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Studien zur Magnetfeldtherapie

In diesem Beitrag haben wir uns die Mühe gemacht, die verschiedene Studien zur Magnetfeldtherapie zusammenzufassen, um euch diese möglichst kompakt zu präsentieren.

1. Knochen-, Fraktur- und Wundbehandlung
Nach einer älteren Veröffentlichung aus dem Jahre 1993 wurden mit einer Magnetfeldtherapie bis dato allein 250 000 Patienten erfolgreich bei Knochen- und Wundheilungsstörungen behandelt. So gilt die pulsierende Magnetfeldtherapie in den USA hinsichtlich Knochenheilungsstörungen als eine definierte Methode, die die hohen Hürden einer FDA- Zulassung überwunden hat. Im Gegensatz zum deutschen Medizinproduktegesetz, dass nur die Qualität eines medizinisch-technischen Gerätes umfasst, fordert die amerikanische FDA (Food and Drug Administration) explizit auch einen Wirksamkeitsnachweis.

Laut einer amerikanischen Übersichtsarbeit handelt es sich um eine „bewiesene Therapie mit dem Potential bei Arthrosen, knöchernen Nekrosen, Osteoporosen und Wundheilungsstörungen“ 134.

a. Osteoporose
Die Osteoporose zählt zu den zivilisatorisch bedingten Volkskrankheiten. Man schätzt, dass bis zu 15% der Bevölkerung – das sind in Deutschland 12 Millionen Menschen – eine mehr oder minder ausgeprägte Osteoporose aufweisen. Neben hormonellen Ursachen macht sich vor allem die zunehmende Bewegungsarmut (Fernsehen, Auto, Fahrstuhl) bemerkbar.

Definitionsgemäß spricht man von Osteoporose, wenn die Knochendichte – mit dem standardisierten Verfahren der Densitometrie gemessen – unterhalb eines bestimmten Durchschnittwertes (30 – 40 %) junger gesunder Erwachsener liegt. Warnungen, allein 50 % aller Frauen über 50 Jahren hätten eine manifeste Osteoporose, gehört allerdings in den Bereich von Mythen und Sagen. Ärztliche Untersuchungsbefunde unterdrücken nämlich in ihrer Bewertung, dass nicht die Knochendichte, sondern die Knochenfestigkeit die wichtigste Rolle spielt. Auch Knochen, die nur noch über 30 % der alterskorrelierten Dichte verfügen, können immer noch so flexibel und fest sein, dass niemals eine „Osteoporose- bedingte“ Fraktur zu erwarten ist.

Studienbeispiele:

Osteoporose- Patientinnen. 12- wöchige Magnetfeldbehandlung.
Ergebnis: Signifikanter Anstieg der Knochendichte 135,136.
Ein beeindruckendes Ergebnis ist auch bei einer Immobilisierungs- Osteoporose infolge Bettlägerigkeit dokumentiert: Knochenmasseverlust unter Placebo 54 % gegenüber 13 % ohne Intervention137.
Weitere Studienbeispiele138,139,140,141,142.
Auch der Vergleich von einer lokalen zu einer Gesamtkörper– Magnetfeldtherapie zeigte ein überraschendes Phänomen: Wird bei Osteoporose z.B. nur ein Arm behandelt, dann nimmt auch die Knochenmasse in der unbehandelten Gliedmaße zu – wenn auch nicht ganz so stark 143.

Quellen
134 Rheum Dis Clin North Am 2000 Feb;26(1):51-62
135 Basset CA, J Bone Miner Res 1990 May;5(5):437-42
136 F jr. Bioelectromagnetics 1998;19(2):75-8
137 JA. Bone 1996 Jun;18(6):505-9
138 Zhang - Zhang Y, Bioelectromagnetics. 2006 Jan;27(1):1-9
139 Stancsz S Stancsz M. Wysocki K, Pol Merkur Lekarski. 2004 Sep; 17(99):229-31
140 Minne H. Magnetfeld in osteoporos. Bone density promotion interview by Dr. Judith Neumaier Fortschr Med. 2003 Sep 11;145(37):24
141 Xu S, Yan Q, Ikada Y, Biomed Mater Eng. 2001;11-3 257-63
142 Mishima S. – 1988 Mar 1;10(1):31-45
143 Tabrah FL. Basse: CA. J Bone Miner Res 1990;5(5):437-42

b. Frakturen und Pseudarthrosen
Von einer verzögerten Frakturheilung (Pseudarthrose) spricht man, wenn der Knochenbruch auch nach 20 Wochen noch nicht verheilt ist.

Gründe sind Durchblutungsstörungen im betroffenen Bereich, sehr große Knochendefekte, Infektionen oder eine unzureichende Ruhigstellung. Die Häufigkeitsangaben zur Pseudarthrose unterscheiden sich erheblich, da die Lokalisation eine Rolle spielt. So liegt die Pseudarthroserate bei durchschnittlich mehr als 10 % der Fälle, insbesondere für „High Risk Fresh Fractures“ mit großem Weichteilschaden.

Studienbeispiele:

Eine umfangreiche Literaturrecherche bezieht sich zur Tibia-Fraktur allein auf 44 Studien144.

In dieser betrug die durchschnittliche Erfolgsrate bei einem verzögerten Heilungsverlauf unter Magnetfeld 81 % gegenüber 82 % durch chirurgische Intervention. Dies ist insoweit bemerkenswert, als ohne chirurgischen Eingriff eigentlich keine Heilung möglich ist. Während bei offenen Frakturen die alleinige chirurgische Therapie gegenüber einer ausschließlichen Magnetfeldtherapie (89 % zu 78 %) überlegen ist, war es bei infizierten Knochen genau umgekehrt (81 % zu 69 %). Generell zeigten sich geschlossene Frakturen mit alleiniger Magnetfeldtherapie einer OP überlegen (85 % zu 79 %).

In einer weiteren Studie bei über 40 Monate alten unverheilten Scaphoid- Frakturen (Handwurzelknochen), war die Heilung unter Magnetfeld nach weiteren 4,3 Monaten abgeschlossen. Bei einer ischiämischen Nekrose („durchblutungsbedingt“) heilten 8 von 9 Fällen aus145.

Oder: 91 Pseudarthrosen des Schienbeins. Heilungsrate und Magnetfeld durchschnittlich 72 %, dabei Typ 1 (leichtester Fall) mit 88 %, Typ 2 mit 80 % und Typ 3 mit 19 %146.

Oder: Metatarsale V-(Fußknochen)-Frakturen. Ausheilung nach durchschnittlich 3 Monaten. Auch 39 Monate später ist bei keiner der Frakturen eine Re-Fraktur aufgetreten147.

c. Spondylodesen (Wirbelkörperfusionen)
Eine Spondylodese ist die künstliche Versteifung eines Wirbelsäulenabschnitts. Sie gilt als ultima ratio für Erkrankungen wie Skoliose, Morbus Bechterew. Spondylitis, Wirbelgleiten, Bandscheibenvorfall, Tumoren, Nervenschmerzen oder einer schweren Osteoporose. Die spätere Akzeptanz dieser Behandlung lässt sich nicht voraussagen.

Studienbeispiele:

61 Fusionen wegen chronischer Schmerzen wegen Lumbalgie. Erfolgsrate, d.h. gänzliche Schmerzbefreiung in der Magnetfeldgruppe 97,6 % gegenüber 52,6 % in der Vergleichsgruppe148.

48 Hochrisikopatienten nach posterolateraler lumbaler Wirbelsäulenfusion. Er Surgfolgsquote, d.h. gänzliche Schmerzbefreiung unter Magnetfeld bei 97,9 % (Keine Placebogruppe). 59 % der Patienten kehrten wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Keiner der Patienten gab an, mit der Fusion unzufrieden zu sein149.

195 Patienten mit einer lumbalen „Interbody-Fusion“. Erfolgsquote unter Magnetfeld 92 % unter Placebo 65 % 150.

d. Chronische Wunden (Dekubitus, Unterschenkelgeschwüre)
Ein Dekubitus ist ein sog. Druckgeschwür, das bei bewegungslosen Patienten infolge stockender Gewebsdurchblutung entsteht. Eine Ausheilung ist sehr schwierig, da die Geschwürstelle weiterhin einer periodischen Liegebelastung unterliegt. Unterschenkelgeschwüre entstehen z.B. als Folge eines Diabetes mellitus, einer arteriellen Verschlusskrankheit oder einer chronisch- venösen Insuffizienz und persistieren durch die Grunderkrankung.

Studienbeispiele:

31 Patienten mit venösen Beinulcera.
Ergebnis: Nach 8- wöchiger Magnetfeldbehandlung signifikante Vorteile bezüglich Wundtiefe, Wundgröße, Schmerzen und Granulation gegenüber Vergleichsgruppe151.

72 Diabetiker mit offenen Beinen. Unter einer Magnetfeldbehandlung verkürzte sich die Behandlungszeit bei 58 % der Probanden gegenüber einer Standardbehandlung. Es kam zu einer schnelleren Nekrolyse („Auflösung abgestorbenen Gewebes“) und Epithelialisierung („Zuwachsen der Haut“)152.

20 Patienten mit Dekubitus. Nur unter einer Magnetfeldtherapie kam es zu einer deutlichen Heilung153.

400 Patienten mit schlecht heilender Wunde durch falsch applizierte intravenöse Chemotherapie. Unter einem Magnetfeld heilten die Wunden 3- 3,5- mal schneller als unter herkömmlicher Therapie. Die gesamte Behandlungszeit war 2-3-mal schneller abgeschlossen154.

30 Patienten mit Querschnittslähmung und Dekubitus (20 Stadium III). Magnetfeldtherapie über 13 Wochen, 2-mal-täglich 30 Minuten.
Ergebnis Stadium III: Signifikant schneller Heilung als Placebo, allerdings mit begrenzter Ulkusgröße155.

