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Spermidin – Eine körpereigene Anti-Aging Substanz mit vielfältigen Eigenschaften

Inhaltsverzeichnis

Was ist Spermidin?

Spermidin ist ein Polyamin (Verbindung mit mehreren Aminogruppen -NH2), das im menschlichen Organismus aus den Aminosäuren Arginin oder Ornithin gebildet werden kann, sofern alle notwendigen Bausteine vorhanden sind. Allgemein nimmt die körpereigene Spermidinproduktion mit zunehmendem Alter ab und der Organismus ist vermehrt auf eine Versorgung von außen angewiesen.


Wie der Name bereits andeutet, verdankt die Substanz ihren Namen der Flüssigkeit, in der sie entdeckt wurde – der männlichen Samenflüssigkeit (Sperma).
Doch nicht nur im Sperma erfüllt Spermidin wichtige Aufgaben, sondern es hat im ganzen Körper eine schützende Funktion.

Spermidin stabilisiert die DNA und schützt die Zellen des Körpers

Unter physiologischen Bedingungen, also Umgebungsbedingungen wie sie im menschlichen Körper vorherrschen, ist das basische Spermidin positiv geladen und kann daher mit negativ geladenen Substanzen und funktionalen Einheiten interagieren.

Spermidin sorgt für eine stabile, geschützte DNA

So ist bekannt, dass Spermidin mit den Phosphatgruppen der Erbsubstanz (DNA) interagiert und diese stabilisiert und damit vor ungewollten Veränderungen schützt. Dadurch erfüllt Spermidin eine wichtige Funktion im Rahmen der Zellteilung und des -wachstums.

Denn wenn die Erbsubstanz, die den Bauplan für jede individuelle Zelle enthält, beschädigt ist, kommt es zu Fehlentwicklungen. Falsch aufgebaute Zellen können ihre Funktionen nicht mehr erfüllen oder es können sogar für den Organismus gefährliche Zellentartungen auftreten.

Spermidin schützt Zellen im ganzen Körper

Darüber hinaus ist Spermidin für die Funktionalität zahlreicher Proteine von Bedeutung und entscheidend für die Funktion der Zellkraftwerke (Mitochondrien) sowie der Herzmuskelzellen1,2.

Besonders hoch konzentriert ist Spermidin in Nervenzellen des Gehirns, weshalb intensiv erforscht wird, in welchem Zusammenhang es mit der Gehirnfunktion steht. Erste Ergebnisse deuten auf sein Potential zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen hin sowie auf einen allgemein schützenden Effekt auf Nervenzellen1–3.

Spermidin kann die Zellerneuerung (Autophagie) einleiten

Darüber hinaus ist Spermidin auch am Austausch von alten, funktionsmüden oder fehlerhaften Zellbestandteilen gegen neue, frische Funktionseinheiten beteiligt – der Autophagie.

Was ist Autophagie?

Autophagie bezeichnet einen komplexen Prozess, in dem Zellen sich selbst reinigen und defekte und beschädigte Zellbestandteile und Proteine recyceln.

Damit ist Autophagie einer der grundlegendsten Prozesse des zellulären Gleichgewichts (Homöostase) und für die Gesundheit sämtlicher Zellen und Organe von großer Relevanz.

Bei diesem Prozess werden außerdem die Baustoffe des abgebauten Zellmaterials wieder zur Verfügung gestellt. In einem gewissen Maße erneuert sich die Zelle während dieses Selbstreinigungsprozesses also ressourcenschonend selbst.

Fasten und Spermidin stoßen die Autophagie an

Normalerweise wird der körpereigene Recycling- und Selbstreinigungsprozess durch Fasten (beziehungsweise eine eingeschränkte Kalorienzufuhr) eingeleitet. Daneben haben auch bestimmte Substanzen die Fähigkeit den Autophagie-Prozess einzuleiten, in dem sie dem Körper eine eingeschränkte Kalorienaufnahme vortäuschen. Diese Stoffe werden auch als Kalorienrestriktionsmimetika bezeichnet.

Zu dieser Gruppe von Substanzen zählt neben Resveratrol aus Trauben oder das EGCG aus grünem Tee auch Spermidin. Die Funktionsmechanismen dieser Substanzen können sich stark voneinander unterscheiden, weshalb eine Kombination verschiedener Kalorienrestriktionsmimetika durchaus sinnvoll sein kann.

Autophagie ist ein wichtiger Prozess bei viralen Erkrankungen

Über den gleichen Mechanismus, über den der Körper beschädigte, eigne Zellbestandteile und Proteine recycelt, kann er auch in die Zelle eingedrungene und erkannte Viren zerlegen und unschädlich machen.

