiz zu mildern
  • fiebersenkend und antimikrobiell, um die Entzündungsreaktionen zu dämpfen
  • harntreibend, um die Erreger und giftigen Fremdsubstanzen aus dem Körper zu schwemmen
  • entkrampfend, um die Atemmuskulatur zu entspannen

Die folgenden Heilpflanzen eigenen sich hierfür besonders gut.

Wilder Eibisch – schleimlösend und beruhigend

Wilder Eibisch ist eine traditionelle Heilpflanze, die v.a. bei Hustenreiz und Heiserkeit im Rahmen einer Erkältungskrankheit gegeben wird.

Denn seine Schleimstoffe, die aus der Wurzel gewonnen werden, bilden einen Schutzfilm über die gereizten Schleimhäute und mildern den Hustenreiz – insbesondere bei trockenem Reizhusten. Darüber hinaus werden ihm auch entzündungsmildernde Eigenschaften nachgesagt.

Kornblume – fiebersenkend und harntreibend

Die Kornblume dagegen wird in der Naturheilkunde für ihre fiebersenkende und harntreibende Wirkung geschätzt.

In allen traditionellen Rezepturen findet man auch immer ausleitende Bestandteile. Denn auf diese Weise können Giftstoffe schnell aus dem geschwächten Körper ausgeleitet und so der Heilungsprozess beschleunigt werden.

Kiefer – schleimlösend und durchblutungsfördernd

Auch die Kiefer gehört zu den traditionellen Heilpflanzen bei Erkältungen. Denn das ätherische Öl der Kiefernnadeln wirkt innerlich schleimlösend und antiseptisch.

Auf diese Weise werden die Atemwege gereinigt und gereizte Schleimhäute beruhigt. Gerade bei trockenem Hustenreiz wirkt sich das entlastend auf die Atemwege aus.

Darüber hinaus ist das Kiefernnadelöl in der äußeren Anwendung auch gleichzeitig durchblutungsfördernd. Lokal angewandt im Brustbereich wirkt es sich erwärmend auf die Atemwege aus und über das Einatmen oder über die Haut gelangen die Wirkstoffe des ätherischen Öls zusätzlich in den Körper.

Thymian – antimikrobiell und entkrampfend

Die heilsame Wirkung des Thymians ist dagegen im Mittelmeerraum schon sehr lange bekannt, während das Kraut in Nordeuropa erst ca. 800 n. Chr. durch die Benediktinermönche als Heilkraut eingeführt wurde.

Hauptinhaltsstoff ist auch hier ein ätherisches Öl, das sog. Thymol. Dieses wirkt stark antibakteriell und antiviral. Bei einer Erkältung bekämpft es die Krankheitserreger und verhindert eine weitere Ausbreitung der Infektion in den Atemwegen.

Darüber hinaus wirkt Thymian krampflösend und auswurffördernd. Die Bronchien werden dadurch von festsitzendem Schleim befreit und das Abhusten erleichtert. Zudem wirkt Thymian auch leicht harntreibend.

Primel oder Schlüsselblume – schleimlösend

Bei Husten, Keuchhusten, akuter und chronischer Bronchitis wird v.a. die Primel gerne eingesetzt. Denn ihre Inhaltsstoffe sind besonders schleimlösend und erleichtern das Abhusten.

Verwendet werden dabei die Blüten und die Wurzel der Pflanze, wobei der Hauptanteil der gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe in der Wurzel gespeichert ist.

Malve – schleimlösend und antimikrobiell

Schon die Griechen und Römer nutzten Malvenblätter und deren Auszüge bei innerlichen Entzündungen. Die enthaltenen Schleimstoffe pflegen gereizte Schleimhäute und lindern den Hustenreiz.

Zudem sind die in der Malve enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, die sog. Anthocyane, antibakteriell und antiviral und beschleunigen den Heilungsprozess.

Veilchen – fiebersenkend

Die Verwendung von Veilchen als Heilpflanze wird erstmalig bei Hippocrates erwähnt. In der heutigen Naturheilkunde wird es v.a. zur Linderung von Erkältungskrankheiten, bei Husten und Bronchitis eingesetzt. Da es zudem als schweißtreibend gilt, wird es auch gerne bei fieberhaften Erkrankungen gegeben.

Ausleitungselixiere zur Unterstützung der Entwässerung und Entschlackung

Auch sog. Ausleitungselixiere, die durch ihre ausgewählten Kräuterzusammensetzungen die Ausleitungsfunktion von Niere, Blase, Leber und Darm unterstützen, besitzen in der traditionellen Naturheilkunde eine lange Anwendungspraxis. Sie werden v.a.