Quellen
144 Gossling HR, Abbott J, Orthopedics. 1992 Jun; 15(6):711-9
145 Frykman GK, Wood VE, Unsell RS, J Hand Surg (AM 1986 May;11(3):344-9
146 Basset CA, Schin-Ascani, Calcif Tissue Int 1991 Sp; 49 3 216-20
147 Holmes GB jr. Foot Ankle Int 1994 Oct; 15(10):552-6
148 Marks RA, Adv Ther 2000 Mar- Apr;17(2):57-67
149 Bose B 2001 Jan- Feb; 18(1):12-20
150 Mooney 1990 Jul;1(7):708-12
151 Stiller MJ Br J Dermatol. 1992 Aug;127(2):147-54
152 Kuliev RA. Vestn Khir IM II Grek 1992;148(1):33-6
153 Comorosan Physiol 1993 Jan-Jun; 30(1-2):41-5
154 Kiselev AV. Voor Onkol 2000;46(4):469-72
155 Salzberg CA. Ostomy Wound Manage. 1995 Apr;41(3):42-4.46.48 passim.

2. Schmerzbehandlung
Kopfschmerzen und Migräne
In Deutschland leiden etwa 10 – 15 % der Erwachsenen an einer Migräne und 20 – 30 % mindestens einmal monatlich an Spannungskopfschmerz, 3% sogar chronisch. Etwa die Hälfte der Migränepatienten und 83 % der Spannungskopfschmerzpatienten sind nicht in ärztlicher Behandlung. Sie rechnen nicht damit, dass ihnen ein Arzt effektiv helfen kann.

Studienbeispiele:

12 Migränepatienten mit durchschnittlich 3,32 Attacken pro Woche. Cross-over- Studiendesign, d.h. die Placebopatienten erhalten in einem zweiten Durchgang eine tatsächliche Magnetfeldbehandlung und umgekehrt.
Ergebnis: Die Anfallshäufigkeit wurde nach 14 Tagen Magnetfeldbehandlung massiv auf 0,58 Attacken pro Woche reduziert156.

42 Migräne- Patienten. Applikationsort Oberschenkel (!). Ergebnis einer 4- wöchigen Magnetfeldtherapie: 45 % gute Verbesserung und 15 % exzellente Verbesserung. Vergleichsgruppe: 15 % gute Besserung, 15 % Verschlechterung.
Ergebnis: Follow-up-Prüfung nach 1 Monat: Magnetfeldgruppe verbessert sich auf 43 % exzellente Verbesserung 157.

Die Magnetfeldtherapie sollte nicht als ein Akutmittel begriffen werden. Der Magnetfeldeinsatz erfolgt grundsätzlich nur in den migränefreien Intervallen.

3. Arthrosen/ degenerative Gelenkserkrankungen
Unter einer Arthrose ist der Abrieb des Gelenkknorpels zu verstehen. Sie ist weltweit eine der häufigsten Gelenkerkrankungen. In Deutschland sind ca. 8 – 10 Millionen Menschen betroffen. Als Ursache kommen Fehlstellungen, extreme Überlastungen durch Sport oder Durchblutungsstörungen in Betracht. Auch junge Menschen können z.B. eine Hüftgelenksarthrose erleiden. Hier spielt eine Durchblutungs- und Ernährungsstörung des Knorpels eine Rolle, warum ist weitestgehend ungeklärt. Und für viele Arthrosen ist überhaupt keine Ursache festzustellen.

In den seltensten Fällen hängen die starken „Arthroseschmerzen“ mit einem Aneinander reiben von Knochen zusammen, wenn der Knorpel verschwunden ist. Vielmehr setzt bei einem Ungleichgewicht ein universeller Schutzmechanismus ein. Durch das Zusammenziehen von Muskeln und Bänder des Halteapparats kommt es zu einer Ruhigstellung des Gelenks. Der verhärtete Halteapparat führt zu Nervenquetschungen und Entzündungen und erzeugt den „typischen“ Arthrose-schmerz.

Obwohl pulsierender Magnetfelder auch eine Chondrozytenstimulation umfassen und so für eine Knorpelbildung sorgen können ist dies keine Antwort auf eine schnelle Schmerzreduktion. Knorpel brauchen zum Wachsen nämlich viele Monate Zeit und besitzen deshalb ein einwandfreies Alibi. Der Soforteffekt, der bei einer Behandlung von Arthrosen immer wieder verblüfft, hängt offensichtlich mit einer Durchblutungssteigerung im Halteapparat zusammen, was zu einer Erweichung der Muskeln und Bänder führt. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass auch vegetative Signale für einen Entspannungsimpuls sorgen. Die Folge ist eine Druckentlastung gequetschter Nerven und eine Abnahme der Entzündungsreaktion.

a. Gonarthrosen
Von einer Kniearthrose sind weltweit ca. 20 % aller Menschen über 65 Jahren betroffen 158. Die Behandlung erfolgt meist symptomatisch und umfasst Schmerzmittel, Kortison und Hyaluronsäure.

Studienbeispiele:

176 Patienten. Schmerzreduktion mittels Magnetfeld 48 % gegenüber Placebo 8 % 159.

27 Patienten. Schmerzreduktion mittels Magnetfeld 27 % gegenüber Placebo 14 %.
Ergebnis Follow-up nach 1 Monat: Magnetfeldgruppe hatte sich in Beweglichkeit gegenüber der Placebogruppe durchgehend verbessert 161.

b. Coxarthrosen
Hüftgelenksarthrosen sind ebenfalls eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Sie sind nach der Gonarthrose die zweithäufigste Form und bei ca. 15 % der über 65- jährigen nachzuweisen. Besonders auffällig ist es, dass auch gehäuft Alkoholiker davon betroffen sind. Die ultima ratio ist ein künstliches Hüftgelenk.

Studienbeispiele:

66 Patienten. Nach 4 Wochen Magnetfeldanwendung signifikante Schmerzreduktion und Beweglichkeitsverbesserung, die auch nach 6 Monaten anhält 162.

Hüftkopfnekrose. Schmerz- und Beweglichkeitsverbesserung bei 68 % gegenüber 44 % in der Placebogruppe. Auch nach 5 Jahren immer noch verbesserte Funktion unter der Magnetfeldtherapie 163.

90 Patienten nach Implantation eines künstlichen Hüftgelenks (zementlos). Magnetfeld über 3 Wochen.
Ergebnis: Magnetfeldbehandelte Patienten hatten in der ersten postoperativen Woche deutlich geringere Schmerzen als die Placebogruppe, waren auf eine 10- Meter Distanz schneller und hatten nach 3 Wochen einen höheren Harris-Hip-Score. Erfolg war dabei dosisabhängig 164.

c. Sponylarthrosen
Sponylarthrosen sind Arthrosen der kleinen Wirbelgelenke. Die Schmerzsymptomatik ist in der Regel nicht direkt auf die Abnutzung zurückzuführen. Vielmehr kommt es zu Lockerungen und Verschiebungen im Gelenk, so dass die Rückmuskulatur mehr Arbeit übernehmen muss. Diese Verspannungen erzeugen teilweise heftigen Schmerz.

Studienbeispiele:

228 Patienten. Spondylarthrosen im Cervicalbereich.
Ergebnis: Signifikante Verbesserung gegenüber Placebo 165.

34 Patienten. Spondylarthrosen im Cervicalbereich. Behandlung über 3 Wochen.
Ergebnis: Signifikante Schmerzreduzierung gegenüber Placebogruppe. Ebenso signifikante Verbesserung im NPDS- Score („neck pain / disability scale“)166.

d. Ankylosierende Spondylitis (Morbus Bechterew)
M. Bechterew ist eine chronisch- entzündliche Erkrankung der Wirbelsäulengelenke. Sie führt ohne Entzündungstherapie und intensives Bewegungstraining zu einer Wirbelsäulenversteifung und typischerweise zu einer extrem gebückten Haltung. Wegen muskulärer Anpassungsmechanismen ist sie in der aktiven Phase sehr schmerzhaft.

Studienbeispiel:

50 Bechterew- Patienten des Stadiums I und II (nach Steinbrocker). Konstante Magnetfeldtherapie mit einem ambulanten Gerät über 4 Wochen (1 mT, 2,5 – 3 Hz).
Ergebnis: 80 % der Patienten erlebten subjektive Besserung. Objektiv verbesserte sich bei 50 % der Patienten der sog. Severity- Index. Das Menell- Zeichen verschwand bei 30 % der Patienten 167.

e. Lockerung von künstlichen Hüft- und Kniegelenken
In Deutschland entscheiden sich jährlich mindestens 170.000 Arthrose Patienten für ein künstliches Hüftgelenk (Totale Endoprothese TEP). Europaweit sogar 550.000, mit jährlich steigender Tendenz (2%). Die Lebensdauer einer solchen Hüft-TEP beträgt durchschnittlich etwa 10-14 Jahre. Die Ursache ist eine Prothesenlockerung, die sich über eine zunehmende Schmerzsymptomatik bemerkbar macht. Implantat- Erneuerungen können nicht beliebig wiederholt werden, da oft schon durch die Zweitimplantation nicht mehr genügend Knochenmaterial zur Verfügung steht.

Therapieergebnisse werden nach dem sog. Harris-Hip-Score bewertet, der Schmerzsensationen und die Beweglichkeit bei bestimmten Tätigkeiten umfasst 168.

Studienergebnisse:

Nach älteren japanischen Studien ist nach mehrmonatiger Magnetfeldtherapie eine notwendige Revisions- OP der TEP- Lockerung noch um durchschnittlich 1,7 Jahre aufzuhalten.

40 Patienten mit TEP- Lockerung. Magnetfeldtherapie über 6 Monate.
Ergebnis: Deutlich verbesserter Harris- Hip- Score* bei 53 % der Patienten gegenüber Placebo (11 %). Allerdings betrug die Rückfall- Quote nach 14 Monaten Weiterbehandlung 60 % bzw. 90 % nach 3 Jahren 169.

24 Patienten mit TEP- Lockerung. Magnetfeldbehandlung über 18 Monate.
Ergebnis: Signifikante Verbesserung nach Harris- Hip- Score bezüglich Schmerz- und Hüftbeweglichkeit, keine Verbesserung bezüglich Beugung und Dehnung im Vergleich zur Placebobehandlung170.

* Harris Hip- Score: Beurteilt werden Schmerz, Funktion, Deformität und Bewegungsumfang. Maximal erreichbare Punktzahl 100.

