Darmflora – Der Grundstein für Gesundheit

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Mikrobiom des Menschen?

Der Mensch ist ein wahres Ökosystem. In ihm leben Billionen von Mikroorganismen – Bakterien, Viren, Pilze und andere Kleinstlebewesen, die in ihrer Gesamtheit als Mikrobiom bezeichnet werden. Vom Darm über die Haut bis hin zur Nasenhöhle sind sie überall anzutreffen und übernehmen wichtige Funktionen im menschlichen Körper.

Da die mikrobielle Zusammensetzung bestimmter Organsysteme, die in Verbindung mit der Außenwelt stehen, variiert, differenziert man das Mikrobiom weiter in Lungenmikrobiom, Hautmikrobiom, orales Mikrobiom, etc.

Das Darmmikrobiom als wichtigster Bestandteil des menschlichen Mikrobioms

Das Darmmikrobiom nimmt dabei einen zentralen Stellenwert im menschlichen Mikrobiom ein. Denn der Magen-Darm-Trakt stellt die größte Schnittstelle zwischen dem Menschen und seiner Verbindung zur Außenwelt dar. Über 60 Tonnen Lebensmittel passieren im Laufe eines durchschnittlichen menschlichen Daseins den Magen-Darm-Trakt für die Nahrungsverstoffwechselung1.

Mensch und Mikroorganismen profitieren gegenseitig voneinander

Hierbei unterstützt die Bakteriengesellschaft des Darms den menschlichen Organismus in einer positiven wechselseitigen Beziehung (symbiontisch). Der Mensch bietet den Bakterien einen geschützten Lebensraum und Nährstoffe.

Im Gegenzug können die Bakterien schwerabbaubare bzw. für den Menschen teilweise unverdauliche Nahrungsbestandteile, wie Ballaststoffe, aufspalten und Stoffwechselprodukte herstellen, auf die der Mensch angewiesen ist – wie z.B. die Vitamine K und B12, Biotin und Folsäure sowie kurzkettige Fettsäuren, die den Darmschleimhautzellen als Energiequelle dienen.

Darüber hinaus können einige Bakterienstämme sogar helfen, die Ausbreitung pathogener (schädlicher) Mikroorganismen zu verhindern.

Faktoren, die Einfluss auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms nehmen

Die Zusammensetzung des Darmmikrobioms ist dabei extrem variabel und von Mensch zu Mensch verschieden. Wichtigste Einflussfaktoren für das Darmmikrobiom eines Erwachsenen sind die Ernährung, Bewegung, Stress, Alkohol- und Zigarettenkonsum, das eigene Lebensalter sowie die Einnahme von Medikamenten.

Die Grundzusammensetzung des Mikrobioms wird durch die Geburt festgelegt

Es gibt jedoch eine bestimmte Grundzusammensetzung. Heidelberger Forscher haben herausgefunden, dass alle Menschen, egal wo sie leben, was sie essen, wie alt sie sind oder welches Geschlecht sie haben, in 3 Mikrobiomgrundtypen, den sogenannten Enterotypen, eingeteilt werden können.
Diese Enterotypen bilden jeweils das Grundgerüst eines Mikrobioms. Jeder Mensch hat einen dieser 3 Enterotypen als Basis seinen eigenen Mikrobioms2.

Ein natürlicher Geburtsvorgang und Stillen stärken die Widerstandskraft des initialen Darmmikrobioms

Diese erste Grundausstattung der Darmflora erhält jeder Mensch bei der Geburt über den Geburtskanal der Mutter, aus der Muttermilch sowie seiner näheren Umgebung.

Daher ist es entscheidend für die spätere Widerstandskraft des Darmmikrobioms, ob der Geburtsprozess natürlich oder per Kaiserschnitt war und ob das Baby gestillt oder nicht gestillt wurde. Sobald dieses initiale Darmmikrobiom gefestigt ist, lässt es sich nicht mehr verändern.

Der weitere Aufbau der Bakteriengesellschaft ist wandelbar

Alle anderen Bakterien, die erst im Lauf des weiteren Lebens bei der Darmbesiedelung hinzukommen, sind veränderbar durch:

  • Ernährung,
  • Lebensbedingungen,
  • Medikamente,
  • etc.