  • zur Behandlung von Rheuma und Gicht eingesetzt,
  • um die Harnsäure zu entschlacken,
  • um der Bildung von Nierensteinen vorzubeugen,
  • um Ödeme zu entwässern,
  • bei häufigen Blasenentzündungen,
  • bei Harnkristallen in der Blase oder im Urin (sog. Blasengries) sowie
  • um bei schmerzhaftem oder schwierigem Wasserlassen zu unterstützen.

Die Zusammensetzung kann dabei variieren. Besonders bewährt haben sich aufgrund ihrer Eigenschaften Kirschstängel, Lindensplit, Schafgarbe und Lauch – kombiniert mit Salz und Honig.

Kirschstängel – zur Entwässerung

So sind Kirschstängel ein altbewährtes Mittel bei Blasenentzündungen, Blasengries, Harnbeschwerden, Nierenleiden oder Problemen mit Leber und Milz.

Denn gerade die Stiele der Kirschen sind es, die einen hohen Anteil an Gerbstoffen aufweisen und daher, z.B. als Tee aufgebrüht, sehr stark entwässernd wirken.

Lindensplint – regt die Nierenfunktion an

Auch Tees oder Absude aus Lindensplint wurden bzw. werden traditionell zur Elimination von Harnsäure, zur Verbesserung der Nierenfunktion, bei Ödemen und bei Beschwerden beim Wasserlassen eingesetzt.

Als Lindensplint bezeichnet man dabei die Bastschicht zwischen Rinde und Stammholz des Lindenbaumes. Durch diese innere Rinde verlaufen alle Versorgungskanäle des Baumes – von der Wurzel bis zu den obersten Blattspitzen. Sie ist daher besonders reich an wertvollen Inhaltsstoffen.

Schafgarbe – das traditionelle „Bauchwehkraut“

Die Schafgarbe ist ebenfalls eine Heilpflanze mit langer Tradition, die ein ähnliches Wirkspektrum wie die Kamille hat. So wirkt Schafgarbe gallefördernd, entwässernd und wohltuend auf Magen-Darm-Beschwerden.

Sie unterstützt die Nieren bei der Ausleitung von Toxinen und hat eine ausgesprochen gute Wirkung bei krampfartigen Unterleibsschmerzen. Im Volksmund wurde Schafgarbe daher früher auch als „Bauchwehkraut“ bezeichnet. Im Vergleich zur Kamille liegt bei der Schafgarbe der Fokus noch viel mehr auf der Reizlinderung aufgrund ihres hohen Anteils an Gerbstoffen6.

Lauch – sorgt für eine gesunde Verdauung und beugt Nierensteinen vor

Lauch dagegen ist nicht nur ein wohlschmeckendes Gemüse, sondern auch eine beliebte Heilpflanze, deren Wirkkraft heute mitunter fast in Vergessenheit geraten ist – und das völlig zu Unrecht.

Denn Lauch enthält sehr viel natürliches Inulin, einen wasserlöslichen Ballaststoff, der eine normale Verdauung unterstützt und eine gesunde Darmflora fördert.

Gut zu wissen: Die Wirkweise von Ballaststoffen

Ballaststoffe sind in der Regel pflanzliche Stoffe, die nicht vom menschlichen Körper selbst aufgespaltet werden können. Sie gelangen dadurch unverdaut bis in den Dickdarm, wo sie den „guten“ bzw. gesundheitsfördernden Bakterien der Darmflora als Nahrungsquelle dienen.

Die Ballaststoffe helfen den Bakterien dabei, sich schnell und effizient zu vermehren und dadurch widerstandsfähiger gegenüber ungewollten Keimen zu werden. Außerdem unterstützen die Ballaststoffe eine normale Verdauung, indem sie Wasser in Magen und Darm binden, aufquellen und dadurch einen Dehnungsreiz auf die Magen-Darm-Wand geben, der für eine Anregung der Verdauungsfunktion sorgt.

Zudem wird Lauch in der Volksheilkunde zur Entschlackung und zur Verbesserung des Gallenflusses eingesetzt. Ebenso zur Förderung der Nierentätigkeit und um die Bildung von Nierensteinen zu verhindern.

Darüber hinaus besitzt Lauch eine ausgeprägte, gegen Pilze gerichtete Wirkung (antimykotisch) und enthält sehr viele wichtige Vitalstoffe wie Vitamin C, Vitamin K, Beta-Carotine, Polyphenole und Spurenelemente, die zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beitragen6.