Quellen
156 Sherman RA, Robson L, Marden LA, Headache. 1998 38(3):208-13
157 Pelka RB, Jaenicke C, Gruenwald J. Adv Ther 2001 18(3):101-9
158 Van Sasse JLCM, van Romunde LK, Valkenburg HA. Rheum Dis 1989;48:271-280
159 Jacobsen JL. Altern Ther Health Med 2001 Sept- Oct;7(5):54-64 und 66-9
160 Trock DH. Engstrom BF, J Rheumatol 1993 Mar;20(3):456-60
161 Trock DH. Bollet AJ, Markoll R. J Rheumatol. 1994 Oct;21(10):1903-11
162 Dal Conte G (1983) Studio controllato nella capacita die campi magnetici sintomi della coxartrosi. Att. 13 Congresso. Naz Simfer Verona 11: 98- 104
163 Aaron RK, Lennox D, Bunce GE, Ebert T, Clin Orthop 1989; 249: 209-218
164 Djurović A, Zivotić - Vanović M, Popović D, Srp Arh Celok Lek. 2006 Sep- Oct:13. 4(9-10):414-9
165 Pages ICH, Hermann H, Conradi E, Z Physiother 1985;37:21-24
166 Sutbeyaz ST. Sezer N. Koseoglu BF. Rheumatol Int. 2006 Feb;26(4):320-4. Epub 2005 Jun 29
167 Turk Z, Barovic J, Flis I, Z Phy Med Baln Med Klim 19 S. 222
168 The Harris hip score. Comparison of patient self- report surgeon assessment. The Journal of Arthroplasty, 1969, Volume 16, Issue 5, Pages 575- 580
169 Kennedy WF, Zuege RC, Dicus WT. Clin Orthop Relat Res 1993 Jan; (286):198-205
170 Konrad K, Sevcic K, Molnar E. Clin Rheumatol 1996 June 15 (4):325-8

4. Tendopathien (Tennisellbogen, Schulter-Arm-Syndrom, Fibromyalgie)
Unter Tendophatien versteht man degenerative oder spontane Veränderungen der Sehnen oder Sehnenansätze, die sich hauptsächlich als Zusammenziehung und Verhärtung dieser Strukturen mit bewegungsabhängigen Schmerzen bemerkbar machen. Tennisellbogen, Schulter- Arm- Syndrom, Impingement- Syndrom, Bizepts- Syndrom etc. sind die dazugehörigen Krankheitsbilder, mit denen jeder von uns schon in irgendeiner Form unliebsame Bekanntschaft gemacht hat. Es ist zu vermuten, dass die als „Sehnenscheiden- Entzündung“ diagnostizierten akuten Schmerzzustände an Hand und Arm zum großen Teil einer echten Tendopathie entsprechen.

Ein Sonderfall der Tendopathien ist die „Generalisierte Tendomyopathie“, auch Fibromyalgie- Syndrom genannt. Betroffen sind eine Vielzahl von Muskel- und Sehnenansatzpunkte- also dort, wo sie am Knochen ziehen. Die Krankheit „wandert“. So können wochenlange Rückenschmerzen plötzlich stoppen und setzen sich im Brust- oder Hüftbereich fort.

Von der Fibromyalgie sind unerklärlicherweise nur Frauen betroffen, in Deutschland etwa 800.000 – 1.600.000. Manche Rheumakliniken haben einen Fibromyalgieanteil von 30 – 40 %. Es existiert keine wirksame Therapie. Deshalb führt diese Erkrankung vielfach zur Frühberentung.

Über den Wirkansatz Durchblutungssteigerung und vegetative Signalgebung, zählt die Tendopathie zum Paradeeinsatzgebiet für die Magnetfeldtherapie171. Beim Sonderfall Fibromyalgie sollte man allerdings eher skeptisch sein.

Studienbeispiele:

29 Patienten mit Schulter- Arm- Syndrom.
Ergebnis: Signifikante Besserung nach 4 Wochen gegenüber Placebo. Zum Studienende waren 65 % der Patienten symptomfrei und weitere 14 % schilderten eine Besserung der Beschwerden. Dies ist insoweit bedeutsam, als die Erfolgsquote einer konservativen Behandlung bei nur wenigen Prozent liegt 172.

60 Patienten mit Tennisellbogen. Überprüfung mit VAS- Score (visual analog scale).
Ergebnis: nach 3 Monaten: Der VAS- Score lag unter einer Magnetfeldtherapie signifikant niedriger als in der Placebogruppe, d.h. weniger Schmerzen in Ruhe, bei Bewegung und nachts 173.

94 Fibromyalgiepatienten. Eingeteilt in eine Placebogruppe, Gruppe konservativer Behandlung und zwei Gruppen unterschiedlicher statischer Magnetfeldbehandlung. Behandlungszeit 6 Monate.
Ergebnis: Signifikante allgemeine Schmerzverbesserung und Verbesserung des Schmerzes an den „Tender Points“ gegenüber Placebo und konservativer Behandlung 174.

29 Patienten mit Rotatoren- Manschetten- Syndrom.
Ergebnis: Signifikante Verbesserung gegenüber Placebo 175.

22 Patienten mit Periarthropathia humeroscapularis (Schulter- Arm- Syndrom).
Ergebnis: Hochsignifikant intensivere Schmerzen in der Placebogruppe. Signifikante Verminderung von Gesamtschmerz und Bewegungsschmerz in der Verumgruppe 176.

Weitere Studien siehe 177,178

Quellen
171 Richards J Compl Med 1997;3(1):21-9
172 Binder A. G Lancet 1984 Mar 31;1(8379):695-8
173 Uzunca K. Tastekin N, Clin Rheumatol. 2007 Jan; 26(1):69-74 Epub 2006 Apr 22
174 Alfano AP. Taylor AG Gillies GT, J Altern Complement Med. 2001 Feb: 53-64
175 Binder, A. Fitton- Jackson S. Lancet. 1984 Mar 31;1(8379):695-8
176 Ammer K, Mayr. K. Z Phys Med Bain Med Klim 19, 1990,222

5. Neurologie
a. Schlafstörungen
Wer unter Schlafstörungen leidet hat oft das Gefühl, der einzige zu sein, der sich durch die Nacht quält. Dieser subjektive Eindruck täuscht: In den westlichen Industrieländern leiden 20 – 30 % der Bevölkerung an Schlafstörungen. Davon sind 10 – 15 % behandlungsbedürftig.

Man unterscheidet zwischen Einschlaf- und Durchschlafproblemen. Die Schlafqualität hängt wiederrum von der Schlaftypologie des REM- (Traumschlaf) oder des Tiefschlafes ab.

Im Traum festigen sich Erinnerungsinhalte, d.h. werden ins Langezeitgedächtnis übernommen. Der Tiefschlaf dient der körperlichen Regeneration und dem Immunsystem. Auch bildet sich nur im Tiefschlaf das Wachstumshormon HGH, das heute als wichtiges Anti-Aging-Mittel gilt.

Während sich bei Ein- und Durchschlafproblemen die Traumphasen nicht unterdrücken lassen, verkürzen sich die Tiefschlafphasen und werden „seicht“.

Durchschlafprobleme hängen meist mit einer inneren Problematik zusammen, die einen schon wieder früh aufwachen lässt. Statistisch gesehen nehmen 44 % der Durchschlafgestörten Schlafmittel ein.

Studienbeispiel:

101 Patienten mit erschwertem Einschlafen, nächtlichem Aufwachen oder Albträumen. Neben der Schlafverbesserung wurden auch Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen und die Konzentrationsfähigkeit überprüft. Ergebnis: Nach 4 Wochen Magnetfeldbehandlung gab es eine Starke Verbesserung mit 6 % gegenüber Placebo (2 % stark, 49 % leicht oder deutlich, 49 % keine Besserung) 179

b. Nervenverletzungen
Nervenverletzungen nach Unfällen, Bandscheibenvorfällen, Operationen, etc.

Studienbeispiele:

Nach chirurgischer Nervennaht schnelleres Nervenwachstum unter Magnetfeldtherapie gegenüber Placebo 180.

c. Morbus Parkinson
Die konservative Behandlung eines Morbus Parkinson besteht in der Gabe von L-Dopa, das ein Fortschreiten der Erkrankung nicht verhindert.

Studienbeispiele:

Unter einer Magnetfeldtherapie ließ sich z.B. die Sturzneigung der M. Parkinson- Patienten deutlich senken (80 – 90 %). Gleichzeitig besserten sich die allgemeinen Parkinsonsymptome. Teilweise kam es zu langanhaltenden Verbesserungen der sog. Dysarthrie (Sprechstörung). Auch besserten sich die kognitiven Leistungen deutlich181,182.

Patienten mit L- Dopa- induzierten Dyskinesien. Ergebnis: Eine 6-minütige Magnetfeldbehandlung führte zu einer fast vollständigen Remission183.

Parkinson- Patienten mit Geruchsproblemen (Olfaktorische Dysfunktion). Ergebnis: Besserung nur bei 7 Hz, d.h. Dopaminausschüttung und Aktivierung der D2- Rezeptoren allein nur bei dieser Frequenz184.

2 Parkinson- Patienten mit sexueller Dysfunktion. Kurzzeitige Magnetfeldbehandlung (pT) führte zu Libidoverstärkung und zu spontanen nächtlichen Erektionen185.

Die eingesetzten Magnetfeldintensitäten bewegen sich bei den meisten Studien fast ausschließlich im nT- und pT- Bereich. Demnach dürften allein die eingesetzten Frequenzen entscheidend sein 186.

d. Multiple Sklerose
Die MS ist eine sog. Autoimmunerkrankung, bei der sich das körpereigene Abwehrsystem gegen eine Art Schutzschicht (Myelinscheide) des zentralen Nervensystems richtet. Die Nerven sterben ab. Die Muskeln bilden sich wegen der fehlenden Reize zurück. Lähmungen und spastische Zusammenziehungen der Muskulatur sind Teil dieser grausamen Leidensgeschichte.

Um es vorwegzunehmen: Magnetfelder können die Krankheitsursache nicht heilen, sondern nur die Symptomatik erleichtern. Das aber auf beeindruckende Weise.

Studienbeispiele:
38 MS-Patienten. 1- wöchige Behandlung, 2-mal täglich.
Ergebnis: Eindeutiger antispastischer Effekt187.

30 MS-Patienten. 2- monatige Behandlung.
Ergebnis: Eindeutig positive Wirkung auf Spastik, Blasenkontrolle, kognitive Fähigkeiten, Mobilität, Müdigkeit und Sehfähigkeit 188.