Autophagie unterstützt die Erkennung Virus-infizierter Zellen durch das Immunsystem und ist außerdem an der Produktion von zelleigenen antiviralen Substanzen (Interferonen) beteiligt4–6.

Kurz: Autophagie ist ein essenziell wichtiger Prozess im Rahmen des Immunsystems.

Viren legen Autophagie in Zellen lahm und hemmen die Spermidin-Synthese

Aufgrund der Relevanz des Autophagie-Prozesses für das Immunsystem liegt es nahe, dass einige Viren die Strategie entwickelt haben, in diesen Prozess einzuschreiten. So können bestimmte Viren die Autophagie über verschiedene Mechanismen hemmen, sie umgehen oder sogar für sich nutzen5,6.

Viren hemmen die Spermidin-Produktion

Spezielle Viren hemmen den Autophagie-Prozess, indem sie die Spermidin-Zusammensetzung behindern. Nachdem der Spermidin-Hemmende Effekte von aktuell sehr präsenten Viren entdeckt wurde, wollten Forscher herausfinden, welchen Einfluss umgekehrt Spermidin auf diese Viren ausübt.

Spermidin reduziert im Laborversuch die Viruslast in Lungengewebe

Dazu zeigte eine Untersuchung an der Charité in Berlin 2020 erstaunliche Ergebnisse.

Spermidin konnte in einer Zellstudie (an Lungengewebe) die Viruslast um 85 % reduzieren7. Dieses vielversprechende Ergebnis demonstriert zu der indirekten antiviralen Wirkung des Spermidins über die Autophagie auch seine direkte virushemmende Eigenschaft. Allerdings muss dabei beachtet werden, dass sich der Laborversuch nicht unmittelbar auf den menschlichen Körper übertragen lässt und zunächst als Hinweis auf den antiviralen Effekt des Spermidins verstanden werden sollte.

Spermidin bremst den „Zytokinsturm“

Ein weiterer Aspekt, der im Rahmen einer Virus-Infektionen von Relevanz ist, ist der schädliche „Zytokinsturm“, das heißt die stark erhöhte Menge entzündungsfördernder Botenstoffe, die während der Infektion von Immunzellen freigesetzt werden.

Genau bei dieser Überreaktion kann Spermidin förderlich für den Körper sein. Spermidin hat regulatorische Effekte auf sogenannte Makrophagen (Fresszellen) und reguliert dadurch die Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen (Zytokinen) während einer Infektion4.

Weitere Effekte von Spermidin im Rahmen des Immunsystems

Für die Funktionalität des Immunsystems ist Spermidin jedoch nicht nur durch den direkten antiviralen Effekt der Autophagie selbst relevant, sondern hat noch sekundäre Einflüsse auf das Immunsystem.

Spermidin fördert das „Immungedächtnis“

So ist der Autophagie-Prozess außerdem relevant für die Funktionalität sogenannter zytotoxischer T Zellen und spielt eine essenzielle Rolle bei der Ausbildung sogenannter T Gedächtniszellen8,9.

Kurzer Exkurs: Bei den T-Zellen unterscheidet man unterschiedliche Typen. Besonders wichtig sind hier unter anderem die sogenannten zytotoxischen T-Zellen. Diese „erkennen“ entartete Krebszellen oder Virus-infizierte Zellen und können diese gezielt abtöten. Nach einer Infektion sinkt die Konzentration der Erreger-spezifischen T-Zellen im Blut wieder ab. Um in Zukunft schneller auf einen Erreger zu reagieren, bilden sich sogenannte T-„Gedächtniszellen“, aus denen bei erneuter Infektion schnell und effektiv neue T Zellen entstehen können. 

Die Kennzeichen der Immunalterung können durch Spermidin abgemildert werden

Im Alter nimmt die Funktion der T-Zellen im Rahmen des Immunsystems immer weiter ab. Dieser Prozess ist kennzeichnend für die im Alter nachlassende Immunfunktion die in ihrer Gesamtheit als Immunalterung (Immunseneszenz) bezeichnet wird.

Die Abnahme der T-Zellproduktion kann in Zusammenhang mit dem rückläufigen Autophagie-Prozess im Alter stehen. Denn die Autophagie stößt die Bildung der T-Gedächtniszellen an. An diesem Punkt kann Spermidin, welches die Autophagieprozesse des Körpers unterstützt, auch dazu beitragen, die T-Zell-abhängige Immunfunktion aufrecht zu erhalten. Es ist somit wichtig, um nach Infektionen eine langfristigen Immunschutz aufrecht zu erhalten8,9.