Salz aus dem Toten Meer – als natürliche Mineralienquelle

Salze sind dagegen hervorragende Quellen für wichtige Mineralien wie Kalium und Magnesium sowie weitere Spurenelemente, welche die Funktion der Ausleitungsorgane zusätzlich unterstützen und sich ideal mit der Wirkkraft der Phytosubstanzen verbinden lassen.

Besonders bewährt hat sich dabei das Salz aus dem Toten Meer. Denn dieses ist weitaus weniger verarbeitet als herkömmliche Speisesalze. Herkömmliche Speisesalze werden oftmals auf einen hohen Natriumchloridgehalt hin mehrfach gewaschen, gefiltert und erhitzt („raffiniert“) und verlieren dabei ihre natürliche Mineralienzusammensetzung.

Honigwein (Met) – zur Rezepturverstärkung

Das Ganze wird letztendlich wieder in eine Honigwein-Basis (Met) eingebettet, um die Wirkkräfte der einzelnen Heilkräuter zu verstärken, den Geschmack zu verbessern sowie die entzündungshemmenden, antibakteriellen und antioxidativen Eigenschaften des Honigweins im Zusammenspiel zu nutzen.

Fazit: Traditionelle Elixiere stärken die Gesundheit

Seit jeher werden in der Naturheilkunde Kräuterextrakte auf alkoholischer Basis verwendet, um die Gesundheit auf vielfältige Weise zu unterstützen sowie Krankheiten vorzubeugen. Zu den beliebtesten Elixieren zählen dabei Elixiere auf Safran-Basis zur Stimmungsaufhellung, Schlaf-Elixiere, Elixiere für Atemwegs- und Erkältungskrankheiten, das Schwedenbitter sowie Ausleitungselixiere. Dank ihrer einzigartigen Kräuterzusammensetzung in Elixierform sind sie besonders effizient und wässrigen Zubereitungsformen (bspw. Tees) weitaus überlegen.

Quellen

  1. A. L. Lopresti and P. D. Drummond, “Saffron (Crocus sativus) for depression: a systematic review of clinical studies and examination of underlying antidepressant mechanisms of action,” Human Psychopharmacology: Clinical and Experimental, vol. 29, no. 6, pp. 517–527, Nov. 2014, doi: 10.1002/HUP.2434.
  2. M. R. Khazdair, M. Hossein Boskabady, M. Hosseini, R. Rezaee, and A. M. Tsatsakis, “The effects of Crocus sativus (saffron) and its constituents on nervous system: A review,” AJP, vol. 5, no. 5, pp. 376–391.
  3. A. Hosseini, B. M. Razavi, and H. Hosseinzadeh, “Pharmacokinetic Properties of Saffron and its Active Components,” European Journal of Drug Metabolism and Pharmacokinetics 2017 43:4, vol. 43, no. 4, pp. 383–390, Nov. 2017, doi: 10.1007/S13318-017-0449-3.
  4. M. Lechtenberg, D. Schepmann, M. Niehues, N. Hellenbrand, B. Wünsch, and A. Hensel, “Quality and functionality of saffron: Quality control, species assortment and affinity of extract and isolated saffron compounds to NMDA and σ1 (Sigma-1) receptors,” Planta Med, vol. 74, no. 7, pp. 764–772, Jun. 2008, doi: 10.1055/S-2008-1074535/ID/5.
  5. S. Bäumler, Heilpflanzen - Praxis heute - Band 1 Arzneipflanzenporträts, vol. 2. Auflage. Elsevier, 2012.
  6. S. Bäumler, Heilpflanzen Praxis heute, 2nd ed. München: Elsevier GmbH, 2013.
  7. G. Anyasor, B. Ogunbiyi, and I. Akinlusi, “Antioxidant and anti-inflammatory properties of selected polyherbal preparations: Oroki herbal, Swedish bitters and Yoyo bitters,” undefined, vol. 6, no. 2, p. 25, 2017, doi: 10.5455/OAMS.190417.OR.106.


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Dr. med. Arman Edalatpour

„Als holistischer Arzt halte ich immer Ausschau nach guten Naturprodukten für meine Patienten, aber auch für mich und meine Familie. Nach langer Suche bin ich bei Lebenskraftpur fündig geworden. Ein Unternehmen mit viel Herz und Leidenschaft für eine ganzheitliche Gesundheit. Natürliche Produkte mit bester Qualität aus qualitativ hochwertigen Rohstoffen. Keine unsinnigen Zusatzstoffe sowie eine stimmige Dosierung und Zusammensetzung. Man merkt, dass die Präparate sehr durchdacht sind.“