Magnetfeldbehandlung 2-mal täglich 16 Minuten über 4 Wochen.
Ergebnis: Müdigkeitsverbesserung bei 18 % der Teilnehmer (Placebogruppe 7 %). Wegen einer kleinen Fallzahl ist dieses Ergebnis allerdings nicht signifikant 189.

76 MS-Patienten. 3- wöchige Behandlung.
Ergebnis: Keine Verbesserung der Motorik. Deutliche Verbesserung von Muskeltonus, Missempfindung, Schmerzen, emotionaler Kontrolle, Angst und depressiven Gedanken gegenüber Placebo 190.

e. Schlaganfall / Apoplex
80 % der Schlaganfälle basieren auf eine akute Durchblutungsstörung der Hirngefäße, 20 % sind durch eine Hirnblutung bedingt. Spezielle „Stroke Units“ in Kliniken belegen die Notwendigkeit, Spätschaden durch eine möglichst frühzeitige Perfusionstherapie („2- Stunden- Fenster“) zu verhindern. Nach der Akuttherapie sollte eine möglichst intensive Rehabilitation erfolgen.

Studienbeispiel:

Patienten eines ischiämischen Schlaganfalls. 1 – 8 Wochen Magnetfeldeinsatz in der subakuten Phase.
Ergebnis: Auch nach 12 Monaten deutliche funktionale und neurologische Verbesserung gegenüber Placebo 191.

Quellen
177 Binder A, Vancet 1984 March 31:695-698
178 Chard MD, Lachmann SM. Br J Sports Med. 1987 Dec: 2
179 Pelka RB, Jaenicke C, Gruenwald J., Adv Ther. 2001
180 Raji Am. J Hand Surg (Br) 1984 Jun;9(2):105-12
181 Sandyk R, Int J Neurosci 1996 Feb;84(1-4):165-75
182 Sandyk R, Int J Neurosci 1997 Nov;92(1-2):63-72
183 Sandyk R, Derpapas K. Int J Neurosci. 1992 Mar;63
184 Sandyk R, Int J Neurosci 1999 Apr;97(3-4):225-33
185 Sandyk R, Int J Neurosci 1999 Aug;99(1-4):139-40
186 Jacobsen JI, Panminerva Med. 1994 Dec;36(4)
187 Nielsen JF, Jakobsen J, Mult Scler 1996 Dec;2 (5):227-32
188 Richards TL, Lapin MS, Cunningham CA, J Altem Complement Med 1997 Summer;3(2):205
189 Mostert S, Kesselring J, Mult Scler.2005 Jun;11(3):302-5
190 Brola W, Wegrzyn W, Czernicki J. Wiad Lek.2002:55(3-4):136-43
191 Woldańska- Okońska M, Czernicki J. Przegl Lek.2007:6

6. Stressbehandlung
Stress wird über das Vegetativum ausreagiert (siehe entsprechendes Kapitel). Ein Paradebeispiel ist der Bluthochdruck der schätzungsweise in 90 % der Fälle über eine „Fehlerverarbeitung“ äußerer Ansprüche und innerer Einstellungen durch einen überaktivierten Sympathikus entsteht. Ein anderes Beispiel wäre Diabetes Typ- 2, die sog. Insulinresistenz.

Wenn eine Zelle nicht ausreichend mit Glukose versorgt wird, entwickelt sie einen „Zellstress“. Dieser äußert sich in innerer Unruhe, erhöhtem Blutdruck und einer gesteigerten Herzfrequenz.

Pulsierende Magnetfelder besitzen das Potential, das natürliche Gleichgewicht zwischen Sympathikus (Aktivierung) und Parasympathikus (Entspannung) wiederherzustellen. Nicht gezielt, sondern durch eine Neujustierung eines Dauersympathikus. Hierzu sind allerdings eher höhere Feldstärken erforderlich. Mit dieser Regulationsfähigkeit eröffnen sich eine Vielzahl von Einsatzgebieten, die per se nicht in der eigentlichen Wirkkraft eines Magnetfeldes liegen.

Studienbeispiele:

Deutliche Verbesserung einer vegetativen Dystonie „Hypotonie“ 192
Deutliche Verbesserung einer vegetativen Dysregulation „Hypertonie“ 193
Deutliche Verbesserung einer Hypertonie „Tierversuch“ 194
Schnellere Ausheilung von peptischen Ulcera/ Magengeschwüren 195
Schnellere Ausheilung von duodenalen peptischen Ulcera „Zwölffingerdarmgeschwüren“ 196

Es sei allerdings davor gewarnt, die Einsatzgebiete eines Magnetfeldes sehr weit zu fassen. Indikationen wie eine Knochen- oder Wundheilung, Arthrosen und Schmerzsymptome sind immer über eine nachvollziehbare Studienlage gedeckt. Vegetative Beeinflussungen, denen sogar noch ein stärkerer Einfluss auf Heilmechanismen zukommt, sind meist noch zu vage und erschweren Magnetfeldtherapeuten die Argumentation. Naheliegende Einsatzgebiete wie Bluthochdruck, Sexualstörungen, Ängste, ein gesteigertes Schmerzempfinden, das Restless- Legs- Syndrom, Herz-Rhythmus- Störungen usw. sollten deshalb immer ohne viel Aufhebens „en passant“ in Angriff genommen werden.

Und eine weitere Empfehlung: wenn ein Magnetfeld schon ein hohes vegetotherapeutisches Potential besitzt, sind globale Ganzkörperbehandlungen (mit einer Matte) immer einer lokalen Therapie (z.B. am Knie bei einer Kniearthrose) vorzuziehen.

Quellen
192 Razumov AN, Mineeva EN, Vopr Kurortol Fizioter Lech 2006 Mar-Apr;(2):3-5
193 Anan’in NN, Vopr Kurortol Fizioter Lech Fiz Kult 2001 Nov-Dec (6):18-20
194 Gmitrov J, Gmitrova A, Physiol Bohemoslov. 1990;39(4):327-34
195 Kravtsova Tlu, Golovanova ES, Rybolovlev EV. Klein Med(Mosk).2000;78(12):34-6
196 Kravtsova Tlu, Kochurov AP, Vopr Kurortol Fizioter Lech Fiz Kult.1994 Jan- Feb;(1):22-4

7. Immunsystem
Die körpereigene Immunabwehr ist ein sehr komplexes Gebilde. Wie es sich plötzlich aktiviert oder ausschaltet ist noch nicht gänzlich geklärt. Stecken wir uns nämlich mit Viren oder Bakterien an, ist es nicht sicher, ob es auch zu einer Erkrankung kommt. Bei einer intakten Immunabwehr wäre eigentlich das Überleben eines Eindringlings ausgeschlossen. Es ist deshalb zu schlussfolgern, dass eine banale Erkältung, Zeckenborreliose, Hepatitis usw. nur durch eine momentane Funktionsuntüchtigkeit der Immunabwehr ermöglicht wird.

In der Wettkampfvorbereitung haben Sportler bis zu 6-mal jährlich mit einer Herpes- Infektion zu kämpfen. Ebenso steigt bei hoher Trainingsintensität das Risiko einer Atemwegsinfektion.

Im Tierversuch hat sich ja inzwischen die Theorie des „open window“ bestätigt, dass sich unter Stress die Immunitätslage für einen Zeitraum von 1 – 3 Tage verschlechtert- mit der Folge eines erhöhten viralen und bakteriellen Infektionsrisikos.

Wegen der offensichtlich regulierenden Einflüsse auf das autonome Nervensystem, resultiert die immunsteigernde Wirkung eines Magnetfeldes nicht nur in einer direkten Aktivierung, sondern in einem Schutz der ursprünglich intakten Immunabwehr.

Studienbeispiele:

Mäuse mit Krebstumor. Magnetfeldbehandlung über 16 Tage.
Ergebnis: Verringerung des Tumorgewichts um 54 % gegenüber der Placebogruppe. Gleichzeitiger Anstieg von Tumor- Nekrose- Faktor alpha (TNF-alpha) 197.

Frauen: Magnetfeldtherapie stimuliert das unspezifische Abwehrsystem 198.

Für die immunstimulierenden Effekte einer Magnetfeldtherapie fehlen damit entscheidende Beweise. Die üblich genannten Einsatzgebiete wie erhöhte Infektanfälligkeit, chronisches Müdigkeitssyndrom (eventuell durch Virusinfektionen bedingt), stressinduzierte Infektionen sowie prolongierte Infekte können deshalb nur eingeschränkt empfohlen werden.

8. Durchblutungssteigerung
Unter einer Durchblutungssteigerung ist eine Erhöhung der Gewebsdurchblutung zu verstehen, die über eine Erhöhung des Blutdurchflusses in den Kapillaren zustande kommt.

Blutgefäße verästeln sich wie ein Baum. Aus großem Arterien werden Arteriolen. Aus den Arteriolen spalten sich wieder Millionen von Kapillaren, die nur noch einen Durchmesser von 3 – 8 µm besitzen. Unglücklicherweise liegt der Durchmesser eines roten Blutkörperchens(Erythrozyten)meist darüber. Erys kommen also nur durch, wenn sie sich „strecken“.

In jeder Stresssituation wird die Gewebsdurchblutung in weiten Gebieten unseres Organismus herabgesetzt. Zu diesem Zweck ziehen sich die Kapillaren zusammen und verhindern durch ein zusätzliches Anschwellen des Endothels ein Durchkommen für die sauerstofftragenden Erythrozyten.

So bewirkt z.B. eine herabgesetzte Leberdurchblutung in einer längeren Stressperiode auch eine automatisch herabgesetzte Stoffwechsel- und Entgiftungsfunktion.

Ein pulsierendes Magnetfeld fördert die Durchblutung auf zweifache Weise. Zuerst einmal über den Mechanismus einer NO- Erhöhung, der ja über Ca ++ erfolgt. Und zweitens über eine vegetativ bedingte Entspannung der Blutgefäße.

Quellen
197 Yamaguchi S, Ueno S, Biolectromagnetics 27(1):64-72
198 Gerasimov IG. Tedeeva TA. Vopr Kurorto Fizioter Lech Fiz Kult. 1998 Sep-Oct;(5):30-2

a. Arterielle Verschlusskrankheit (AVK)
Die Ursache einer AVK liegt in den Veränderungen der Gefäßwand. Grund hierfür ist eine Arteriosklerose, die z.B. durch Rauchen bedingt sein kann („Raucherbein“) oder einen mellitus.