Der Grundenterotyp jedoch bleibt.

Unterschiedliche Bakterienstämme besiedeln unterschiedliche Darmabschnitte

Obwohl die Darmflora umfangreich und vielfältig ist, gibt es ein grobes Schema, wie sie bei jedem Menschen verteilt ist. Zu den wichtigsten Arten zählen die Lactobacillen, die Hauptbesiedler des Dünndarmes sowie der Vaginalschleimhäute.
Bifidostämme besiedeln vor allem den Dickdarm und hier besonders das Ende des Dickdarms. Dazwischen findet man Streptokokken, E. Coli, Bacteroides und noch viele mehr. Alle sind Teil der Bakteriengemeinschaft und leisten ihren Beitrag für den menschlichen Organismus.

Warum ist das Darmmikrobiom so wichtig ist?

Die Bakteriengesellschaft beeinflusst mit ihren Stoffwechselprozessen nicht nur die Verdauung des Menschen, sondern auch sein Immunsystem. Dies hat weitreichende Folgen auf die Gesamtgesundheit des Menschen.

Das Mikrobiom beeinflusst das menschliche Immunsystem

Allem voran bestimmt die Zusammensetzung der Darmflora die Funktionalität des menschlichen Immunsystems. „Gute“, sog. protektive Bakterienstämme beseitigen toxische Verbindungen, Verdrängen pathogene Darmkeime, stärken die Darmbarriere und regulieren das Immunsystem3.

SCFAs verbessern die Darmgesundheit und schützen das Immunsystem

Diese protektiven Darmbakterien zeichnen sich vor allem darin aus, dass sie unverdauliche Kohlenhydrate des Menschen weiter zu kurzkettigen Fettsäuren sog. SCFAs (short-chain fatty acids) wie Essigsäure, Buttersäure und Propionsäure verstoffwechseln.
Diese stärken die Darmbarriere und verhindern, dass Schadstoffe von gesundheitsgefährdenden Bakterien (sog. mikrobielle Endotoxine) aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen und dort eine Entzündungsreaktion auslösen. Darüber hinaus können die kurzkettigen Fettsäuren das Immunsystem stärken und aktivieren4.

Das Mikrobiom entscheidet über Schweregrad und Länge von Krankheitsverläufen

Da das Mikrobiom für die Entwicklung und das Gleichgewicht des Immunsystems von entscheidender Bedeutung ist, kann eine Verschiebung in der Zusammensetzung der Darmflora (Dysbiose) den allgemeinen Gesundheitszustand entscheidend beeinträchtigen.
Gerade ältere Menschen leiden häufig unter einer Dysbiose, bei der vor allem die protektiven Bakterienstämme in der Darmflora fehlen, die in der Lage sind, die kurzkettige Fettsäuren zu bilden. Die Folge ist eine vermehrte Infektanfälligkeit und schwerere Krankheitsverläufe, die länger andauern.

Das Mikrobiom nimmt Einfluss auf Medikamentenverträglichkeit und Wirksamkeit

Das Darmmikrobiom und die Einnahme von Medikamenten beeinflussen sich gegenseitig. Einerseits können bestimmte Medikamente – allen voran Antibiotika, die Darmflora schädigen und zu einer Abnahme der Bakterienvielfalt und Anzahl führen. Andererseits kann das Darmmikrobiom aber auch Medikamente in deren Wirkweise unterstützen.

Die blutzuckersenkende Wirkung von Metformin wird durch die Darmflora begünstigt

Am Beispiel von Metformin, ein Medikament, das bei Diabetes Typ II zur Blutzuckersenkung verabreicht wird, konnte gezeigt werden, dass es das Wachstum der protektiven, SFCS-produzierenden Bakterien fördert. Die kurzkettigen Fettsäuren dieser Bakterien wirken sich positiv auf die Blutzuckerwerte aus und erhöhen dadurch die Wirksamkeit des Medikaments bei der Blutzuckersenkung3.

Auch Bakterienstämme nehmen an der Verstoffwechselung von Medikamenten teil

Darüber hinaus kann das Darmmikrobiom aber auch direkten Einfluss auf die Wirksamkeit eines Medikamentes durch seinen Abbau nehmen. In verschiedenen Studien wurde gezeigt, dass manche Medikamente nicht nur vom Menschen sondern auch von Bakterienstämmen der Darmflora verstoffwechselt werden. Hierdurch entsteht ein synergistischer Effekt, durch den die Effizienz der Medikamente erhöht wird3.