Anti-Aging Effekte und Vorbeugung verschiedener alterungsbedingter Krankheiten

Durch die Eigenschaft die Zellerneuerung (Autophagie) einzuleiten, gilt Spermidin nicht nur bezüglich des Immunsystems als Anti-Aging Substanz mit viel Potential. In Tierversuchen hat Spermidin zu einer erhöhten Lebensspanne bei Würmern, Fliegen und Mäusen geführt10.

Auch der berühmte Genetiker David Sinclair äußerte sich positiv zum Potential von Spermidin. Das Spezialgebiet von Sinclair ist Forschung zur Alterung und dazu, wie man diese aufhält.

In diesem Zusammenhang stehen auch verschiedene Krankheiten, die häufiger mit zunehmendem Alter auftreten.

Spermidin unterstützt ein gesundes Herz-Kreislauf-System

So wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie viele andere Alterserscheinungen können besonders Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems mit der abnehmenden Autophagie in Zusammenhang stehen11.

Spermidin, mit der Fähigkeit Autophagie in Zellen einzuleiten, stellt daher einen hochinteressanten Kandidaten zur Förderung der kardiovaskulären (Herz-Kreislauf) Gesundheit im Alter dar12,13.

Menschen mit einer guten Spermidin-Versorgung leiden seltener unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In epidemiologischen Studien wurde erkannt, dass Menschen mit einer guten Spermidinversorgung deutlich weniger kardiovaskuläre Erkrankungen erleiden, als Menschen, bei denen ein Spermidin-Mangel herrscht4.

Zusätzlich zu seiner Autophagie-einleitenden Funktion, könnte hier der regulierende Effekt des Spermidins auf die Anzahl zirkulierender Pro-entzündlicher Botenstoffe (Zytokine), den Blutdruck sowie die Bewahrung der mitochondrialen Funktion (Funktion der Zellkraftwerke) in den Zellen der Blutgefäße und des Herzens eine entscheidende Rolle spielen.

Spermidin kann dazu beitragen die Hirngesundheit und kognitive Fähigkeiten zu erhalten

Aus biochemischer Sicht steht die Prävention des Gehirns und der Gedächtnisleistung ebenfalls in engem Zusammenhang mit der Autophagie Fähigkeit des Körpers. In Untersuchungen mit Fruchtfliegen und Fadenwürmern wurden bereits die positiven, erwarteten Effekte des Spermidins auf den Schutz der Gehirnfunktionen belegt4,14.

Spermidin bei Haarausfall

Daneben kann eine ausreichende Versorgung mit Spermidin auch durchaus optisch positive Effekte mit sich bringen. In einer Placebo-kontrollierten Studie, welche die Wirkung von Spermidin auf das Haarwachstum untersuchte, ergab sich, dass durch die erhöhte Spermidin-Einnahme über 3 Monate die Wachstumsphasen der Haare verlängert wurden15.

Eine spermidinreiche Ernährung reduziert das Risiko auf Erkrankungen

Epidemiologische Untersuchungen deuteten darüber hinaus darauf hin, dass mit einer Aufnahme von etwa 12 mg Spermidin über die Ernährung die beschriebenen vielfältigen schützenden Effekte ausreichend erhalten seien16. Diese Menge wird durch eine typische europäische Ernährung, welche im Durchschnitt etwa 10 mg Spermidin enthalt, relativ gut über eine ausgewogene Ernährung abgedeckt.

Spermidinreiche Lebensmittel und Nahrungsergänzung

Gute Quellen für Spermidin sind bestimmte Pilze, Weizenkeime, Kürbiskerne, gereifter Käse (z. B. Parmesan), Amarant, Sojabohnen und bestimmte fermentierte Lebensmittel wie beispielsweise Natto. Bei spermidinarmer Ernährung oder in akuten und langfristigen Bedarfssituationen ist auch eine Sicherung des Spermidinspiegels mit naturnahen Ergänzungsmitteln sinnvoll.

Fazit

Zusammenfassend ist Spermidin eine Substanz, mit einem enormen gesundheitsfördernden und gesundheitserhaltenden Potential sowie interessanten Anti-Aging-Effekten. Ein gesunder Körper kann Spermidin durchaus bei Bedarf selbst bilden. Doch nimmt die körpereigene Produktion mit zunehmendem Alter fortlaufend ab.