Obwohl man annehmen sollte, dass Magnetfelder nur auf die Gefäßerweiterung und nicht auf eine bestehende „Kalkablagerung“ Einfluss nehmen können, gibt es gerade aus der russischen Studienliteratur eine Anzahl von Gegenbeweisen199.

Studienbeispiele:

Tierstudie mit experimenteller Arteriosklerose.
Ergebnis: Unter Magnetfeld deutliche Reduktion des

Arteriosklerosegeschehens (Metabolismus/ Immunreaktion) an der Gefäßwand 200.

60 Patienten mit AVK Stadium IIA – III.
Ergebnis: Verbesserung der Hämodynamik unter Magnetfeld 201.

AVK Studium III. Ergebnis: Verbesserung der kapillären Durchblutung unter Magnetfeld um 75 – 82 % 202, 203.

b. Allgemeine Arteriosklerose/ Cerebrovaskulär/ Herzinfarkt
Das Paradeinsatzgebiet einer Magnetfeldtherapie dürften Arteriosklerosen sein, die aus Gründen mangelnder Bewegung entstehen 204. Diese umfasst nicht nur eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße, sondern auch die Hirngefäße.

Studienbeispiele:

Tierstudie mit experimenteller Arteriosklerose 10 Sitzungen a‘ 3 Minuten. Ergebnis: Verbesserung der metabolischen Störungen an der Innenwand der Herzkranz- und Hirngefäße sowie Verbesserung der Mikrozirkulation 205.

Tierstudie über Einfluss einer höherintensiven Magnetfeldtherapie (18 mT, 15 Hz) auf eine Ischiämie der Hirnregion. Ergebnis: Blutgefäßerweiterung höher als in der Placebogruppe. Geringerer Nervenzelluntergang in der Verumgruppe 206.

102 Patienten mit cerebrovaskulären Störungen bei Hypertonie.
Ergebnis: Signifikante hämodynamische Verbesserung gegenüber Placebo207.

Tierstudie: Experimenteller Myokardinfarkt bei 340 Ratten.
Ergebnis: Signifikante Abnahme der Gewebsnekrosen nach Herzinfarkt208.

Quellen
199 Gubka AV, Klein Khir. 1983 Oct; (10):70-1
200 Zubkova SM, Maksimov EB, Vopr Kurorto Fizioter Lech Fiz Kult 1998 Jul- Aug;(4):31-6
201 Kirillov luB, Shashkova SN. Vopr Kurorto Fizioter Lech Fiz Kult 1993 Sep-Oct;(5):22-5
202 Kirillov luB, Karpov El. Vopr Kurorto Fizioter Lech Fiz 1992 May-Jun;(3):14-7
203 Romashov FN, Alekseev GI, Baranovich Vlu, Khirurgia Mosk 1982 Feb;(2):93-6
204 Gabriélian SS, Annaklycheva NA, Vopr Kurorto Fizioter Lech Fiz 1987 May- Jun;(3):36-9
205 Zubkova SM, Luk`ianova TV, Vopr Kurorto Fizioter Lech Fiz 2000 Jul- Aug;(4):3-7
206 Zhao L, Wang Y, Zhao D. Space Med Med Eng (Beijing)1997 Aug;10(4):259-62
207 Miasnikov IG. ZH Nevropatol Psikhiatr 1992:92(1):63-7
208 Albertini A. Pierangeli A, Bioelectromagnetics. 1999 Sep: 20(6):372-7

c. Erektile Dysfunktion/ Potenzprobleme
Ursache von Erektionsstörungen sind entweder die Psyche oder eine Arteriosklerose in den Penisgefäßen. Aus diesem Grund kann das Medikament Sildenafil (Viagra®) nur auf die organisch bedingten Erektionsprobleme Einfluss nehmen. Hier könnte eine Magnetfeldbehandlung im Vorteil sein, sorgt sie doch – neben dem anti- arteriosklerotischen Effekt- für eine vegetative Entspannung.

Studienbeispiele:

105 Männer mit Erektionsproblemen.
Ergebnis: Unter Magnetfeld eine deutliche Besserung der Symptomatik bei 70 – 80 % der Probanden gegenüber Placebo 33 % 209.

20 Männer mit Erektionsproblemen. 3- wöchige Magnetfeldbehandlung.
Ergebnis: Unter einem Magnetfeld gab es bei 80 % der Probanden eine Verbesserung in der Erektionsstärke und der Erektionsdauer gegenüber Placebo 30 %. Die Probanden, die nicht auf die Magnetfeldbehandlung reagierten, hatten sämtlich einen grippalen Infekt.

116 Männer mit Erektionsproblemen. Alter 20 – 60 Jahre. Kombinationstherapie mit Unterdruck und pulsierendem Magnetfeld.
Ergebnis: Verbesserung von Erektionsstärke und Erektionsdauer bei 85,7 % der Probanden 211.

32 Patienten mit Erektionsproblemen.
Ergebnis: Deutliche Besserung gegenüber der Kontrollgruppe 212.

9. Anti-Aging
Unter Anti- Aging versteht man Maßnahmen, den Alterungsvorgang aufzuhalten oder sogar umzukehren. Mit den bisherigen (relativ primitiven) Strategien, mit Antioxidantien oder Geschlechtshormonen Einfluss zu nehmen, ist man von einem effektiven Anti- Aging noch meilenweit entfernt.

Ergebnisse aus der Stressforschung legen nahe, dass der Alterungsprozess sehr eng mit einem ausgewogenen Vegetativum zusammenhängt. Gleichzeitig wird klar, dass unser Organismus starker Bewegungsreize bedarf, um seiner Stoffwechsel- und Zellerneuerungs- Aufgaben voll gerecht zu werden.

Aus dem vielfältigen Wirkpotential eines Magnetfeldes: Durchblutungssteigerung, Erhöhung der Mitochondrienzahl, Verlängerung der Tiefschlafphasen und Synthese von Wachstumshormonen ergeben sich völlig neue Akzente in der Anti- Aging Therapie. Erforderliche Langzeitstudien liegen hierzu noch nicht vor.

Quellen
209 Gorpinchenko II. Lik Sprava 1995 Mar- April;(3-4):95-7
210 Pelka RB, Jaenicke C, Gruenwald J. Adv Ther 2002 Jan-Feb;19(1):53-60
211 Karpukhin IV. Kazantsev SN, Vopr Kurorto Fizioter Lech Fiz Kult. 2007 Jul-Aug;(4):35-8
212 Shafik A, el- Sibai O. Int J Impot Res 2000 June :12(3):137-41:discussion 141-2

10. Sport und Fitness
Vor allem der Leistungssport bedient sich schon seit vielen Jahren der Magnetfeldtherapie. Ähnlich wie im eingangs erwähnten Pferdesport, dürften die Gründe in einem völlig legalen „Doping“ liegen.

a. Trainingsoptimierung
Unter einer Magnetfeldbehandlung ist eine optimale und verbesserte Endorphinbildung zu erwarten.

Dies führt automatisch zu einer Erhöhung der Schmerzschwelle, was wiederum ein härteres und effektiveres Training im Leistungssport erlaubt. Genauso wichtig ist der Effekt einer kurzfristigen Umschaltung in die aerobe Phase. Der Grund ist die bereits „erzwungene“ überschießende ATP- Produktion, die durch die starke Inanspruchnahme der Ionenpumpen zustande kommt. Im Endeffekt steht einem Sportler unter einer nur wenigen Minuten dauernden Magnetfeldanwendung mehr ATP zur Verfügung. Gleichzeitig ist keine größere Laktaterhöhung im Muskel zu erwarten.

Unter aerober Phase versteht man die Energieproduktion mit Hilfe von Sauerstoff. Dabei ist die Energieausbeute wesentlich höher als in der anaeroben Phase.

b. Sportverletzungen
Hierzu zählen Sehnenentzündungen, Prellungen, Quetschungen, Stauchungen, Sehnenanrisse, Muskelzerrungen, Bänderrisse, Frakturen usw.

Jeder Verletzung, d.h. Gewebszerstörung folgt generell eine Entzündung, erkennbar an folgenden Kardinalsymptomen: Übererwärmung des betroffenen Körperteils, Rötung infolge gesteigerter Durchblutung, Schwellung durch Übertritt von Flüssigkeit ins Gewebe und Schmerz durch den Gewebedruck. Das ganze führt konsequenterweise zu einem Funktionsverlust.

Man unterscheidet zwischen einer Akutphase (Entzündungsphase) und der Pro- liferationsphase, die ungefähr 48 Stunden nach der Verletzung beginnt. Während der Akutphase kommt es zum Blutaustritt (Hämatombildung) und zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren, die oben beschriebenen Ablauf in Gang setzen. In der Pro- liferationsphase hingegen beginnt schon der Neuaufbau von Zellgewebe, d.h. es sprossen bereits neue Kapillaren in die zerstörte Zellregion ein. Zwischen dem 21. – 60. Tag schließlich beginnt die Phase des „Remodeling“. Sie dient der Verbesserung des neuen Gewebes.

Im Vordergrund einer akuten Verletzung stehen immer auch Ödeme, die entstehen, weil vermehrt Flüssigkeit ins Gewebe dringt. Eine Magnetfeldtherapie ist also ein zweischneidiges Schwert. Einerseits erhöht sich die Gewebsdurchblutung und fördert das Ödem, andererseits mindert ein Magnetfeld die Entzündungsreaktion via Senkung von Prostaglandin. Wenn man allerdings die positiven Erfahrungen der Sportmedizin zu Grunde legt, scheint es angeraten, bereits in der Akutphase mit einer Magnetfeldbehandlung anzufangen.

Einsatzgebiete wie Frakturbehandlung, Wundheilung, Tendopathien und Vegetative Erkrankungen deuten sehr stark auf die Unverzichtbarkeit eines Magnetfeldes in der Sportmedizin hin. Erfahrungen aus der Tiermedizin scheinen dies zu bestätigen213. Allerdings sollte ein Magnetfeldeinsatz immer individuell erfolgen214.

Studienbeispiele:

Tierstudie einer Achillessehnenverletzung. 3- wöchige Magnetfeldbehandlung.
Ergebnis: Achillessehnenwachstum um 69 % schneller als in der Placebogruppe215.