Die Hautgesundheit ist abhängig vom Mikrobiom

Auch der Hautzustand wird über das Darmmikrobiom mit beeinflusst. Der genaue Mechanismus ist noch nicht eindeutig geklärt. Vieles deutet jedoch daraufhin, dass eine erhöhte Durchlässigkeit des Darms als Folge einer gestörten Darmflora dazu führen, dass Bakterien aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungsprozesse auslösen, die sich u.a. auch negativ auf die Haut auswirken.
So wurde in mehreren Studien ein Zusammenhang zwischen bestimmten dermatologischen Erkrankungen wie Schuppenflechte, Neurodermitis und Hautgeschwüren und einer gestörten Darmflora festgestellt.

Bakterielle Stoffwechselprodukte stören die Hautbarriere

Zudem können bakterielle Stoffwechselprodukte über den Blutkreislauf in die Haut gelangen, sich dort anreichern und die Keratin-Produktion verringern. Dies beeinträchtigt gleichzeitig die Bildung der Hornschicht, wodurch die Hautbarriere geschwächt und anfälliger für Entzündungen wird5.

Die Haut wird über die Darmflora mit wichtigen Mikronährstoffen und Vitaminen versorgt

Ist die Darmflora gestört, können darüber hinaus Nährstoffe und wichtige Vitamine nicht mehr adäquat aufgenommen und verwertet werden. Darunter leidet auch die Haut. Sie wird trocken und rissig und Krankheitskeime können leichter eindringen.

Verhalten, Angststörungen und Depression können durch das Darmmikrobiom positiv beeinflusst werden

Psychischer Stress führt zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Dadurch gelangen bakterielle Endotoxine in den Blutkreislauf und lösen eine periphere Entzündungsreaktion aus. Zellen des Immunsystems schütten vermehrt Entzündungssignale aus, die über das zentrale Nervensystem (ZNS) ins Gehirn gelangen und dort auf verschiedene Weise Einfluss auf die psychische Gesundheit nehmen.

So konnte unter anderem in Tiermodellen ein gesteigertes Angst- und Depressionsverhalten mit einer erhöhten Darmdurchlässigkeit und peripheren Entzündungsreaktion im Körper in Verbindung gebracht werden6.

Pro- und Präbiotika wirken sich im Tiermodell positiv auf die Psyche aus

In verschiedenen Tiermodellen wurde außerdem gezeigt, dass die Verabreichung von Pro- und Präbiotika die Stressreaktion dämpfen, eine verstärkte Darmdurchlässigkeit reduzieren und die damit einhergehende Entzündungsreaktion vermindern können. Außerdem nehmen sie positiven Einfluss auf die Psyche, indem Angstzustände und Depressionsverhalten gelindert werden6.

Das Darmmikrobiom beeinflusst das unbewusste Verhalten

Zudem hat das Mikrobiom auch einen entscheidenden Einfluss auf die Produktion von Botenstoffen, die der Körper zur Reizweiterleitung in den Nerven benötigt. Es gibt Hinweise, dass die Darmflora über das sog. Bauchhirn Einfluss auf das unbewusste Verhalten hat. Entscheidungen „aus dem Bauch“ zu treffen hat also durchaus eine tiefere Bedeutung.

Wie äußert sich eine gestörte Darmflora?

Von einer Dysbiose bzw. gestörten Darmflora spricht man, wenn sowohl die Vielfalt der mikrobiellen Organismen als auch die Anzahl der protektiven Bakterien im Darm abnimmt. Während protektive Bakterienstämme die Darmbarriere stabilisieren und das Immunsystem regulieren, schädigen „schlechte“ (pathogene) Bakterienstämme die Darmbarriere.

Pathogene Bakterienstämme beeinträchtigen die Darmbarriere

Sie bauen Proteine ab und setzen Toxine frei, welche die Durchlässigkeit der Darmbarriere fördern. Charakteristisch für diese Bakterien sind die sog. Lipopolysaccharide, Verbindungen aus Zucker- und fettähnlichen Bestandteilen, in der äußeren Zellwand, die bei der Zellteilung der Bakterien freigesetzt und Entzündungen auslösen. Nimmt die Anzahl der schädlichen Bakterien zu, können auch vermehrt Pilze den Darm besiedeln.