Über die Auswahl bestimmter Nahrungsmittel, die auch durchaus sinnvoll durch spezielle Spermidinpräparate ergänzt werden können, kann der Rückgang der körpereigenen Produktion ausgleichen werden und der Organismus profitiert so bis ins hohe Alter von den wichtigen Funktionen des Spermidins.

Quellen

  1. T. Eisenberg et al., “Induction of autophagy by spermidine promotes longevity,” Nature cell biology, vol. 11, no. 11, pp. 1305–1314, 2009, Accessed: 12January2022.
  2. I. Ghosh et al., “Spermidine, an autophagy inducer, as a therapeutic strategy in neurological disorders,” Neuropeptides, vol. 83, Oct. 2020, Accessed: 12January2022.
  3. T. Pekar et al., “The positive effect of spermidine in older adults suffering from dementia: First results of a 3-month trial,” Wiener Klinische Wochenschrift, vol. 133, no. 9, p. 484, May 2021. Accessed: 20January2022.
  4. F. Madeo et al., “Spermidine in health and disease,” Science (New York, N.Y.), vol. 359, no. 6374, Jan. 2018. Accessed: 19January2022.
  5. S. B. Kudchodkar and B. Levine, “Viruses and autophagy,” Reviews in medical virology, vol. 19, no. 6, p. 359, Nov. 2009. Accessed: 19January2022.
  6. H. J. Kim et al., “When autophagy meets viruses: a double-edged sword with functions in defense and offense,” Seminars in immunopathology, vol. 32, no. 4, p. 323, 2010. Accessed: 19January2022.
  7. N. C. Gassen et al., “Analysis of SARS-CoV-2-controlled autophagy reveals spermidine, MK-2206, and niclosamide as putative antiviral therapeutics,” bioRxiv, p. 2020.04.15.997254, Apr. 2020. Accessed: 19January2022.
  8. D. J. Puleston and A. K. Simon, “New roles for autophagy and spermidine in T cells,” Microbial Cell, vol. 2, no. 3, p. 91, Mar. 2015. Accessed: 19January2022.
  9. G. Alsaleh et al., “Autophagy in t cells from aged donors is maintained by spermidine and correlates with function and vaccine responses,” eLife, vol. 9, pp. 1–21, Dec. 2020. Accessed: January 19, 2022.
  10. F. Madeo et al., “Nutritional Aspects of Spermidine,” Annual review of nutrition, vol. 40, pp. 135–159, Aug. 2020. Accessed: 19January2022.
  11. M. Abdellatif et al., “Autophagy in Cardiovascular Aging,” Circulation Research, vol. 123, no. 7, pp. 803–824, Sep. 2018. Accessed: 19January2022.
  12. D. Tong and J. A. Hill, “Spermidine Promotes Cardioprotective Autophagy,” Circulation research, vol. 120, no. 8, pp. 1229–1231, Apr. 2017. Accessed: 19January2022.
  13. J. Wang et al., “Spermidine alleviates cardiac aging by improving mitochondrial biogenesis and function,” Aging, vol. 12, no. 1, pp. 650–671, Jan. 2020. Accessed: 19January2022.
  14. M. Wirth et al., “Effects of spermidine supplementation on cognition and biomarkers in older adults with subjective cognitive decline (SmartAge)-study protocol for a randomized controlled trial,” Alzheimer’s research & therapy, vol. 11, no. 1, May 2019. Accessed: 19January2022.
  15. F. Rinaldi et al., “A spermidine-based nutritional supplement prolongs the anagen phase of hair follicles in humans: a randomized, placebo-controlled, double-blind study,” Dermatology Practical & Conceptual, vol. 7, no. 4, p. 17, Oct. 2017. Accessed: 19January2022.
  16. S. Kiechl et al., “Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study,” The American journal of clinical nutrition, vol. 108, no. 2, pp. 371–380, Aug. 2018. Accessed: 12January2022.



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Dr. med. Arman Edalatpour

„Als holistischer Arzt halte ich immer Ausschau nach guten Naturprodukten für meine Patienten, aber auch für mich und meine Familie. Nach langer Suche bin ich bei Lebenskraftpur fündig geworden. Ein Unternehmen mit viel Herz und Leidenschaft für eine ganzheitliche Gesundheit. Natürliche Produkte mit bester Qualität aus qualitativ hochwertigen Rohstoffen. Keine unsinnigen Zusatzstoffe sowie eine stimmige Dosierung und Zusammensetzung. Man merkt, dass die Präparate sehr durchdacht sind.“