60 Profispieler der amerikanischen Football League (NAFL) mit akuten und subakuten Verletzungen des Bewegungsapparats.
Ergebnis: 90 % der Verletzungen besserten sich nach nur einer Magnetfeldsitzung (60 Minuten), d.h. Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung. Die Non- Responder von 10 % hatten chronische Gelenks- und Bänderprobleme 216.

Tierstudie mit Verletzungsödem.
Ergebnis: Statisches Magnetfeld reduziert Schwellung um 20 – 50 %. Erstaunlicherweise verengten sich unter der Magnetfeldtherapie erweiterte Gefäße und verengte Blutgefäße erweiterten sich217,218.

c. Koordination
Neben Technik, Kraft, Ausdauer und Stressresistenz spielt im Leistungssport auch die Koordinationsfähigkeit eine große Rolle. Diese wird offensichtlich durch ein pulsierendes Magnetfeld hoher Intensität im „Normal- Standing- Balance- Test“ verbessert 219.

Nebenwirkungen
Nebenwirkungen sind bei der Magnetfeldbehandlung eigentlich unbekannt, sehen wir einmal von der Elektrosensibilität einzelner Menschen ab.

Die Elektrosensibilität ist ein seltsames, aber durchaus ernstzunehmendes Problem.

So reagieren im mitteleuropäischen Raum durchschnittlich 2 % der Bevölkerung auf elektromagnetische Einflüsse mit Beschwerden, die u.a. Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzkreislaufprobleme oder das Neurovegetativum umfassen 220.

Experimentell, also im Doppelblindversuch, ist es allerdings noch niemals gelungen, diese Sensibilität dingfest zu machen 221. Verdächtig ist auch, dass ein deutliches Nord- Süd- Gefälle existiert. So beobachtet man in Skandinavien einen relativ hohen Anteil, während es dieses Phänomen in den südeuropäischen Ländern fast nicht gibt.

Werden also nach einer Magnetfeldbehandlung typische Symptome geschildert, so dürfte nicht das Magnetfeld, sondern eine allgemeine Überempfindlichkeit gegenüber eletromagnetischen Feldern verantwortlich sein, die sich jeder weiteren Ursachenforschung entziehen.

Menschen mit orthostatischen Problemen („Schwindel beim Aufstehen“) sollte sich aber nach einer Magnetfeldbehandlung grundsätzlich immer vorsichtig erheben.

Quellen
213 Canacc DA Tech Small Anim Pract. 2007 Nov;22(4):160-5
214 Nyanc MF. Clin Sports Med. 2004 Apr;23(2):299-313, vii.
215 Strauch B. MK. Pilla AA. J Hand Surg [Am]. 2006 Sep;31(7):1131-5
216 Ericsson Hazewood C, Markov M, Explore, Vol 13, No.6,2004
217 Morris CE TC. Am J Physiol Heart Circ Physiol.2008 Jan;294(1):H50-7. Epub 2007 Nov 2
218 Morris CE TC J Appl Physiol.2007 Aug;103(2):629-36.Epub 2007May 3
219 Thomas Neurosci Lett.2001 Jan 12;297(2):121-4
220 Leitgeb N. Workshop on Electromagnetic Fields ans Non- Specific Heath Problems. Graz Austria, Sep 19-20 1998. Proceedings
221 Geo Magazin Nr. 0602 Haare. Elektrosmog: Störfeuer aus dem Äther

Kontraindikationen
Ein Magnetfeld sollte nicht eingesetzt werden bei:

Schwangerschaft
Säuglingen
Elektronischen Implantaten. Magnetfeldintensitäten bis 100 μT sind jedoch unbedenklich. Studienmäßig wird zwar eine Beeinflussungsgrenze von 16 – 552 μT bei einer Frequenzbreite von 10 – 250 Hz gezogen, allerdings mit dem Hinweis einer geringen praktischen Relevanz 222.
Schweren Herzrhythmusstörungen (ab Lown IVb)
Herzrhythmusstörungen kommen als Tachykardie (Beschleunigung) und Bradykardie (Verlangsamung) vor. Sie können die Vorhöfe betreffen oder die Herzkammern.

Das Herz kann rasen, stolpern oder aussetzen. Eine besondere Art der Rhythmusstörung der Kammern (VES) wird nach „Lown“ klassifiziert. Eine Folge von mehr als 3 VES bezeichnet man als Salve bzw. als Lown IVb. Hierbei handelt es sich allerdings um einen Befund, der als potentiell lebensbedrohliche Erkrankung einer kardiologischen Behandlung bedarf.

Wichtig: Ein Kropf (Struma) ist das Zeichen der Schilddrüsen- Unterfunktion. Hier ist gegen eine Magnetfeldbehandlung nichts einzuwenden.

Die bisherige Einschätzung, dass eine Magnetfeldbehandlung einen epileptischen Anfall bei Epileptikern auslösen kann, lässt sich so nicht mehr aufrechterhalten. Inzwischen gibt es einige Hinweise, dass extrem niedere Flussdichten mit einer Abschwächung der Anfallshäufigkeit einhergehen 223,224,225.

Studienergebnis:
150 Epilepsie- Patienten. Langzeitstudie über 30 Monate.
Ergebnis: Abschwächung der Anfallshäufgkeit226. Einschränkung: Es handelt sich hier um eine Fallstudie.

Quellen
222 Sily J, Arch Mal Coeur Vaiss. 2003 Apr;96 Spec No 3:30-4
223 Weinstein S, Curr Neurol Neurosci Rep 2001 Mar;1(2):155-6
224 McLean, ,Engström S, Holcomb R, Epilepsy & Behaviour 2-87 (2001)
225 Ossenkopp KP, Cain DP, Behav Brain Res 1991 Aug 29:44(2):211-6
226 Sandyk R, Anninos PA, Int J Neurosci 1992 Sep;66(1-2):75-85

Zweifelhafte Kontraindikation Tumorerkrankung
Entgegen anderslautender Veröffentlichungen, die im Zuge einer nicht emotionsfrei geführten Elektrosmog- Diskussion auch therapeutische Magnetfelder in die Nähe einer Krebsgefährdung bringen: Magnetfelder erzeugen- auch bei Daueranwendung (24 Stunden) keinen Krebs.

Eine Unterabteilung der WHO, die international Agency for Research of Cancer (IARC), hat im Jahre 2001 zwar Zahlen veröffentlicht, die eine Gefährdung nicht ausschließen lassen 227. Sie hatte allerdings vergessen zu erwähnen, dass die genmanipulierten Versuchsmäuse, die per se schon hochgradig krebsempfindlich sind, mit einem Karzinogen („krebsverursachendes Mittel“) vorbehandelt wurden. Nach einer nachfolgenden Langezeitexposition mit verschiedenen Magnetfeldstärken stellte ich heraus, dass die Gruppe, die gar nicht mit einem Magnetfeld behandelt wurde, die höchste und die Mäuse mit Magnetfeld die geringste Tumorhäufigkeit entwickelten. Aus all dem schlussfolgerte die IARC, dass eine Krebsförderung nicht ausgeschlossen sei 228.

Eine Gefährdung ist allein deswegen schon ausgeschlossen, weil sonst auch die natürliche Erdmagnetfeldstrahlung ein Krebspromoter wäre. Auch sollte man bedenken, dass z.B. ein Toaster, Staubsauger oder ein Heizkissen immerhin eine Feldstärke von 100 μT, ein Farbfernsehgerät 500 Μt, oder ein Rasierapparat oder eine Taschenlampe satte 1 μT produzieren können.

Wer nun meint sich die Investition eines teuren Magnetfeldtherapiegerätes zu Gunsten eines damit multifunktionalen Haushaltgeräts sparen zu können, sei enttäuscht: Diesen Geräten fehlt mit Sicherheit die ausschlaggebende Frequenz.

Magnetfeldtherapie bei Krebs
In-vitro-Studien belegen: Ähnlich wie für eine Normalzelle stellen Magnetfelder für Krebszellen eine wahre Inspiration und Kraftquelle dar. Dies gilt definitiv aber nur für Zellkulturen in der Petrischale. Denn im lebenden Organismus („in-vivo“) Unterliegen Krebszellen zwingend zentralen und vegetativen Steuerungsmechanismen.

So gibt es Ärzte, die mit einer pulsierenden Magnetfeldtherapie schon beeindruckende Ergebnisse in der Krebsbehandlung erreicht haben. Inwieweit hier eine behauptete Immunstimulation die Ursache ist, sei dahingestellt. Und unabhängig davon besitzt jedes Krebsgeschwulst eine „tumoreigene Abwehr“, die ab einer bestimmten Größe (“Stecknadelkopf“) vor der köpereigenen Immunabwehr umfassend schützt. 229,230,231,232

Krebstherapie mittels Magnetfelder
Die Karzinombehandlung mittels Magnetfelder bzw. Frequenzen nahm vor rund 100 Jahren ihren Anfang. 1923 präsentierte der Russe George Lakhovsky ein magnetisches „Hochfrequenzgerät“, das er mit der Unterstützung von Nicola Tesla entwickelt hatte.

Lakhovsky experimentierte ursprünglich am bekannten Pariser Krankenhaus Salpetiėre mit Pflanzen. Offensichtlich war es in der Lage, künstlich hervorgerufene Tumore zu heilen. Obwohl er auch in der Humanmedizin (Kliniken in Frankreich, Italien und Schweden) durchaus überzeugende Erfolge vorweisen konnte, scheiterte er letztendlich an konservativen Establishment 233,234.235,236.

Nur einige Jahre später baute Royal Ramond Rife ein ähnliches „Hochfrequenzgerät“ mit dem 1934 in der San Diego Klinik angeblich 100 %- ige Krebsheilung möglich war 237. 1964 konzipierte der italienische Ingenieur Antoine Priore ein weiteres Magnetfeldtherapiegerät 238,239. Damit führte er zwischen 1964 und 1978 einige aufsehenerregende Krebsheilungen durch, die in den Comptes Rendus der Französischen Akademie der Wissenschaften publiziert wurden.

Die im 17. Jahrhundert gegründete Pariser „Acadėmie des Sciences de I’Institut de France“ versammelt herausragende französische und ausländische Wissenschaftler. Mit dem „Comptes Rendus“ werden seit 1835 wissenschaftliche Arbeiten in Form von Tagungsberichten in Frankreich und auch international verbreitet 240.