Erste Anzeichen einer gestörten Darmflora

Obwohl das Darmmikrobiom sich auf die Funktionalität vieler Organsysteme auswirkt, macht sich eine gestörte Darmflora zuallererst im Magen-Darm-Trakt bemerkbar. Symptome wie Durchfall, Verstopfungen, Blähungen, Bauchschmerzen und Darmkrämpfe deuten auf eine Störung der Darmflora hin.

Halten die Symptome über einen längeren Zeitraum an (über 2 Wochen), wird auch das Immunsystem beeinträchtigt. Dies zeigt sich in einer höheren Infektanfälligkeit und einer verminderten allgemeinen Leistungsfähigkeit.

Nachweismöglichkeiten einer gestörten Darmflora

Stuhlprobenanalysen sind eine gängige Methode, um den Darm auf eine schädliche Besiedelung mit pathogenen Krankheitskeimen hin zu überprüfen. Darüber hinaus versprechen neuere Trends durch eine genaue Entschlüsselung des körpereigenen Darmmikrobioms, eine Aussage über die Funktionsstärke der Darmflora treffen zu können. Hierfür wird die Zusammensetzung sämtlicher Bakterienstämme im Darm zum Zeitpunkt der Analyse erfasst, sowohl der gesundheitsfördernden als auch der gesundheitsschädlichen Bakterien.

Stuhlprobenanalysen geben Aufschluss über eine schädliche Darmbesiedelung

Bei langanhaltenden Beschwerden im Magen-Darm-Trakt ist jedoch eine Stuhlprobenanalyse erstes Mittel der Wahl. Sie gibt Aufschluss, ob sich im Darm beispielsweise gehäuft Pilze oder andere, schädliche Bakterienstämme angesiedelt haben. Da die Darmflora nicht immer gleich im ursächlichen Verdacht steht, kann es durchaus sinnvoll sein, seinen behandelnden Arzt oder Heilpraktiker darauf anzusprechen.

Mikrobiom Tests – zur Analyse der individuellen Zusammensetzung des Darmmikrobioms

Inzwischen bieten auch zahlreiche Labore kommerzielle Lösungen an, um mittels Stuhlprobenanalysen die genaue Zusammensetzung des Darmmikrobioms aufzuschlüsseln und daraus Ernährungs- und Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Der Mikrobiom-Test gibt nur eine Momentaufnahme der Zusammensetzung der Darmflora wider

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) rät jedoch nach wie vor von solchen Tests ab. Zum einen seien sie sehr kostspielig, zum andern „fehle momentan noch die wissenschaftliche Grundlage, um konkrete Zusammenhänge zwischen spezifischen Krankheitssymptomen und der Bakterienzusammensetzung eines Einzelnen abzuleiten“.

Denn die Zusammensetzung des Mikrobioms wird durch viele äußere Einflüsse reguliert und verändert sich je nach Ernährung oder Lebensumstände ständig. Das macht es schwierig für den Einzelnen konkrete Ursache-Wirkungs-Beziehungen abzuleiten.

Wie kann das Mikrobiom durch die Ernährung verbessern werden

Die Ernährung ist wichtigster Einflussfaktor für die Regulierung des Darmmikrobioms. Um die Darmflora dauerhaft gesund zu halten, sollte sie abwechslungsreich, natürlich und reich an prä- und probiotischen Nahrungsmitteln.

Wichtig zu beachten

Ist eine Darmflora bereits über einen längeren Zeitraum hin gestört, kann es sein, dass zunächst ganz andere Schritte notwendig sind, um sie wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Denn unter Umständen ist die Darmflora in ihrer Funktion so beeinträchtigt, dass sie die zugeführte Nahrung gar nicht richtig aufnehmen und verwerten kann.

Wird sie in diesem Zustand mit Pflanzennahrung, probiotischen Lebensmitteln oder Ballaststoffen „überschwemmt“, die sie eigentlich unterstützen sollen, kann sich dies nachteilig in Form von Blähungen, Verstopfung und anderen körperlichen Beschwerden auswirken. Eine gezielte Abklärung zusammen mit einem Arzt ist daher bei einer geschädigten Darmflora empfehlenswert.