Die Eingangsversuche erfolgten mit Ratten und Mäusen, welche nach einer künstlich hervorgerufenen Krebserkrankung normalerweise innerhalb von 22 – 30 Tagen starben. Wurde nun ab dem 10. Tag mit einem Priore- Gerät behandelt, dann kam es zu einer Regression des Tumors und späteren Ausheilung.

Da sich ein großer Teil der Priore- Forschung in der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität von Bordeaux abspielte und sich dort zu einem Politikum entwickelte241, war nur noch von der sog. „Bordeaux-Maschine“ die Rede.

Die beschriebenen Frequenzgeneratoren sind zwar hinsichtlich der eingesetzten Intensitäten (60 – 120 mT) mit der Feldstärke statischer Magnetfeldsysteme absolut vergleichbar. Sieunterscheiden sich aber bezüglich ihrer Hochfrequenz (300 KHz – 9 GHz) sehr stark von den Frequenzschaltungen neuerer Geräte- wenn man vernachlässigt, dass mittels Pulsung auch gleichzeitig extreme Niederfrequenzen entstehen. Im Versuch, die Wirkung dieser Frequenzgeneratoren zu beschreiben, wird oft eine Art „Reprogrammierung“ der Krebszelle ins Feld geführt. Dabei wäre es viel einfacher das Wirkmodell von pulsierenden Magnetfeldern auch auf die Lakhovsky-, Rife- und Prioregeräte zu übertragen.

Krebszellen imponieren einerseits durch eine ungemeine Vitalität andererseits befinden sie sich größtenteils in einem Gärungsstoffwechsel (anaerobe Energieherstellung), der durch einen noch unbekannten Mechanismus zustande kommt. Krebszellen gieren nach Nahrung und Sauerstoff, doch eigenartigerweise besteht ein offensichtliches Hemmnis, dass Sauerstoff nicht in die Zelle gelangt. Verblüffenderweise liegt das Membranpotential zukünftiger und aktueller Krebszellen weit unter dem, was man für ein vitales Leben für erforderlich hält. Während die Normalzelle eines jungen gesunden Menschen ein Membranpotential von minus 70 mV besitzt und Sportler auch schonmal minus 120 – 150 mV erreichen können, dümpeln krebsige Zellen bei minus 20 mV herum 242, 243.

Wird also die Triggerfunktion eines Magnetfelds bezüglich Ionenpumpen und Mitochondrien- Aktivierung genutzt, dann wäre eine Steigerung des Membranpotentials zu erwarten 244,245. Gleichzeitig dürften biologische Fenster existieren, die u.a. auch im höheren Frequenzbereich mit Rezeptoren korrelieren, die für die Zellfunktion verantwortlich zeichnen.

Inwieweit eine immer wieder ins Feld geführte Immunstimulation mittels Magnetfeldern einen entscheidenden Therapiebeitrag leisten kann, ist weiterhin offen. Immerhin führte die Magnetfeldbehandlung des Blutes von Mamma-Ca- Patientinnen und anschließender Rückinfusion zu einer deutlichen Stimulation der T-, B- und natürlichen Killerzellen 246.

Interessant sind auch die Ergebnisse einer Phase- I- Studie zu einer magnetfeldgeschützten Chemotherapie. Je länger eine Magnetfeldtherapie vor und nach der chemotherapeutischen Applikation erfolgte, umso stärker fiel der Zellschutz für die Leber aus, d.h. wurden die Nebenwirkungen abgemildert 247.

Quellen
227 IARC Monographs 80, 19-26 June 2001
228 Veyret B. „Review of Animal Studies, 33600 Pessac France
229 Govallo VI, Immunology of pregnancy, New York, 1993
230 Acevedo HF, Journal of Experimental 145 2002
231 Lentz, MR, The phylogeny of oncology, 2 September
232 Astra Zeneca Pressedienst 1995. Ausgabe 6
233 Georges Lakhovsky, 1927: Contribution à l'étiologie Villars et Cie)
234 Georges Lakhovsky, 1929: Les Ondes qui guérissent Et Cie)
235 Georges Lakhovsky, 1931: L 'oscillation cellulaire. Ensembe des recherches expériementales (Gaston Doin et Chie)
236 Anastas Kotzareff, 1931: Traitements des cancers dits et abandonnés par la radon-colloidothérapie interne associée à des ondes „ondes ultra-courtes“ (Vigot fréres)
237 Lynes Barry: „The Cancer Cure That Worked. Fifty Years of Suppression“. Markus Books, P.O. Box 327, Queensville Ontario, ISBN 0919951-30-9
238 Fr PS 1 342 772 „Procédé et dispositive de production de utilisables notament pour le traitementde cellules vivantes“, angemeldet am 01.06.1962
239 Graille JM, „Dossier Priore“
240 C.R. Acad.Sc.Paris Bd.259,S.4895-97,1964,Bd.260. 2102.1965, Bd. 260 S. 2635-39 1965, Bd. 262 S.2669-72, 1966, Bd. 263, S. 579-82, 1966, Bd. S. 1889-92, 1969, Bd. 271, S. 877-1487-92, 1978, Bd.287 S. 575-78,1978
241 Lord Sally Zuckerman:“ The great Bordeaux Magnetic Machine Mystery“. Sunday Times vom 07.01.1973
242 Tumour Biol 1994;15(2):82-9
243 Cancer Research, Vol 40, Issue 1830-1835, 1980
244 Electrical Phenomenon. The Human Dimensions Institute 1992
245 Chemnistry, Metabolism and Function. A. Rosenberg Plenum Press
246 Zlatnik Vopr Onkol.2004;50(1):50-4
247 Salvatore JR der Bioelectromagnetics Society BEMS 3/2004

Praxis der Anwendung
Therapeuten und Anwender sind sich weitgehend einig: Eine ausreichende Magnetfeldwirkung lässt sich schon nach wenigen Minuten erreichen. Im Laufe der Zeit hat sich so eine 8- minütige Behandlungszeit als quasi unumstößliche Grundregel für die meisten Gerätesysteme etablieren können. Eine Verdopplung auf 16 Minuten ist eher bei chronischen Fällen vorgesehen.

Nach einer Untersuchung steigt cAMP nach einer Magnetfeldstimulation an, um nach 8 Minuten wieder abzusinken248. Damit wäre zu schlussfolgern: Je tiefer cAMP sinkt, umso weniger reagiert die Zelle.

Dabei wird aber die Eingangshypothese vergessen, dass ein Magnetfeld nicht nur über die Rezeptoren- stimulierenden Frequenzen wirkt, sondern auch durch seine ureigene magnetische Kraft. Demensprechend beweist auch die Studienlage, dass in der Knochen-, Wundheilung und Schmerbehandlung mit einer verlängerten Behandlungszeit noch der eine oder andere Prozentpunkt an Wirkverbesserung heraus zu kitzeln ist.

Auch wenn cAMP nach 8 Minuten wieder sinkt, stehen nach 30 Minuten immer noch geschätzte 10 – 20 % der ursprünglichen cAMP_ Synthese für die Rezeptorenreizung zur Verfügung.

Die ideale Behandlungszeit könnte damit bei 15 Minuten liegen, wobei eine Knochenheilung auch Längere Behandlungszeit verträgt.

In der Praxis kann es schonmal passieren, dass sich ein Patient zu mehreren Anwendungen pro Tag entschließt. Dies sei aber nicht zur Nachahmung empfohlen. Denn eine Magnetfeldsitzung von 30 - 60 Minuten häuft relativ viel Ca ++ in der Zelle an. In einer zweiten oder dritten Behandlung, die kurze Zeit danach beginnt, reagiert dann die Zelle nicht mehr wie gewünscht und äußert sich in einer Art „Gewöhnungseffekt“. Ein nochmaliges Auslösender Wirkkaskade ist experimentell erst wieder 4 Stunden nach der letzten Behandlung in vollem Umfang möglich.

Geistesarbeiter sollten während einer Magnetfeldanwendung auch besser entspannen, als nebenher Wichtigen Projekten nachzugehen. Tierversuche belegen nämlich, dass Flussdichten ab 2 mT mit einer Erniedrigung der cholinergen Aktivität im Gehirn verschaltet sind. Dies ist für Gedächtnisaufgaben nicht förderlich- allerdings akkurat nur für die Behandlungszeit249.

Quellen
248 Ferndale R Biophy Acta 1986 Mar 18
249 Lai H, Carino M. Bioelectromagnetics 1999;20(5):284-9

Zusammenfassung / Bewertung
Im Gegensatz zu pulsierenden Magnetfeldern niedriger Intensität (max. 100 μT) besitzen Magnetfelder mit Flussdichten, die über 1 mT liegen, eine höhere Wirksamkeit bei einem ähnlich weiten Anwendungsbereich. Gerade die Therapiebreite von Magnetfeldern ist eine Gefahr für ihre Glaubwürdigkeit, da nach Lebenserfahrung und Logik ein System niemals alles kann. Es erscheint deshalb notwendig, die Hauptindikationen anhand objektiver Kriterien festzumachen und ein nachvollziehbares Wirkmodell (z.B. Rezeptoren) zu Grunde zu legen. Die Studienlage zu elektromagnetischen- und reinen Magnetfeldern erscheint hierfür eine geeignete Basis zu sein. Es gilt hierbei zu beachten, dass- ähnlich wie in der Pharmokotherapie oder Medizintechnik- die Magnetfeldtherapie niemals bei 100 % der Anwender hilft. Vielmehr besteht die Wahrscheinlichkeit einer Ansprechrate, die sich bei Magnetfeldern- je nach Einsatzgebiet- zwischen 25 % (Fybromyalgie) bis 90 % (Pseudarthrosen) bewegt. Nicht zu vergessen ist auch das Phänomen der Non- Responder („Anwender, die nie reagieren“), welches in der gesamten Medizin bei mindestens 10 % anzusiedeln ist.

Die meisten wissenschaftlichen Magnetfeldstudien existieren auf dem Gebiet der Knochen – und Wundheilung, hier vor allem bei schlecht heilenden Frakturen. Ähnlich gesichert sind die Ergebnisse in der Schmerzbehandlung, wobei der Erfolg in der Migränebehandlung höchstwahrscheinlich nicht mit einer Endorphinstimulation, sondern mit einer Gefäßveränderung zusammenhängen. Besonders hervorzuheben sind die Erfolge bei einer erektilen Dysfunktion (Impotenz), wobei das Patientengut der diesbezüglichen Studien erstaunlicherweise aus einem Bundeswehrkrankenhaus stammt (sic). Inwieweit auch neuere, noch nicht aufgeführte Pferdestudien zur sog. „Rossigkeit“, eine generelle Libido- Stimulierung nahelegen, ist noch nicht abschließend untersucht.