Präbiotika dienen den Bakterien als Nahrung

Für eine gesunde Darmflora sind Präbiotika jedoch unerlässlich. Präbiotika sind spezielle Ballaststoffe, die den nützlichen Bakterien als Nahrungsquelle dienen und deren Wachstum und Aktivität fördern. Vor allem Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen (z.B. Chiasamen, Flohsamen) sind sehr ballaststoffreich. Aber auch Artischocken, Chicorée, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Bananen, Roggen, Pastinaken, Topinambur und Haferflocken sind starke präbiotische Lebensmittel.

Natürliche Probiotika unterstützen die Darmflora

Probiotika sind Produkte, die lebensfähige Mikroorganismen enthalten wie z.B. Milchsäurebakterien. Zu den wichtigsten probiotischen Lebensmitteln zählen fermentierte Lebensmittel z.B. in Form von tierischen Produkten wie Joghurt, Kefir, Ayran und Lassi. Sauerkraut und Oliven sind typische Beispiele für pflanzliche Fermente.

Darüber hinaus ergeben sich durch die Fermentation von Lebensmitteln zahllose weitere Kombinationsmöglichkeiten. Sie alle können einen positiven Einfluss auf das Gleichgewicht der Darmflora nehmen, indem sie die Anzahl der guten Keime erhöhen.

Probiotische Nahrungsergänzungsmittel fördern den gezielten Aufbau der Darmflora

Möchte man jedoch gezielt die Darmflora aufbauen, empfiehlt sich der zusätzliche Einsatz qualitativ hochwertiger Probiotika als Ergänzung zu den natürlichen probiotischen Lebensmittelquellen. Sie enthalten speziell ausgewählte Bakterienstämme in hochkonzentrierter Form und können damit noch einmal ganz andere Impulse auf die Darmflora geben.

Der Einsatz von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln ist besonders empfehlenswert

  • bei allen Störungen des Immunsystems, insbesondere bei allen Allergien
  • bei Störungen oder Erkrankungen des Verdauungstraktes nach Medikamenteneinnahme, vor allem nach Antibiotika
  • zur Unterstützung des Körpers in der Rekonvaleszenz
  • zur Unterstützung bei Laktose-Intoleranz
  • bei Störung von Schleimhautbarrieren oder Obstipation (Verstopfung)
  • oder einfach zur Grundimmunisierung

Probiotika als Kuranwendung

Für die Stärkung des Immunsystems eignet sich gerade vor der Erkältungs- oder Allergiesaison eine kurmäßige Anwendung 2-mal im Jahr jeweils im Herbst und Frühjahr.

Welche Kriterien spielen bei der Auswahl probiotischer Nahrungsergänzungsmittel eine Rolle?

Wichtig ist, bei der Einnahme von probiotischen Nahrungsergänzungsmittel darauf zu achten, dass sie lebensfähige Bakterien enthalten. Denn Darmpräparate mit lypholisierten (zerstörten) Bakterien bringen nur sehr geringen Nutzen. Mindestens 10 hoch 9 lebende Bakterienstämme sollten in einem Probiotikum enthalten sein.

Außerdem sollten die probiotischen Nahrungsergänzungsmittel in magensaftresistenten Kapseln verpackt sein, damit die lebensfähigen Bakterien in ausreichend großer Menge den Dickdarm auch wirklich erreichen, um dort die Darmwand zu besiedeln. Vor allem Lakto- und Bifidobakterien werden hierfür verwendet, die in einem ausgewogenen Verhältnis zueinanderstehen sollten.

Synbiotika vereinen Probiotika und Präbiotika in einem

Neben den Bakterienstämmen (Probiotika), gibt es auch spezielle Kombinationspräparte, welche die Nahrung für die Bakterienstämme (Präbiotika) gleich mitliefern. Verwendet werden hierfür besondere Ballaststoffe, die fast ausschließlich von der Darmflora verstoffwechselt werden. Dadurch können sie sich schnell und effizient ausbreiten und widerstandsfähig werden. Vereint ein Präparat sowohl Prä- als auch Probiotika, spricht man auch von einem Synbiotikum.