Zu den weiteren „klassischen“ Indikationen zählen Arthrosen. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um Arthrosen der kleinen Wirbelgelenke oder um die Knie oder Hüfte handelt, wozu auch sämtliche Lockerungen von Gelenkimplantaten zählen. Wichtig ist hier immer auch der Effekt einer Schmerzreduktion und eine Verbesserung der Beweglichkeit.

Angaben, dass Magnetfelder die Melatonin- Produktion erhöhen sollen, lassen sich allerdings studienmäßig nicht belegen. Da ist schon eher das Gegenteil der Fall 250.251.

Melatonin nimmt seit dem Bestseller gleichen Namens eine Sonderstellung ein 252. Die Autoren hatten nämlich die Zirbeldrüsen älterer Mäuse auf Junge übertragen und umgekehrt. Die rasante Rückentwicklung der alten Mäuse zu jugendlichen Don Juans und der jungen Mäuse zu gebrechlichen Greisen regte sie zur Schlussfolgerung an, ein Jungbrunnenhormon entdeckt zu haben. Inzwischen weiß man, dass andere Zirbeldrüsenhormone für diese Entwicklung verantwortlich sind. Melatonin zehrt aber noch heute vom früherem Ruhm. Völlig zu Unrecht, denn nicht umsonst war Melatonin lange im Visier der Pharmaindustrie zur Entwicklung einer „Pille für den Mann“. Anlass waren Beobachtungen im Tierreich, dass ein hoher Melatoninspiegel den „Östrus“, also den Geschlechtstrieb senkt.

Ein weiterer wichtiger Einsatzbereich ist der Formenkreis neurologischer neurologischer Symptome und Erkrankungen. Hierzu zählen sowohl Schlafstörungen aller Art als auch eine schnellere Nervenregeneration nach Verletzung. Gesichert dürfte auch die erfolgreiche Verhinderung einer schmerzhaften Neuritis nach einer Gürtelrose sein. Die spektakulären Ergebnisse bei Morbus Parkinson und Multiplen Sklerose gelten allerdings als solange nicht gesichert, als fast nur ein und derselbe Wissenschaftler darüber publiziert.

Die vielbeachtete Depressionsbehandlung mittels tatkräftiger Magnetfeldstimulation hat mit der Magnetfeldbehandlung nur sehr wenig zu tun und ist deshalb auch nicht zu den Indikationsbereichen zu zählen. Allerdings mehren sich die Hinweise, dass auch mit wesentlich niederen Flussdichten im mT Bereich ein positiver Einfluss auf die Stimmungslage möglich ist. Aber: Depressionen beeinträchtigen ungleich stärker als ein Stimmungstief.

Es sollte auch dazu ermutigt werden, Magnetfelder für ein wirkungsvolles Anti-Aging einzusetzen. Wie bereits ausgeführt, sind Stoffwechsel, Vitalität und damit die Gesundheit untrennbar mit Bewegung und körperlichem Training verbunden, was genetische Gründe hat. Wenn Magnetfelder also die Durchblutung steigern. Stress reduzieren und Zellen stimulieren und zudem ein offensichtliches Potential in der Sexualmedizin besitzen, dann gehört diesem Verfahren ein Spitzenplatz im Anti-Aging Ranking- noch vor den beliebten Hormon- und Anti-Oxidantien-Therapien.

Ausblick
Einige Einsatzgebiete sind zwar experimentell oder studienmäßig schon belegt, bedürfen aber unüblicher Frequenzschaltungen oder Flussdichten, -um als eine allgemeine Therapieempfehlung propagiert zu werden. Hierzu zählen u.a. die Psoriasis, eine Epilepsie, die Blaseninkontinenz und das Restless-Leg-Syndrom.

1. Psoriasis
Dass Psoriasis (Schuppenflechte) schon bald zum Einsatzgebiet der Magnetfeldtherapie zählen könnte, wurde erstmals in einer biophysikalischen Grundlagenarbeit zum Interferenzstrom entdeckt253. Die Begründung klingt logisch: Hautzellen eines Psoriatrikers fehlt das wichtigste cAMP, das mittels Magnetfeld wieder zur Synthese kommt.

Studienbeispiel:

110 Patienten.
Ergebnis: 100 % Ausheilung in der Kopfhaar- Region, 73,7 % (Männer) Ausheilung an den Ellbogen (75 % Ausheilung Frauen) 254.

2. Epilepsie
Selbst bei der früher immer als Kontraindikation genannten Epilepsie darf man sich inzwischen berechtigte Hoffnungen machen, dass sie von der Magnetfeldtherapie profitiert. Insgesamt stellen aber solche neuen Indikationen mehr einen Ausblick in die Zukunft dar, als dass sie das wiedererstarkte Image der Magnetfeldtherapie unnötig belasten. Es bleibt aber zu hoffen, dass damit eine schon längst fällige Diskussion zum Wirkmodell beginnt.

3. Inkontinenz
Obwohl zur Stress- und Dranginkontinenz allein 54 Studien existieren und es sich um eine der wenigen von der FDA akzeptierten Indikationen handelt, erscheint es nicht legitim, sie als allgemeines Einsatzgebiet der Magnetfeldtherapie auszuloben. Denn die hierfür notwendigen Flussdichten liegen mit 118 mT – 500 mT (15 Hz) weit über dem, was herkömmliche μT- Geräte bewältigen können. Es sei hier aber an die dritte Gerätegeneration erinnert werden (z.B. MAS), die bereits höhere Intensitäten verwendet.

Es gibt Schätzungen, dass die Belastungs- und Drang- Inkontinenz ca. 25 – 50 % aller Menschen in der zweiten Lebenshälfte betrifft. Man versteht darunter eine Blasenschwäche, die nach herrschender Lehrmeinung durch einen zu schwachen Beckenboden, einen fehlerhaften Schließmuskel und bei Männern durch eine vergrößerte Prostata zustande kommt. Konservative Therapieformen sind ein Beckenbodentraining, Biofeedback, Elektrotherapien und eine operative Sanierung, die im Langzeitergebnis aber enttäuschend ist.

Im Gegensatz zur Elektrotherapie stimuliert die 1998 eingeführte höherintensive Magnetfeldtherapie nicht die Muskel- sondern die Nervenzellen, so dass es zur deutlich fühlbaren Kontraktion der quergestreiften Muskulatur des Beckenbodens kommt.

Studienbeispiele:

27 Patientinnen, davon die Hälfte hysterektomiert (mit entfernter Gebärmutter). 2-mal wöchentliche Behandlung (20 Minuten) über 6 Wochen.
Ergebnis: Symptombefreiung bzw. deutliche Besserung bei 63 % 255.

36 Patienten nach radikaler Prostatektomie (Entfernung der Prostata). 2-wöchentliche Behandlung (20 Minuten) über 2 Monate.
Ergebnis: Deutlich bessere und schnellere Erholung der Inkontinenzsymptomatik als bei der Placebogruppe 256.

50 Patientinnen. 2-mal wöchentliche Behandlung über 6 Wochen.
Ergebnis nach 3 Monaten: 32 % waren vollkommen trocken, 32 % benutzten danach nur ein Pad („eine Windel“), 34 % benutzten mehr als ein Pad pro Tag257.

Das Prinzip der höherintensiven Magnetfeldstimulation wird inzwischen auch in der Sexualmedizin erprobt und scheint bei Frauen die Orgasmus- Fähigkeit zu verbessern258. In ähnlicher Weise dürfte auch die Behandlung von Männern mit einer erektilen Dysfunktion (Impotenz) funktionieren: Die nervale Magnetfeldstimulation verhindert über die Kontraktion des Beckenbodens einen Blutabfluss und verhindert eine frühzeitige Peniserschlaffung.

4. Restless- Legs
Restless-Legs ist das gefürchtete Syndrom der „unruhigen Beine bzw. Füße“. Vor allem nachts im Bett oder während einer Autofahrt/ einem Flug entsteht eine Art Kribbeln und Brennen sowie ein unwiderstehlicher Drang, die Füße und Zehen zu bewegen. Offensichtlich scheint es mit kurzzeitigen Dopamindefiziten zusammenzuhängen. In Anlehnung an die Magnetfeldergebnisse bei Morbus Parkinson ist es vorstellbar, die Indikation dahingehend zu erweitern. Leider liegen noch keine kontrollierten Studien vor.

Quellen
250 Karasek M, Lerchl A, Neuroendocrinol Lett
251 Huuskonen H, Juutilainen J. Reprod Toxicc
252 Regelson W, Pierpaoli W: „Melatonin: Schlüssel zur ewigen Jugend“ Goldmann- Verlag 1996
253 Dertinger H. IMB. Nachrichten Forschungszentrum Karlsruhe Jahrg. 32 2000. S.97-104
254 Castelpietra R, Dal Conte G. Minerva Med 1984 Oct 20: 75-40 2381-7
255 Kirschner- Hermanns R, Jakse G. Urologe A. 2003 Jun: 42 6 9-22. Epub 2003 Jan 17
256 Yokoyama T., Kumon H; Urology. 2004 Feb;3(2):264-7
257 Galloway NT, Carlan SJ, Urology, 1999 Jun;53(6):1108
258 Perez-Martinez C, Cisneros Castolo M. Centro Urolgia Avanzada. Cd: Delicias, Chihuahua Mexico

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Clemens A. Brugger

Heilpraktiker

„Die Zellgesundheit ist heute ohne Nahrungsergänzungen kaum haltbar. Denn die Anforderungen an unser körpereigenes System sind gestiegen, bei gleichzeitiger Verarmung an lebensnotwendigen Vitalstoffen in unseren Lebensmitteln. Ganz besonders schätze ich die Naturkraftlinie und die Verwendung von enzymreichen Lebensmitteln in Rohkostqualität: „Lebendige“ Nahrungsergänzungen zu „lebendigen“ Lebensmitteln. Daher empfehlen wir unseren Patienten die Produkte von Lebenskraftpur.“