Omega-3-Fettsäuren fördern zusätzlich das Wachstum protektiver Bakterienstämme

Auch Omega-3-Fettsäuren können die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflussen, indem sie das Wachstum von Bakterienstämmen fördern, die entzündungshemmend sind bzw. kurzkettige Fettsäuren produzieren. Wie bereits erwähnt, tragen diese zur Integrität der Darmwand bei und leisten damit einen wichtigen Beitrag für das Immunsystem.

Omega-3-Fettsäuren nehmen damit indirekt Einfluss auf das Immunsystem, indem sie das Wachstum von Bakterienstämmen begünstigt, die eine immunmodulierende Funktion ausüben4.

Nahrungsmittel, welche die Darmflora negativ beeinflussen

Der Konsum einfacher Kohlenhydrate wie sie z.B. in Weizenmehlprodukten zu finden sind, sollte weitestgehend reduziert werden. Denn diese einfachen Kohlenhydrate werden schnell abgebaut, zu Zucker umgewandelt und bei zu großem Überschuss von Gärungsbakterien im Darm weiter zu Alkohol umgewandelt. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn sowie sekundäre Pflanzenstoffe aus Obst und Gemüse werden dagegen langsamer verstoffwechselt und dienen den „guten“ Darmbakterien als Nahrungsquelle.

Weitere Einflussgrößen

Neben der Ernährung spielt auch ein möglichst gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und emotionaler Ausgeglichenheit eine Rolle. Vor allem durch regelmäßigen Sport wird die mikrobielle Vielfalt und die Zahl der SCFA-produzieren Bakterienstämme gesteigert7.

Fazit

Die Wissenschaft beginnt gerade erst das komplexe Zusammenspiel zwischen Mikrobiom und Mensch sowie seine gesundheitlichen Auswirkungen zu verstehen. Fest steht jedoch, dass der Mensch in vielerlei Hinsicht auf eine gut funktionierende Darmflora angewiesen ist. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, sowie ausreichend Bewegung und geistige Ausgeglichenheit stärkt nicht nur die Gesundheit des Menschen, sondern auch die seiner symbiontischen „Mitbewohner“. Mit Hilfe probiotischer Nahrungsergänzungsmittel lässt sich darüber hinaus gezielt das Darmmikrobiom stärken.

Quellen

  1. E. Thursby and N. Juge, “Introduction to the human gut microbiota,” 2017, doi: 10.1042/BCJ20160510.
  2. M. Arumugam et al., “Enterotypes of the human gut microbiome Europe PMC Funders Group,” Nature, vol. 473, no. 7346, pp. 174–180, 2011, doi: 10.1038/nature09944.
  3.  R. K. Weersma, A. Zhernakova, and J. Fu, “Interaction between drugs and the gut microbiome,” Gut, vol. 69, pp. 1510–1519, 2020, doi: 10.1136/gutjnl-2019-320204.
  4. L. Costantini, R. Molinari, B. Farinon, and N. Merendino, “Impact of omega-3 fatty acids on the gut microbiota,” International Journal of Molecular Sciences, vol. 18, no. 12, Dec. 2017, doi: 10.3390/IJMS18122645.
  5. S. Sinha, G. Lin, and K. Ferenczi, “The skin microbiome and the gut-skin axis,” Clinics in Dermatology, vol. 39, no. 5, pp. 829–839, Sep. 2021, doi: 10.1016/j.clindermatol.2021.08.021.
  6. J. M. Peirce and K. Alviña, “The role of inflammation and the gut microbiome in depression and anxiety,” Journal of Neuroscience Research, vol. 97, no. 10. John Wiley and Sons Inc, pp. 1223–1241, Oct. 01, 2019. doi: 10.1002/jnr.24476.
  7. G. A. Cresci, E. Bawden, and C. Org, “The Gut Microbiome: What we do and don’t know”, doi: 10.1177/0884533615609899.


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Klaudius Breitkopf

Sportökonom

„Als erfahrener Sportökonom weiß ich, dass Ernährung und Sport einfach zusammengehören. Dabei spielt die Qualität der Lebensmittel eine große Rolle. Aus diesem Grund bieten wir unseren Mitgliedern die Nahrungsergänzungen von Lebenskraftpur an.“